Dienstag, 17. Oktober 2006

Eine Sommernacht in Teheran

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Die Sache passierte vor 3 Jahren in Teheran. An einem heissen Abend war ich mit meinem Bruder weg bis spät in der Nacht. Wir spazierten in den Parks nördlich der Stadt, wir tranken Melonensaft, wurden von einigen Frauen angemacht und danach gingen wir in einem guten Restaurant um was zu essen. Als wir rauskamen hatten wir eine Luft die viele nicht mögen die aber für mich ein Segen ist weil ich dadurch meine Kindheit wieder rieche. Die Luft wird etwas kühler aber man riecht noch die reste vom Smog, ein bisschen Benzin- und Bleigeruch, aber man merkt dass die paar Millionen Pendler die Stadt verlassen haben. Diese Stadt ist in einer himmlichen Lage. Die Natur verzeiht den Menschen vieles. Am Tal des Berges gelegen, tut die Natur krampfhaft alles um alles zu bereinigen was die Menschen Tagsüber durch den Dreck gezogen haben. Die Luft fängt an sich zu reinigen, langsam fängt man an den Staub auf den Blättern der alten Bäume zu riechen.

Wir kamen raus aus dem Restaurant und atmeten die langsam sich erholende Luft des Hauptstadts ein. Es war um die Mitternacht und ich genoss die Zeit, es gab den krankhaften Verkehr nicht mehr der die Stadt Tagsüber lahmlegt. Wir spazierten entlang der Park. Wir sprachen und lachten, liefen vielleicht noch 1 Kilometer bis wir noch einen kleinen Kiosk erreichten der noch frischgepressten Honigmelonensaft zu verkaufen hatte. Wir tranken dort aus und nahmen dann ein Taxi um nach hause zu fahren.

Wir waren noch keine 500 Meter gefahren als ein Mann in Sakko und gelockerter Krawatte mit der Zeigefinger wedelte um den Taxi anzuhalten. Er war stämmig, gross, sehr Hell mit braunen Haaren und hatte einen Ziegenbart. Er war Nervös. Der Taxifahrer kurbelte die Scheibe runter und fragte den Jungen Mann wo er denn hinwollte, sein Weg passte zu unserem also stieg er vorne ein.

Ohne vorwand fing er an zu reden während er die Krawatte weiter lockerte und seinen rechten Arm aus dem Fenster raushielt. Er schwitzte ein wenig.
Er sprach einen sehr sauberen teheraner Akzent mit einer angenehmen Stimme:

"Wieso ist das so in diesem Land? Warum nur?"

Ich fragte ihn was er denn damit meinen würde.

"Ach wissen sie, ich bin verliebt, meine Freundin liebt mich, ich komme grade aus dem Haus ihrer Eltern. Ich stellte mich vor und sagte Ihnen dass ich ihre Tochter liebe und sie heiraten möchte. Glauben sie mir ich hatte einen riesigen Blumenstrauss gekauft, ich sagte ihnen dass sie die Frau meines Lebens sei und ich ihr niemals auch nur ein Haar krümmen würde, ich hab Ihnen gesagt ich würde wenn es sein muss mich opfern, mein Leben geben für diese Frau....dann fing der Vater an von meinen Eltern zu sprechen und von meinem Job, und von Geld und Haus und Zukunft...ich kann das nicht, glauben sie ich bin ein einfacher Mann wie die meisten jungen Männer in dieser Stadt, ich hab weder viel Geld noch ein eigenes Haus, ich arbeite zwar aber ich verdiene nicht viel, es reicht aber es ist nicht das was sich diese Familie vorstellt... ich sass da und meine Freundin sagte auch nichts, ich hörte und hörte und irgendwann sprang ich einfach auf, nahm meinen Sakko und lief raus, mir gehts gut, ich dachte ich würde daran kaputtt gehen, ich dachte ich könnte nicht raus aus der Wohnung, aber ich bin jetzt hier und ich fühl mich erleichtert. Ich will nicht mehr, ich werde nicht heiraten. In diesem Land kannst du nicht aus dem Herzen heraus heiraten, alles dreht sich hier ums Geld...du kannst der schlimmste und hässlichste Typ der Erde sein, die Eltern schenken dir ihre Töchter aber mir nicht, nicht wenn ich kein Geld habe.."

Wir sagten alle nichts und hörten ihm zu. Er fuhr sich ein paar mal mit der Hand durch die glatten Haare und zog die selbe Hand runter um sich über den Kinn zu streicheln. Er schaute die ganze Zeit gradeaus als er die Geschichte erzählte.

Wir kamen an seiner Wohnung, besser gesagt zu der Wohnung seiner Eltern, er tastete in seiner Hosentaschen und fand kein Geld, dann tastete er in seiner Jackentasche und fand dort auch nichts.

"Es tut mir sehr sehr leid, bitte bleiben sie hier ich gehe kurz rein und hol das Geld. Mein Portmonais muss mir aus der Tasche gefallen sein als ich zügig aus dem Haus des Mannes herausschiessen wollte. Es tut mir wirklich leid, ich bin in 2 Minuten wieder da."

Der Fahrer zeigte sich einverstanden und der Mann ging rein.

"Fahren sie los" Sagte ich zu dem Fahrer

"Aber der Mann will doch sein Geld holen, haben sie doch ein wenig Geduld, der Junge ist völlig durch den Wind gewesen"

"Grade deshalb! fahren sie los. Ich zahl seine Rechnung" Mein Bruder war schon wieder dabei mit dem Kopf zu schütteln. Ich wollte den Menschen immer etwas gutes tun und er verstand es nicht. Er meinte bei meiner Vorgehensweise wäre ich im Iran in kürzester Zeit Pleite.

Wir fuhren los, ich zahlte die volle Rechnung und wir gingen rein, setzen uns auf dem Balkon und schauten die Stadt an. Es war herrlich, es wurde immer Kühler, der Mond war übermässig Gross und gelblich, die orangenen Lichter der Stadt hatten etwas beruhigendes. Sie flatterten lautlos. 2 Wilde Katzen fingen an sich zu paaren und schrien eine Weile rum, dann waren auch sie befriedigt.

What European City Do You Belong In?

You Belong in Barcelona

When it comes to Europe, you don't want to decide between culture and fun. You want art by day and a big party by night.
Barcelona is ideal for you. You can check out some Picasso, eat some tapas, take a siesta, and then dance all night!

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