Der deutsche Spätburgunder

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Assmannshäuser Höllenberg

Ist mit der beste der Welt. Zumindest kenne ich einige deutsche Winzer die Weltklasse und elegante Spätburgunder hinkriegen und denen man nichts vormachen kann. Für mich ist der Rudolf Fürst die nummer eins im deutschen Lande. Auf einem schönen Fleckchen an der Badisch-Fränkischen Grenze zaubert der Mann weltklasse Weine in die Flasche. Der Mann gibt sich sehr viel mühe und ist mit Herz und Seele Winzer, einer der auf dem berühmten Schloss Johannisberg in Rheingau gelernt hat. Eine sehr gute Schule. Sein berühmter 03er Jahrgang ist Phänomenal. Eine Extraklasse.

Meiner Meinung nach steht der Spätburgunder des Assmannshäuser Höllenberg im Rheingau dem Fürst in fast keiner Hinsicht nach. In dem Kloster Eberbach in Assmannshausen, an den steilen Hängen am Rhein, umgeben von einer herrlichen Gegend und bei optimalen Bedingungen gedeihen superelegante und ausdruckskräftige Spätburgunder.

Dann möchte ich noch drei andere Winzer erwähnen die nicht so bekannt sind aber verdammt gute Weine machen können.

In Rheinhessen gedeiht meiner Meinung nach nicht der beste deutsche Spätburgunder obwohl sich die alten Winzer sehr viel mühe geben um aufzuholen. Lange Zeit waren selbst die als trocken verkauften Weine ziemlich lieblich gewesen. Ingelheimer Spätburgunder jedoch scheinen die Ausnahme darzustellen. In Zeiten wo die Winzer dort hektar weise umkultivieren und anstatt von Spätburgunder immer mehr Dornfelder anbauen, stellt der Winzer Werner Menk eine Ausnahme dar. Dieser Mann und seine junge Familie haben es geschafft den schlechten Ruf der Rheinhessischen Spätburgunder wieder etwas aufzupolieren. Seine Weine sind sehr rund und warm ohne ins Süsse zu gehen.

Als ich mal in Rheingau lebte, durfte ich den Udo Ott kennenlernen der in der westlichsten Stadtteil Wiesbadens am Tor Rheingaus so herrlich ausgewogene Spätburgunder für verhältnismässig wenig Geld anbot. In dem selben kleinen Ort ist das Weinhaus Klepper wo man deftig essen und einen sehr angenehmen und gehaltvollen 2002er Spätburgunder trinken kann. Diese Weine sind auch von der Gesamtqualität her auch nicht zu unterschätzen da sie mit den deutschen Weinsiegel als zeichen der hervorragenden Qualität versehen werden und ein ums andere mal den bronzenen und silbernen Preismünze des landes Hessen gewonnen haben. Selbst heute wo ich nicht mehr im Rheingau wohne lasse ich mir von einem Freund der noch dort lebt seinen 2002er Spätburgunder nach Saarbrücken schicken.

ElsaLaska - 10. Feb, 00:49

Jetzt sind die Hunde weg :(

Im Kloster Eberbach war ich auch schon.
Ich bin aber keine Spätburgundertrinkerin. Ist einfach nicht mein Fall.
Wenn es geht, trinke ich Dornfelder in Deutschland, sagen wir besser, in der Pfalz (doch, der ist trinkbar mittlerweile :) ), und in Italien Rosso Conero oder Rosso Piceno.
Salute!

Chinaski - 10. Feb, 01:01

Ja der Dornfelder ist im kommen weil er als Rebsorte für die Winzer pflegeleichter und kostengünstiger ist. Mittlerweile gibt es hervorragende Spätburgunder-Dornfelder Mischweine. Der Reh Kendermann in Bingen hat einen solchen Mischwein der wirklich klasse ist und kaum was kostet. Dornfelder trink ich nicht unbedingt gern aber wenn er mit Spätburgunder veredelt wird kann er wirklich trinkbar werden. Und ja die Pfälzer Weine sind sehr geniessbar, die Rheinhessen jedoch haben grosse Probleme mit Spätburgunder. Italienische Weine bekommen mir nicht, die Rebsorten treffen nicht meinen Geschmack. Ok die Edelsorte Nebbiollo ist schon eine feine Sache aber ich komme mit der Sangiovese nicht zurecht und der Chianti ist nunmal eine Mischung von Nebbiollo und Sangiovese. Der einzige Wein den ich trinken könnte wäre also der Barollo der rein aus Nebbiollo Trauben besteht aber verdammt teuer ist und für den Preis finde ich hervorragende Spätburgunder.
ElsaLaska - 10. Feb, 01:09

