Histoires du Sud
Ich stieg aus, und spazierte richtung Stadtmitte. Sie ist in Bastia unweit des Hafens. Ich setzte mich auf der Terasse eines Cafes unter einer Palme und bestellte Cafe au lait. Es dauerte keine 30 Sekunden und schon merkte ich dass es keine kluge Entscheidung war. Ich nahm die Bestellung zurück und bestellte Martini auf Eis mit einer Scheibe Zitrone. Ich war angekommen und hatte nun den Drink vor mir der zu den Temperaturen passte. Es waren 40 Grad in Schatten und der Cirocco aus Afrika war grade dabei Korsikas Wälder niederzubrennen. Mittlerweile war ich von Martini auf Gin Limette umgestiegen und hatte insgesammt 5 Drinks drin. Es ging mir gut, das einzig Beklagenswerte war dass die Stadt völlig leer war. Die Korsen wussten wohl warum, nur ich nicht.
Ich schlug die Zeitung auf und sah eine Anzeige des Spiels zwischen SC Bastia und Paris saint Germain. Das wollte ich schon immer tun, ein Fussballspiel des Ligue 1 auf Korsika anzuschauen. Bastia war die einzige ersteklassige Mannschaft auf Korsika, die andere Mannschaft aus Ajaccio spielte in der zweiten französischen Liga.
Ich ging ins Stadion und feuerte Bastia an. Die Korsen können Hautpstadtteams nicht leiden. Generell sind die Korsen sehr misstrauische und ernst drein schauende Menschen. Bastia kam aber über ein 1-1 gegen Paris nicht hinaus und konnte froh sein nicht verloren zu haben. Ich wusste noch immer nich wo ich schlafen sollte. Genug Geld hatte ich bei mir und die Visa Karte war auch vorhanden, trotzdem hatte ich das Problem noch nicht gelöst. Es wurde langsam dunkel und ich unternahm den ersten ernsthafen Versuch eine Bleibe zu finden. Es gab eine Strasse sie war bekannt dass da immer Privatpersonen Zimmervergeben und zwar zu sehr günstigen Preisen. Ich ging zu der besagten Strasse und lief die Strasse entlang. Einige Köpfe schauten aus dem Fenser heraus und es dauerte nicht lange bis ich den ersten Angebot bekam. Ich nahm sofort an weil ich müde und besoffen war. Es war ein kleines Zimmer aber mir reichte es völlig. Ein Bett, Handtücher, Badetücher, Waschbecken und eine Toilette draussen. Es passte. Der Vermieter war ein 30 jähriger Halbkorse. Sein Vater war Engländer und er hatte wohl vor 30 Jahren eine Nummer mit einer hübschen Korsin geschoben und er war das Produkt dieser 20 Minütigen Vergnügung des Britischen Urlaubers. Er sprach perfekt Englisch. Das war mir Recht. Mein Französisch war gut, aber Englisch war mein Ding. Das konnte ich fast genauso gut wie Deutsch. Ich lud ihn ein auf mein Zimmer, ging runter zum Spirituosenladen und kaufte eine Flasche Gin. Als ich kam stand er da am Fenster und schaute Richtung Hafen. Mittlerweil war es Dunkel und die Stadt sah fantastisch aus. Das Zimmer war etwas höher gelegen und man hatte einen märchenhaften Blick auf Hafen und der Stadt. Ein leichter angenehmer Wind wehte mittlerweile und sorgte für Erfrischung. Ich setzte mich aufs Bett und er auf dem Stuhl. Ich goss uns beiden die Glässer halbvoll und entschuldigte mich dafür dass wir es halt pur trinken mussten. Cheers! Wir tranken und tranken und unsere Gespräche wurden immer heftiger und Hemmungsloser. Irgendwann sagte ich ihm dass ich die Briten nie gemocht habe und dachte mir nichts dabei.
"I am a brit!"
"I couldnt care less. Another one?" und goss weitere zwei Gläser voll mit Gin.
"Hey motherfucker, i said i am a brit. You are not gonna badmouth the brits once again or i will rip your ass off, right now, right here"
Die Sache wurde scheinbar ernst. Mit sowas hatte ich immer pech. Ich spendierte Alkohol, und war ehrlich und nun hatte ich mitten in Korsika in meinem Zimmer einen Typen da gegenüber mir sitzen der zufälligerweise eher ein Brite war als ein Korse und sich nichts daraus machte dass der verdammte britische Vater ihn und seine Mutter in den Arsch getreten und verlassen hatte.
Es war aber irreversibel. Ich mochte die Briten nunmal nicht und ich war Holzköpfig genug um die Herrausforderung anzunehmen.
"Hey bro, you can be whatever you want but you certainly wont change my mind about those fucked up brits. So either you accept this Statement as it is, or you get the fuck out of my eyes. As simple as this" Und schon bekam ich den rechten Hacken aufs Kinn geschlagen der Mächtig war und mich völlig aus dem Rythmus brachte.
Ich trat gegen dem Tisch und traf ihn am Knie. Das war das einzige was ich erstmal machen konnte. Sein Schlag war hart genug um mich für paar Sekunden durcheinander zu bringen. Aber ich fasste mich wieder, kam hoch und lief auf ihn zu. packte ihn mit der linken hand am T-Shirt und fing an einige kurze Rechte anzubringen. Er war unbeeindruckt, duckte sich ein bischen, packte mich an der Hüfte und schob mich vor sich hin bis zum Waschbecken. Er war Bärenstark und ich konnte nichts gegen ihn tun obwohl ich selber auch Stark war. Während er mich durchs ganze Zimmer schob, schlug ich dauernd linke Hacken und rechte Uppercuts. Einer dieser Schläge brach ihm das Jochbein aber der Kerl liess nichts anmerken und knallte mich mit voller wucht gegen das Waschbecken und drücke mein Kopf nach hinten so das auch der Spiegel in die brüche ging. Nun fing er auch noch an mit Fäusten zu arbeiten. Er schlug hard. Ich versuchte mitzumachen, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ohne verteidigung. Gradeaus, immer drauf los, ich mit Rechts er mit Links (er war linkshänder) und alles Treffer, mittlerweile merkte ich garnicht mehr was ich tat, ich schlug nur noch zu nur um nicht kleinbei zu geben und merkte wie die heisse Suppe mir übers Gesicht lief sah gleichzeitig aber dass auch mein Gegner blutig wurde. Ich war noch am Schlagen als aufeinmal alle Lichter aus gingen.
Ich stand auf, es war Hell und Sonnig, alles ganz Beschaulich, der Hafen, die Seevögel... und keiner war mehr da. Mir tat alles weh, das Zimmer voller Blut und die halbleere Ginflasche stand noch auf dem Tisch. Er hatte wohl mitten in dem bestialischen Schlagabtausch einen lucky punch gelandet und mich ausgeknockt. Er hatte zumindest soviel klasse dass er dann von mir liess und einfach ging ohne auf meine Leiche weiter zu trampeln.
Der Urlaub auf Korsika hatte gut angefangen. Ich wusch meine Wunden, zog mir ein neues T-Shirt an und goss mir ein glass Gin ein. Es war mittlerweile 10 Uhr morgens.
17.3.06 01:35
Histoires du sud (2)


