Pinot Noir und Lermontow
Michail Lermontow ist einer meiner Favoriten wenn nicht der absolute Favorit. Seine Gedichte haben mich immer fasziniert. In seinen Gedichten konnte ich vielleicht das finden was ich bei vielen anderen nicht fand: Mit den Worten spielen aber einfach bleiben. Ich habe die russische Seele immer sehr gut verstehen können, die Melancholie, die väterlich moralischen und absolut Vernünftigen Phrasen Tolstois, die Intelligenz Dostojewski, die Bodenständigkeit Turgeniews haben mich jahrelang geprägt. Sie haben meine Jugend begleitet, ihre Gedanken haben mich geformt aber die Gedichte Lermontows taten mir immer gut weil sie so real und so wahr waren. Sie imponieren mir bis heute und ununterbrochen. In dem Gedicht "Das Segel" spricht er über eine Art von Glück das nur durch Kampf zu erreichen ist. Wir kämpfen weil bestimmte Kämpfe durchaus sehr Reizvoll sind. Das kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen vollständig bestätigen. Hart zu kämfpen, etwas zu erreichen wieder runter zu kommen um sich auszuruhen... da steckt Erotik drin.
Ich war grade dabei mir einige Lieder -vor allem das 4te, 8te und 9te- aus dem letzten Album des Griechen Yorgos Kazantzis anzuhören.
DAS SEGEL
Wo Meer und Himmel sich vereinen,
Erglänzt ein Segel, weiß und weit -
Was trieb es aus dem Land der Seinen?
Was sucht es in der Einsamkeit?
Es pfeift der Wind. Die Wellen drohen.
Es knarrt der Mast. Das Segel schwebt
Nicht vor dem Glück ist es geflohen.
Es ist nicht Glück, wonach es strebt.
Strahlt auch in Gold der Himmelsbogen,
Und glänzt auch noch so blau das Meer -
Das Segel lechzt nach Sturm und Wogen,
Als ob in Stürmen Ruhe wär.



... ist der direkte Weg zur Gelassenheit, das wahre Leben beginnt jenseits der Verzweiflung.
Nous sommes embarqué!