Es ist seltsam. Ich bin ein logischer Mensch. Zumindest glauben das einige von mir. Zum teil stimmt es auch. Ich mach seit Jahren sport, ich denke ich bin ein 35 jähriger Typ der Körperlich ziemlich robust ist, in den letzten 25 Jahren nur 2 Spritzen bekommen hat, ich habe ausser einer kleinen Füllung die ich machen musste, sonst nie Probleme mit den Zähnen gehabt. Das erste mal bin ich mit 30 zum Zahnarzt. Bin generell ein selbstbewusster Typ ganz egal in welcher Hinsicht, manchmal jedoch kommen mir hin und wieder zweifel auf, die ich aber dann schnell aus dem Kopf schlage und mich sofort ablenke damit dass ich anfange mir gute Dinge einzureden, über meine Stärken zu denken und daran dass ich -wen und was auch immer sei dank- physisch und geistig immer einer gewissen -teilweise sogar erstaunlichen- Gesundheit erfreuen konnte. In letzter Zeit schwindet dieses Selbstvertrauen in natürlicher Stärke und Gesundheit rapide dahin. Wenn mir der Hals ein wenig steif wird, denke ich an Halswirbelsäulenprobleme, anstatt wie früher an eine harmlose verrenkung zu denken, wenn mir die Linke seite etwas zwickt, dann denke ich an "Niereninsuffizienz" anstatt an einem harmlosen kleinen Schmerz der höchstwahrscheinlich daher rührt dass ich in in Training ein Schlag abbekommen habe. Gut in letzter Zeit hat ein bekannter eine halswirbelsäule gebrochen bekommen als Folge eines Unfalls und der Ivan Klasnic ist völlig fertig weil bei ihm von heute auf morgen eine "Niereninsuffizienz" diagnostiziert wurden wobei die erste Nierenimplantation auch schon fehlgeschlagen hat. Die meisten Patienten die diese schreckliche Krankheit bekommen und bei denen der Körper die implantierte Niere abstösst, können sich von heute auf Morgen auf ein armseeliges Leben bis zum Tode einstellen. Aber früher blieb ich doch von solchen negativen Nachrichten völlig unbeeindruckt und vertraute weiter auf meiner Gesundheit und Stärke, wieso beeinflussen mich solche Ereignisse heute so sehr?
Wie dem auch sei, ich kämpfe dagegen an, mein alteingesessenes Selbstvertrauen in mir selbst nicht zu verlieren, ich spreche innerlich mit mir selber, ich versuche mein Gehirn zu manipulieren und stärker zu sein als es mir grade versucht zu bescheinigen. Aber ich merke es fällt mir immer schwerer mich gegen diese stumme, negative Stimme die aus dem Körper heraus spricht ohne ein Laut von sich zu geben, aufzubäumen.
Ich denke mir, diesen Kampf muss ich durchhalten bis der Frühling und der Sommer wieder kommen. Dann kann ich diese Stimme besiegen, dann werde ich aktiver, dann kommt das alte Selbstvertrauen wieder...
Noch fühl ich mich in der Lage zu kämpfen und glaube daran zu gewinnen... bin auch erst 35 und sollte eigentlich wieder anfangen mehr Spätburgunder zu trinken...
Chinaski - 30. Jan, 21:08