Kennst du Acolon?

Da ist aber auch kein Spätburgunder drin :(
Eine Kreuzung aus Lemberger und Dornfelder, wird in Württemberg angebaut.
Das gibt dem Dornfelder nochmal so eine feinere Note. Lemberger alleine mag ich nicht so. Diesen Cuvee mit Dornfelder und Spätburgunder kann ich mir sehr gut vorstellen. Alleine ist der Dornfelder doch recht mächtig, aber ich hab in dem Fall, also bei Wein, nun mal gerne die satte Farbe im Glas.
Vom Kloster Eberbach hab ich mir einen Riesling mitgebracht, aber mir schmecken die Pfälzer Weine einfach am besten, wenn ich hier bin. Wenn du lange in der Rheingau/Rheinhessen-Gegend gewohnt hast, dann hast du natürlich da deine Vorlieben. Ich glaube, das spielt immer eine große Rolle, dass man auch die Gegend gut kennt und die "Erde" von dort quasi mittrinkt :)

Ps: Nebbiolo etc. das sind natürlich die berühmten Trauben/Weine, die man kennt. Dabei gibt es in Italien soviel mehr zu entdecken, als die bekannten Namen. Aber, wie ich oben schon schrieb, den Rosso Conero trinke ich nicht nur, weil er mir schmeckt, sondern weil ich den Monte Conero, also die Gegend da sehr liebe.
Bin auch neulich ganz melancholisch geworden bei deinem Italien-Bild, obwohl das aus einer ganz anderen Gegend stammt.

Chinaski - 10. Feb, 01:18

http://www.reh-kendermann.de/ klick auf unsere Weine und dann schau oben nach Weinhöfer und dort findest du einen hervorragenden abgerundeten Spätburgunder-Dornfelder. Der Wein ist tiefrot wobei der Spätburgunder den Dornfelder schön gezähmt hat.

Pfälzer Wein ist klasse. Sie sind kräftiger als die Rheingauer während die Rheingauer eleganter und ausdrucksstärker sind. Ich hab eine Zeitlang in Landau gelebt und habe dort die pfälzischen Burgunder schätzen gelernt. Das darf ich vielleicht nicht laut sagen aber der französische Burgunder gefällt mir nicht so gut wie der Deutsche! Ich trink den deutschen am liebsten und auch den österreichischen Burgenländer find ich klasse. Würtemberger weine sind mir zu wild, da wird auch viel Lemberger und Trollinger angebaut und da fehlt mir die klasse und eleganz.
ElsaLaska - 10. Feb, 01:26

Ja, wer bin ich, dass ich dir da widersprechen könnte in deinem leidenschaftlichen Plädoyer für Pfälzer und überhaupt deutsche Weine :)
Landau, na so was ...
Französische Weine waren so eine Phase bei mir, eine zeitlang dachte ich, huch, Bordeaux, das ist jetzt das Nonplusultra, aber sie haben mich, wie soll ich sagen, etwas ermüdet, und zwar nicht nur körperlich*gg*.
Den von Reh-Kendermann hol ich mir.
Dann machen wir eine Parallel-Live-Blogverkostung, wie wärs? :)))
Chinaski - 10. Feb, 01:32

haha bin dabei. Ohne wenn und aber :)
ElsaLaska - 10. Feb, 01:37

Super!

