Sowas wie "Leiden" gibt es nicht?!
Und bei den Bradley habe ich ganz flüchtig etwas gelesen was meine Aufmerksamkeit erweckte. Da habe ich mich konzentriert und habe einige Seiten zurückgeblättert und angefangen zu lesen. Es ging um die philosophische Erklärung des guten und des bösen und wie Leid philosophisch erklärt werden könnte.
Ich sage euch eine gequirlte Scheisse haben einige dieser meist gutbetuchten Philosophen von sich gegeben. Der gute Mr. Bradley der nie Leid ertragen musste war nämlich felsen fest davon überzeugt dass im grossen und ganzen so etwas wie leiden gar nicht gebe. Alle Konflikte und Ungleichheiten und das Böse generell, seien ein teil des Absolutum und würden es nur umso reicher machen. Sie würden alle einem höheren Guten dienen. So so..dachte ich mir... dann müssen leute wie Hitler der Welt und dem Absolutum sogar ein Dienst erwiesen haben, das Apartheid regime in Südafrika wohl genauso und all die Sklavenhändler der Geschichte, all die Kinderschänder der heutigen Zeit...sie alle machten und machen durch ihre Handlungen die Welt reicher und das Leben lebenswerter. So so dacht ich mir...
Ich meine das zeigt mir nur aus welchen Quellen sich die Menschheit über Jahrhunderte und Jahrtausende geistlich ernährt. Das sind quellen die selbst hätten erzogen und ausgebildet werden müssen. Typen wie Bradley sind hochanerkannte Philosophen. Kein Wunder dass dieser Welt so aussieht wie sie aussieht.
Ich hätte eine Frage an dem Herren Bradley. Ich sage es ist schon vorstellbar dass das Leid die Menschen erzieht, ihnen Mitgefühl und Mitleid lehrt. Aber was hat z.B ein an meningitis erkranktes unschuldiges Kind von meinem Mitleid ausser dass ich damit aus Ego heraus nur meinem eigenen Gewissen beruhigen würde? Dieses Kind wird sterben und qualen erleiden ohne das es jemals eine Schuld auf sich geladen hätte.
Was hat ein Krüppel auf der Strasse der sowieso schon vom Schicksal hart getroffen ist und betteln muss, von meinem Mitgefühl und Mitleid? Werden seine Beine wieder Grade?
Wie erklärt sich herr Bradley die Tatsache dass auf dieser Welt seitdem die Geschichte niedergeschrieben wurde, die schlechten Taten die Guten überwogen haben? Wieso ist das Böse augenscheinlich stärker als das Gute ich denke er wirkt nur in einem höheren Guten? Wieso ist er denn ausser Kontrolle geraten und so dominant geworden?
Wieso ist das bauen eines Hauses soviel schwieriger als das zerstören des selbigen? Wieso ist das aufziehen eines Kindes soviel schwieriger als das töten des Kindes? Wieso ist es so schwierig ein Kind Moral beizubringen, es in die richtigen Bahnen zu leiten während es ein Kinderspiel ist ein Kind zu einem bösen Menschen zu erziehen?
Wieso erkennen diese Idioten nicht dass das Böse von Natur aus stärker ist als das Gute und das das Gute stets eine grosse und teilweise unmenschliche Kraftanstrengung nötig hat um überhaupt zu überleben?
Zum Teufel mit Bradley dacht ich mir, schlug das Buch zu, machte das Licht aus und schlief.




