Montag, 30. Oktober 2006

Ein begnadeter Gitarrist

Darioush Khajehnouri ist ein begnadeter Gitarrist. In jungen Jahren schon ein Meister versteht ers sowohl die Melancholie als auch das würdevolle Wesen des Flamenco sehr gut zum Ausdruck zu bringen. Seine Konzerte sorgen in einer 17Mio. Metropole wie Teheran für grossem Chaos auf den Strassen weil sich alles staut.

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2 Lieder zum Downloaden:

D. Khajehnouri - Night Moon
D. Khajehnouri - Estate de Siege

Dr. Kampmann

"Guten Tag Dr. Kampmann"

"Ach neeeee, Hank Chinaski, glaub ichs denn?!"

"Dr. Kampmann, entschuldigen sie mich dass ich so spät komme, ich hab von ihrer Vertretung gehört dass sie Krank wären und da ich länger nicht mehr Krank war um sie in ihrer Praxis zu besuchen, konnte ich von ihrer Krankheit nichts wissen. Bis Heute wusste ich von ihrer Krankeit absolut nichts. Glauben sie mir"

"Und wieso wollten sie zu mir? Was haben sie gehabt?"

"Nichts Dr. Kampmann, ehrlich gesagt nichts. Ich wollte mich nur ein paar Tage Krankschreiben lassen."

"Ja Herr Chinaski, ich bin seit einem halben Jahr ein Dialysepatient. Mir haben sie sogar schon den grossen Zeh amputiert weil er abgefault war"

"Es tut mir leid"

"Mir nicht, der hat mir vorher mehr Probleme bereitet als jetzt!"

"Dr. Kampmann ich hab eigentlich garnicht soviel Zeit. Ich wollte sie nur mal kurz besuchen, kurz Hallo sagen und ihnen alles Gute wünschen."

"Danke Herr Chinaski, das weiss ich sehr zu schätzen" ich war dabei mich umzudrehen als er nochmal nachsetzte und fortfuhr:

" Ach Herr Chinaski, wie gehts Ihnen eigentlich Privat? Das letzte mal als wir uns in der Praxis sahen gings bei Ihnen Privat doch so ziemlich drunter und drüber oder irre ich mich?"

"Ne, die Sache ist ausgestanden. Die Frau ist Geschichte und der Ärger mit ihr gleich mit"

"Sagen sie mal was hatten sie nochmal studiert? Bauuuuwese...nein Archiktur, Architektur.. richtig?"

"Richtig"

"und sie hatten grosse finanzielle Probleme gehabt und generell hatten sie keine glückliche Phase"

"Stimmt Dr. Kampmann, aber heute bin ich glücklicher"

"Und ich bin heute weniger Glücklich.."

"Ist wohl der Lauf der Dinge sie wissen ja die Ups und Downs und so..."

"Wissen sie Herr Chinaski, sie haben mir damals in meiner Praxis irgendwie vertraut und ihr Herz offengelegt. Darf ich ihnen heute eine kleine Geschichte erzählen? Haben sie soviel Zeit?" Hatte ich nicht. Aber er war ein feiner Mann , ich nahm mir die Zeit.

"Wissen sie, viele die mich heute so sehen in solch hohem Alter, kennen mich nicht wirklich. Sie kennen mich als einen immer ausgeglichenen Arzt der nur die Familientradition fortsetzte und Arzt wurde. Ich hab aber kurz nach dem Kriegsende angefangen zu studieren. 1947 in München. Die Stadt war grösstenteils zerstört. Etliche junge Männer und sogar reife Männer wollten studieren. Stellen sie sich das mal vor, heute studieren 2 Jahrgänge miteinander. Damals haben 20 verschiedene Jahrgänge miteinander studiert." Er zeigte dabei mit der Zeigefinger zur Schläfe als er das sagte

"Viele kamen ja vom Krieg und mussten etwas werden und die jugend sowieso, also was hat der Staat gemacht er hat den Andrang gesehen und hat ihn sich zu Nutze gemacht. Wir mussten alle erstmal ein Jahr auf dem Bau arbeiten bevor wir uns überhaupt immatrikulieren durften. Ich arbeitete auf dem Bau wie tausende andere junge Menschen Deutschlandweit. Viele Städte sind durch diese Massnahme wieder auf die Beine gebracht wurden."

"Eine kluge Massnahme wie ich finde"

"Finde ich auch Herr Chinaski. Wussten sie eigentlich dass ich mal für ein Jahr ins Gefängnis musste? Nein, wussten sie nicht, aber ich wars tatsächlich!"

Das hätte ich diesem alten und zerbrechlichen Mann mit so vorzüglichen Manieren niemals zugetraut. Ich wurde neugierig.

"Das glaube ich ja nicht. Darf ich fragen wieso Dr. Kampmann?"

"Weil ich einmal einem französischen Offizier einen rechten Kinnhacken verpasste"

"Und deshalb mussten sie ein Jahr sitzen?"

"Ja wir waren ihnen ausgliefert wie Schafe. Die Amerikaner konnte man aushalten. Sie waren nie auffällig aber die Franzosen waren Jahre nach dem Kriegsende noch grausam zu der Bevölkerung. Der besagte Offizier nannte mich einmal "Du scheiss deutsches Schwein" und ich hab ihn direkt ausgeknockt. Dafür kam ich vor dem französischen Militärgericht und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ich wurde nach einem halben Jahr zwar begnadigt aber 6 Monate habe ich gesessen. "

......

Eine halbe Stunde später war ich auf der Arbeit.

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