Auch wenn in deiner Leseliste Bulgakov fehlt :)
Wieso eigentlich?
Chinaski - 10. Feb, 01:45

Dafür habe ich keinen besonderen Grund. Vielleicht hat er mir zu sehr mit der Phantasie gespielt. Ich mag z.B keine Romane in denen Hunde mit Menschen reden können auch wenn der Hintergrund ein ziemlich realer ist. Er hat vieles unterschwellig angedeutet. Das ist nicht typisch russisch. Grosse Russen wie Dostojewski haben die Dinge gradeaus angesprochen und das spricht mich eher an.
ElsaLaska - 10. Feb, 02:01

Hm, ja, dachte ich mir schon, dass dir das nicht realistisch genug ist, wenn man so die anderen Autoren sieht, da passt er nicht in die Reihe, die Antwort hätte ich mir auch selbst geben können, das wär aber nur halb so interessant gewesen ...
Nur ein Einwand noch, Dostojewski musste ja auch nicht das System bekämpfen, Bulgakov dagegen lavieren, er war auch lange verboten. Meister und Margarita ist aber tatsächlich eines der wenigen Bücher, bei dem ich am Schluss geweint habe. Aber es würde dir wahrscheinlich nicht gefallen, es ist schon sehr ... überkandidelt. Dabei aber wundervoll systemkritisch in all seiner Verrücktheit und ja, es kommt auch ein sprechender Kater drin vor, also, vielleicht nicht so dein Ding, seh ich ein.
Ich mag die russischen Klassiker auch sehr gerne, ich hab Slawistik studiert.
Zwischen Tolstoi und Dostojewski könnte ich mich gar nicht entscheiden.
Gorki wiederum ist mir zu "hart", nur Knochen, kaum Fleisch, sozusagen.
Chinaski - 10. Feb, 02:10

Nee ich kann jeden verstehen der Bulgakov gerne liest. Ich hab ihn auch gelesen. Aber für meinen Geschmack gibt es halt einige andere die noch vor ihm rangieren. Nun ein Einwand sozusagen als Korrektur deines Einwands: Bulgakov hat ja nicht das System aktiv bekämpft und schon gar nicht war es so dass er es bekämpfen MUSSTE. Er hat eigentlich immer eine sehr indirekte Art gehabt Dinge zu kritisieren. Dostojewski hingegen wurde wegen angeblicher sozialistischer Gesinnung zum Tode veruteilt und nur in letzter Sekunde begnadigt und für 4 Jahre ins Zuchthaus nach Sibirien geschickt. Ich denke Dostojewski spielt ganz einfach in einer ganz anderen Liga als Bulgakov. In einer viel höheren Klasse und zwar in jäglicher Hinsicht.
ElsaLaska - 10. Feb, 02:32

Brrr. Ja. Du hast Recht.

Aber man kann es trotzdem nicht so vergleichen. Jeder lebte halt in seiner Zeit. Ich weiß wirklich nicht, welches das unmenschlichere System war, das zaristische oder das sowjetische Russland. Das ist wie zwischen Skylla und Charybdis wählen.
Vor Dostojewski habe ich Ehrfurcht (das ist ein bisschen wie die Bibel aufschlagen), bei Bulgakovs Meister und Margarita lache und weine ich zugleich.
Ich lache und weine gerne, aber natürlich genieße ich auch diese kristallene, funkelnde Erhabenheit von Dostojewski.
Es heißt übrigens im Original nicht Schuld und Sühne, sondern Verbrechen und Strafe, was ich einen immensen Unterschied finde. (Eigentlich sogar wortwörtlich übersetzt statt Verbrechen: Übertretung).
*schönes Gespräch. Vom deutschen Spätburgunder zur russischen Literatur :)))*
Chinaski - 10. Feb, 02:38

Die älteren Übersetzungen waren bei weitem nicht so akkurat wie die von Swetlana Geier die für Fischerverlag übersetzt. Diese Frau hat die Stimme Dostojewskis den Klang verliehen den er in wirklichkeit auch hatte. Deshalb auch die korrekte übersetzung "Verbrechen und Strafe" anstelle der altbekannten "Schuld und Sühne".

