Die Holzhütte am Meer
Ich kam mir vor wie Robinson Crusue. An den Holzwänden der Hütte liefen kleine schwarze Eidechsen hoch und runter, das Wasser war meistens ruhig und tükisgrün, nur Abends hörte ich das rauschen des Meeres und das schlagen der Wellen an den Klippen und Steinhügeln. Ich schwam den ganzen Tag, schlief am Strand ein, machte Abends Feuer, betrank mich mit Wein und schlief abermals ein. Ich las John Fante, Guy de Maupassant, ich las Gedichte von Puschkin und Lermontow und began zu schreiben und zwar immer dann wenn ich endgültig besoffen war. Es klappte. Ich schrieb hemmungslos ohne mich zu korrigieren, ich schrieb und schrieb, und am nächsten Morgen las ich die Geschichten wieder und ich konnte es nicht glauben dass ich es war der das alles geschrieben hatte. Es war so als hätte jemand die ganze Nacht unter Fieber gestanden und pausenlos geschrieben. Immer wenn ich Sex brauchte fuhr ich per Anhalter nach Ajaccio, suchte mir irgendeinen gemütlichen Cafe am Hafen wo meines Erachtens schöne Frauen anwesend waren, ass Fisch, fing an zu trinken und nicht selten bekam ich was ich gesucht hatte. 5 Wochen meines Lebens hab ich in völliger Ruhe und Freiheit verbracht, eines abends als ich völlig besoffen schrieb, fing ich an über mich selbst zu lachen und mich selbst zu beschimpfen, so heftig dass mir die Tränen kamen. Einmal onanierte ich um 3 Uhr morgens, vor meiner kleinen Tür mit freiem Blick richtung Meer und fühlte mich prächtig danach. Der Scirocco blies unablässig, Tag und Nacht und manchmal war meine Matratze voller Sand, es gab Nächte in denen der heisse Wind durch die ritze der Holzhütte blies und pfiff, so dass es eine unheimliche Atmosphäre aufkam, meine Sinne schärften sich, ich blies die Kerzen aus und machte die Öllampe aus, legte mich hin. Ich konnte den Wein riechen weil die leeren Weinflaschen sich in der einen Ecke der Hütte angesammelt hatten...aber im Hintergrund hörte ich noch die Grillen und die Wellen und es beruhigte mich wieder...


