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Mittwoch, 1. August 2007

Die Holzhütte am Meer

Ich musste 2 Kilometer laufen bis ich Menschen begegnete. Dort konnt ich dann auch einkaufen. Ich musste ein Teil des Weges auf dem Strand parallel zur Küste laufen und dann musste ich auf kleine Steinhügel klettern um dann nochmal 1 Kilometer entlang der heissen und kaum befahrenen Strasse. Es waren 45 Grad in Korsikas süden, ich hatte eine einsame Holzhütte weniger als 100 Meter vom Strand gemietet, den Mieter kannte ich nun seit 3 Jahren. Das war ein einfacher, grimmiger Korse der zu mir in den 3 Jahren die ich ihn kannte so langsam vertrauen aufbaute und am ende schon gar kein Geld mehr verlangte. Es war die Zeit der Scirocco. Der heisse Wind der aus Afrika nach norden wehte und Sardinien und Korsika jedes Jahr und für einen halben Monat unaushaltbar machte. 24 Stunden lang heisse Temperaturen, Trocken, kein Entkommen, es sei denn man flüchtete aus der Insel. Das wollt ich nicht. Ich liebte Scirocco. Ich ernährte mich vom korsischen Rosewein, von Feigen die ich selber vom Baum pflückte, vom hervorragenden französischen Reblochon, Baguette, Pfirsische und Melonen.

Ich kam mir vor wie Robinson Crusue. An den Holzwänden der Hütte liefen kleine schwarze Eidechsen hoch und runter, das Wasser war meistens ruhig und tükisgrün, nur Abends hörte ich das rauschen des Meeres und das schlagen der Wellen an den Klippen und Steinhügeln. Ich schwam den ganzen Tag, schlief am Strand ein, machte Abends Feuer, betrank mich mit Wein und schlief abermals ein. Ich las John Fante, Guy de Maupassant, ich las Gedichte von Puschkin und Lermontow und began zu schreiben und zwar immer dann wenn ich endgültig besoffen war. Es klappte. Ich schrieb hemmungslos ohne mich zu korrigieren, ich schrieb und schrieb, und am nächsten Morgen las ich die Geschichten wieder und ich konnte es nicht glauben dass ich es war der das alles geschrieben hatte. Es war so als hätte jemand die ganze Nacht unter Fieber gestanden und pausenlos geschrieben. Immer wenn ich Sex brauchte fuhr ich per Anhalter nach Ajaccio, suchte mir irgendeinen gemütlichen Cafe am Hafen wo meines Erachtens schöne Frauen anwesend waren, ass Fisch, fing an zu trinken und nicht selten bekam ich was ich gesucht hatte. 5 Wochen meines Lebens hab ich in völliger Ruhe und Freiheit verbracht, eines abends als ich völlig besoffen schrieb, fing ich an über mich selbst zu lachen und mich selbst zu beschimpfen, so heftig dass mir die Tränen kamen. Einmal onanierte ich um 3 Uhr morgens, vor meiner kleinen Tür mit freiem Blick richtung Meer und fühlte mich prächtig danach. Der Scirocco blies unablässig, Tag und Nacht und manchmal war meine Matratze voller Sand, es gab Nächte in denen der heisse Wind durch die ritze der Holzhütte blies und pfiff, so dass es eine unheimliche Atmosphäre aufkam, meine Sinne schärften sich, ich blies die Kerzen aus und machte die Öllampe aus, legte mich hin. Ich konnte den Wein riechen weil die leeren Weinflaschen sich in der einen Ecke der Hütte angesammelt hatten...aber im Hintergrund hörte ich noch die Grillen und die Wellen und es beruhigte mich wieder...

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