PS: Stell dir diese Unterhaltung in einem warmen Sommerabend auf der Terasse des Hotel Krone in Assmannshausen mit Blick auf den Rhein, bei einer schönen Flasche Spätburgunder vor ;)
ElsaLaska - 10. Feb, 02:54

du sorgst ja schon auch so für die richtige stimmung;)

jetzt passt das bild und diana krall singt auch ganz relaxt im hintergrund.
aber glaubst du, dass ein gespräch in real sich so entwickeln könnte, wie ein virtuelles? obwohl. warum nicht.
die besten gespräche hatte ich damals, als ich noch viel in der su und dem ostblock unterwegs war. oft kannte ich die leute gar nicht richtig, da stellten wir eine flasche wodka zwischen uns und es endete damit, dass sie morgens um fünf Jessenin rezitierten. Das hätte dir bestimmt gefallen. Das mit Jessenin war in einer weißen Nacht, im Juni in Leningrad, wenn die Sonne um Mitternacht nur knapp hinter den Horizont abtaucht und es gar nicht richtig dunkel wird, sondern nur so dämmert. Niemand kann schlafen.
So ähnlich wie heut'*grins*
Chinaski - 10. Feb, 03:05

Wenn man sich ausdrücken und wirkung erzielen kann, dann wird so ein Gespräch auch virtuell sehr interessant werden. Jedoch weiss ich aus Erfahrung dass ich von angesicht zu angesicht viel mehr rüberbringen kann als ich es virtuell tue.

Irgendwie kann ich heute nicht schlafen obwohl ich vor ein paar Stunden hart trainiert und auch schon eine halbe Flasche Spätburgunder intus habe!
ElsaLaska - 10. Feb, 03:17

also da hab ich vorsprung.

natürlich nur was das trainieren angeht. *hüstel*
nein, ich hatte heute einen schlechten tag im training. ich war immer sofort außer puste, hab kaum was geschafft und war so fertig, dass ich hinterher nichtmal mehr sauna machen konnte. einfach ein schlechter tag. allerdings mit einem ausgesprochen netten ende, wie ich finde:)
Chinaski - 10. Feb, 03:20

Find ich auch. Jetzt aber gehe ich ins Bett und lese etwas bis mir die Augen müde werden. Dir wünsch ich einen tiefen Schlaf und ein schönes und hübsches Wochenende. Ich denke wir werden uns weiter lesen ;)
ElsaLaska - 10. Feb, 03:34

späthelle träume und burgunderfarbenen schlaf wünsch ich dir .
und danke.
darkrond - 10. Feb, 01:18

moin chinaski, dein problem mit den italienischen weinen teile ich. und wenn hier schon schöne tips rumgehen: die walchers in neustadt an der weinstraße haben einen ganz erstaunlich gelungenen saint laurent hinbekommen.

Chinaski - 10. Feb, 01:29

Schön! Ich liebe diese kleinen Gasthöfe wo du gut und deftig essen und guten kräftigen Wein trinken kannst. Davon gibt es sowohl in der Pfalz als auch im Rheingau haufenweise. Die Walchers werde ich mir merken. Ich habs nicht weit bis in die Pfalz.
darkrond - 10. Feb, 01:35

wenn du hinfährst, sag mir doch bitte bescheid. ich komm dann von der anderen richtung. :)
Chinaski - 10. Feb, 01:40

Das würde ich liebend gern machen. Für einen gemütlichen Abend mit gutem Wein und Essen in der Pfalz oder in Rheingau bin ich immer zu haben :)
blue_ocean - 10. Feb, 15:37

Würdest du mit mir zu Udo Ott, um dort deftig zu essen und einen ausgewogenen Spätburgunder zu trinken? *rot werd*

Chinaski - 10. Feb, 15:45

Wenn ich mal die Zeit finde wieder dorthin zu fahren können wir darüber reden
blue_ocean - 10. Feb, 15:54

Vielleicht in 5 Jahren, wenn du selber gut ausgereift bist? *frech werd*

Chinaski - 10. Feb, 16:01

lol Ja vielleicht
blue_ocean - 10. Feb, 16:05

aber bis dahin bist du vielleicht gar nicht mehr so interessant..

