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Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ein eiskalter und unbedeutender Herbstnachmittag

Es ist Grau und Dunkel und ein eisiger Wind weht mir ins Gesicht. Es ist 16 Uhr, die Türgriffe meines Wagens are eissig kalt und die Tür klemmt ein wenig wenn ich daran ziehe was immer ein Zeichen dafür ist dass wir minustemperaturen haben. Ein Tag an dem ich mir nichts sehnlicher Wünsche als unterwegs nach Hause beim Steh-Chinesen vorbeizuschauen, ein bisschen mit dem Chef, den kleinen höflichen Vietnamesen plaudern und beobachten wie er bei jedem zweiten Wort den Kopf leicht nach unten nickt und lächelt. Ich hab immer extrawünsche, möchte eine Kombination die er gar nicht auf der Karte hat und die erfüllt er mir immer sehr freundlich und verlangt kein Aufpreis.

Während ich auf mein essen warte und mir den Arsch abfriere, denke ich an dem Wein den ich in der Mittagspause geholt hatte und der jetzt mittlerweile eisig kalt seien musste nach so langer Zeit im Auto. Es ist ein Spätburgunder aus Rietburg in der Pfalz und der darf nicht gekühlt getrunken werden. Egal denk ich mir, ich werde ne andere Flasche öffenen die ich schon zuhause habe. Es ist verdammt kalt, wenn nur dieser Wind nicht wäre...

Eine hinkende Frau mit einer Krücke nähert sich dem Laden. Sie steht nun an der Theke und schaut sich die Menütafel an, ich rücke ein wenig zur Seite damit sie die volle Sicht hat, sie lächelt und bedankt sich. Sie ist mitte dreissig, hat schon ein paar feine Falten um den Augen die in der Regel erst richtig in Erscheinung treten wenn man lächelt und lacht. Wie absurd denk ich mir.

Sie ist blond, hat eine robuste und dunkelblaue Rollkragen Pulli an an dessen Ärmel eine kleine norwegische Flagge zu sehen ist. Die Norweger machen wohl mit die besten, chicsten und teuersten Winterklamotten...

Mein Essen ist fertig, die Frau bestellt ihr Essen nachdem ich mein Essen ausgehändigt bekomme. Ich zwinker dem Vietnamesen einfach nur mit einem Auge zu und er weiss dass es Tchüss heisst, er lacht und macht sich auf dem Weg um das Essen der Frau zuzubereiten. Ich sehe nur flüchtig wie sie versucht sich das Geld aus der Tasche herauszuholen. Es funktioniert nicht. Sie kann nicht gleichzeitig die Krücke an der Theke lehnen die dazu noch ständig rutscht, das Gleichgewicht halten, ihr Handschuh ausziehen und in die Tasche greifen. Ohne Warnung komm ich von hinten, nehme ihr die Krücke weg und greife mit der einen Arm unter ihrem Arm, sie lächelt und bedankt sich wieder während sie ihre Handschuhe auszieht.

Die Handschuhe sind aus und ich sehe Hände die nicht zum feinen Gesicht passen. Die hände sind kräftig und man sieht dass sie schon einiges durchgemacht haben. Ich frage sie danach ob sie handwerklich tätig ist, sie schaut mich ungläubig an und sagt ja, warum? Ich sage ach nichts, reine Neugier. Ich lasse sie lächelnd wieder los und verabschiede mich von ihr obwohl sie den Eindruck macht als ob sie gern gewusst hätte wie ich sie als Handwerkerin erkennen konnte...

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