Genua, Firenze, Massaciuccoli

Ich kam grade aus Korsika zurück. In der Nacht als wir im Hafen von Genua ankamen gab es ein heftiges Unwetter worüber wir allerdings vorher schon unterrichtet wurden. Regen, Hagel, Wind und Kälte. Eisige Kälte was für mich in der Jahreszeit und in Italien schon verwunderlich war. Ich vergass aber dabei dass es sich hier mit Genau um eine norditalienische Hafenstadt mit einem in Italien bekannten und aussergewöhnlichen Klima, handelte. Ein Klima das sich sehr oft weigerte an den Jahreszeiten zu halten.
Ich beneidete die die mit ihren Wagen unterwegs waren und einer nach dem anderen mit dem Auto aus dem Schiff rausfuhren. Ich und einige andere aber mussten auf Busse warten die uns nach Deutschland bringen sollten. Sie kamen nicht und wir mussten im Hafen und in der Kälte auf sie warten. Ich hatte wie viele andere auch eine Decke womit ich mich umhüllen konnte.
Als der Bus mit dem völlig entnervten Busfahrer endlich ankam und auf noch entnervtere Passagiere traf die die ganze Nacht auf ihn gewartet hatten, wurde es mir zuviel. Ich musste entweder den frechen Busfahrer todschlagen oder ich musste das ganze ignorieren und drüber stehen. Ich entschied mich für die zweite Option und fuhr garnicht erst mit zurück nach Deutschland. Geld hatte ich genug und das Wetter am Morgen war so als ob es in Genua niemals einen Sturm gegeben hätte.
Ich ging in die Wohngebiete um den Hafen herum und genoss die Aussergewöhnlichkeit dieser Hafenstadt. Die Wohngebiete Genuas fangen direkt am Hafen an. Der Hafen ist ungewöhnlicher Weise umrandet von Hügeln und Bergen die vollständig besiedelt sind. Wenn man sich Nachts mit dem Schiff dem Hafen von Genua nähert dann bekommt man einen atemberaubenden Blick geboten. Man meint das Schiff würde bald gegen die Häuser krachen. Die Hügel sind wie ein Lichtermeer das den Hafen umzingelt.
Ich frühstückte ganz gemütlich in einem Cafe und fragte die Bedienung nach Möglichkeiten um nach Toskana zu kommen. Nach Firenze. Ich versuchte es mit einer Mischung von Französisch und Italienisch. Sie verstand mich aber sie antwortete auf englisch was mich verwunderte. Der Kaffee war exzellent. Irgendwas an mir schrie nach Toskana. Dort war ich -ausser die paar Stunden die ich ein paar mal in dem Hafen von Livorno verbrachte um auf die Fähre nach Korsika zu warten- schon seit Jahren nicht mehr. Ich erinnerte mich an dem kleinen herrlichen Lagunengebiet von Massaciuccoli in Toskana. Ich erinnerte mich an der alten 70 jährigen Frau Maria die unserer Klasse damals ihr herrliches Haus für 2 Wochen vermietete. Ich war damals der einzige schwarzhaarige in der Klasse und die alte halbblinde Maria liebte mich und sprach auf italienisch auf mich ein und wollte nicht glauben dass ich das alles nicht verstehen konnte. Bis zum schluss war sie felsenfest davon überzeugt dass ich ein Italiener bin.
Ich kam wieder zu mir, bezahlte den Frühstück und wusste nun wo ich mir einen Ticket richtung Toskana, Firenze und Massaciuccoli holen konnte.
Teil 2
Teil 3



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