Chinaski - 10. Feb, 16:12

Du musst dich schon entscheiden: entweder für den jüngen energischen, interessanten, frischen, mit ecken und kanten, oder für den etwas gereifteren, abgerundeteren, und womöglich eleganteren.

Jetzt mal im ernst: Interessant wird man nicht mit dem Alter. Ich kenne soviele strohdumme alte Leute die es versäumt haben in ihrer Jugend was für den Geist zu machen. Durch altern allein wird man nicht weiser und schon gar nicht interessanter. Grade die Jugend ist die wichtigste Zeit um für den Alter auch geistig vorzusorgen.
blue_ocean - 10. Feb, 16:22

Das weiss ich doch alles..
Ich entscheide mich für beide, geht das?

Chinaski - 10. Feb, 16:25

Bist ziemlich zäh mädel. Das gefällt mir
blue_ocean - 10. Feb, 16:27

Wetten Du hast gar nicht verstanden, was ich damit meinte?
Du bist ziemlich facettenreich, ein sehr interessanter Mensch, kein Langweiler, das gefällt mir an dir

Chinaski - 10. Feb, 16:33

Wir behandeln hier keine Atomphysik. Ich denke wir beide verstehen uns soweit ohne probleme.
blue_ocean - 10. Feb, 16:35

Sir! Ja Sir!

ps: Das Bild ist so schön (Gilan)

Chinaski - 10. Feb, 16:38

haha...irgendwie bist du gut, ich mag deine Loyalität. Nee jetzt ehrlich ich glaube hier würde was fehlen wenn du nicht bei mir kommentieren würdest. Das mein ich ehrlich
blue_ocean - 10. Feb, 16:40

Gut?
Was heisst gut, bitte um eine ausführliche Erklärung!

ps: ich dachte ich würde dich mit meiner Anwesenheit nerven . Jetzt hast Du mir den Spaß genommen

Chinaski - 10. Feb, 16:42

Hab irgendwie keine Lust grossartig was zu erklären. Ist das ok?

zu PS: Ich will dir den Spassfaktor wieder beleben also: Du nervst mich. Ich hoffe jetzt ist wieder alles im Lot
blue_ocean - 10. Feb, 16:43

Aber natürlich..
(hatte nichts anderes erwartet)


Eines muss ich dir sagen, du kannst von der einen Minute zur nächsten total anders sein

Chinaski - 10. Feb, 16:56

Und was lässt dich daran glauben dass es tatsächlich so ist?
Iggy - 10. Feb, 17:19

ich trinke gerne wein, aber nicht oft,

vielleicht weil es hier schwer ist, gute weine zu bekommen.
eigentlich bin ich von der lage her ein biertyp, klar doch, weil in meiner gegend keine trauben wachsen sondern nur hopfen oder so.
ich bin auch fürchterlich neidisch auf gewisse weinhäuser, wo man nebenbei auch gut essen kann.
es gibt halt so eine grenze in deutschland, die da heißt:
wein oder nicht wein, das ist hier die frage...

Chinaski - 10. Feb, 17:29

Schau es gibt irgendwo am Rheingau eine Stelle wo der Rhein seine Nord-Süd Ausrichtung verliert und in Ost-West Richtung fliesst. Diese besondere Lage ermöglicht klimatisch gesehen hervorragende Bedingungen für den Wein. Nach dem ich über Jahre in Bremen und Berlin gelebt habe, könnte und wollte ich heute nicht mehr nördlich des Rheins hinziehen. Die Gemütlichkeit und das bessere Wetter hats mir hier angetan und mittlerweile leb ich auch schon seit fast 15 Jahren in wirklich schönen Gegenden wie in Rheingau, Pfalz oder eben in Saarbrücken. Schon die alten Römer sagten: Wo Wein gedeiht können die Menschen nicht schlecht sein.
iggy (anonym) - 10. Feb, 20:06

beneidenswert!

leider kann ich es mir nicht mehr aussuchen, wo ich leben möchte. wenn ich's könnte, würde ich mit sicherheit mehr südlich und mehr ländlich wohnen.
aber so ist es auch gut. bin mittlerweile zum bierexperten geworden. two beer or not two beer... bin albern heute. ;-)
blue_ocean - 11. Feb, 13:09

Eine neue Farbe? gefällt mir viel besser, als die vorige :)
Jetzt fehlt nur noch ein GB, wo man solche Kommentare reinschreiben kann *grins*

ElsaLaska - 11. Feb, 15:22

Hank,

kaum dass ich es vermutet hätte, gewusst hab ich es eh nie, und hätte es auch gar nicht geglaubt, dass Iran so ein wunderschönes Land ist!

Hab einen schönen Sonntag.
*schlägt den Kragen hoch und geht mit Rasul in den Siff raus*

Chinaski - 11. Feb, 15:41

Elsa dieses Land ist so verdammt schön. Das sage ich nicht weil ich ein Perser bin, dazu wär ich viel zu ehrlich und fair. Das sage ich weil ich es weiss. Du kannst in dem Land gleichzeitig Jetski und ski fahren, in die Wüste gehen, in den Bergen wandern, lagoonen besichtigen oder in dichten regnerischen Wäldern ein Spaziergang machen. Es gibt gleichzeiting städte die im Norden Temperaturen von -20 und im Süden +45 aufweisen. Ich kenne kein ähnlich grosses Land das ähnlich vielfältig ist.

Übrigens wo wir hier schon mal über Wein diskutierten: Die Edelrebsorte "Shiraz" ist eine 2000 jahre alte iranische Traube die mittlerweile in Australien, Südafrika, Südamerika und Frankreich angebaut und meistens mit Cabernet vermischt und als Shiraz Cabernet verkauft wird. Das wissen die wenigsten, die meisten denken Shiraz wäre eine französische Traube.

Dir auch einen schönen Sonntag
blue_ocean - 11. Feb, 16:33

Ja, ein schönes Land ist es und doch manchmal so fremd, an Tagen wie diesen z.B...

Chinaski - 11. Feb, 18:03

Was ist mit dem heutigen Tag?
blue_ocean - 11. Feb, 18:42

Tag der islamischen Revolution (22 Bahman).
Hast du es im Fernsehen nicht verfolgt, die große alljährliche Demo in Teheran? Wenn ich diese Bilder sehe, ist mir mein Land plötzlich sehr fremd..

Chinaski - 11. Feb, 19:39

Und was haben diese Idioten mit der Natur des Landes zutun?
ElsaLaska - 11. Feb, 19:55

Sie haben insofern was damit zu tun,

dass Leute wie ich, wenn sie "Iran" hören, erstmal stöhnen und an jede Menge Idioten und irgendwas Finstres denken, statt an wunderbare Natur und die Shiraz-Traube (das wusste ich übrigens und hab es mir mal gemerkt, weil Shiraz so ein schöner Name ist). Naja, mit dem Shiraz in Iran ist es ja wohl auch vorbei. Ein Jammer.
Ich seh absolut ein, dass du keine Lust auf Religion hast. Die hätte ich, wenn ich hier so nachlese, wie du aufgewachsen bist, wirklich auch nicht.
Chinaski - 11. Feb, 20:13

Meine Kindheit hat wenig um nicht zu sagen gar nichts mit meiner Entscheidung mich von der Religion fernzuhalten zutun. Wenn dem so seien sollte müsste der Iran gänzlich agnostisch und atheistisch eingestellt sein weil ich nicht der einzige war der schwierige Zeiten durchzustehen hatte. Bei mir ist der Hang nach Fakten und Wahrheiten sehr ausgeprägt. Ich glaube einfach keiner Religion nur weil vor 2000 Jahren irgendeiner sich als gottgesandter ausgab oder ahnungslose Menschen ihn dazu kürten. Ich nenne kein Buch heilig oder göttlich wenn mir keiner logisch beweisen kann dass es diesen Gott überhaupt gibt. Ich habe sowohl Koran als auch die Bibel gelesen und finde dass z.B Dostojewski um längen intelligenter und weiser war als Jesus und Mohammad zusammen.
ElsaLaska - 11. Feb, 20:34

Dir ist aber schon bewusst,

dass Dostojewski radikaler Christ war?

Versteh mich nicht falsch, ich diskutier nicht über persönliche Einstellungen dazu -was jeder glaubt oder nicht glaubt ist bei mir Privatsache und ich habe damit, wie schon gesagt, überhaupt kein Problem. Nur wundert es mich ein bisschen, dass du jetzt gerade Dostojewskij anführst in diesem Zusammenhang.
Chinaski - 11. Feb, 21:19

Das ist ganz einfach zu erklären Elsa. Ich erachte dich bislang auch als einen sehr angenehmen und intelligenten Menschen und du bist höchstwahrscheinlich gläubige Christin. Ich sehe die Sache so: Du wärst mir genauso angenehm wenn du haide oder ungläubig wärst. Deine Intelligenz hängt nicht von der glaube ab. So wars auch mit Dostojewski. Wenn wir schon dabei sind, darf ich auch anmerken dass Dostojewski nicht von anfang an ein gläubiger Christ war. Erst nach dem er ins Zuchthaus musste wurde er zum gläubigen Christen. War er davor dümmer als danach? Wurde er danach gleich intelligenter nur weil er jetzt was gott und christentum betraf einige Dinge anders sah? Wohl kaum.

Also Dostojewski war schon das richtige Beispiel. Er war weder Gott noch gottes Sohn noch ein heiliger Geist und schon gar nicht der letzte gesandte Allahs. Trotzdem war er intelligenter und seine Bücher sind logischer und brauchbarer als Koran und Bibel zusammen. Auch Tolstoi, der für mich ein grosser Mann war, war ein noch rigoroserer Christ aber auch er -und das gab er selber zu- fing an gläubig zu werden weil er auf einige Dinge keine Antwort wusste. Er war -nebenbei bemerkt- ein guter Mathematiker und hat ein versuch gestartet einige essentielle Dinge des Lebens durch mathematische Rechnungen zu erklären und scheiterte. Ab dem Zeitpunkt hat er sich der lehre Christi gewidmet. Was sagt mir das? Das sagt mir lediglich dass die meisten Menschen aus, Unsicherheit, Unwissenheit und Angst den Weg zu Gott und Religion finden. Die Unwissenheit darüber wie die Dinge nach dem Tod weitergehen werden und wie die Dinge ins Leben gerufen wurden, stellen leider den Nährboden der Idee von Gott und Religion. Annahmen befriedigen mich nicht also spielt das Gerede um und der Glaube an Gott und Religion in meinem Leben absolut keine Rolle. Für mich gilt nach wie vor: Der Mensch kreiert Götter und Religionen und nicht andersrum.
ElsaLaska - 11. Feb, 22:07

Unwissenheit ist die Wurzel aller Übel

sagen wiederum die buddhistischen Meister;).
Ich weiß nicht mal genau, ob ich gläubig bin, aber ich finde die verschiedenen Vorstellungen, die die Menschen sich von Gott gemacht haben, schon sehr faszinierend. Die Verschiedenartigkeit der Ansätze, die doch eigentlich immer auf das Gleiche hinaus laufen. Überwinde dein Ego, übe Demut, Nächstenliebe, sei wohltätig, kümmere dich um die Schutzlosen und Ausgestossenen etc. etc. Das sind ja auch ethische Regeln (die du auch als Atheist voll unterschreiben kannst, denk ich mal).
Was daraus gemacht wird, was Menschen im Namen von Institutionen oder organisierter Religion daraus machen, ist eine andere Seite der Medaille, das wissen wir ja beide. Und Dostojewskij war es auch glasklar.

Du schreibst, du akzeptierst keine Annahmen. Und was die letzten Dinge betrifft, sind wir unbestritten auf einer Ebene, wo wir empirisch gar nix belegen können. Es ist ja noch niemand zurückgekommen. (Sieht man mal von diesen Leuten ab, die Nahtoderfahrungen hatten, da kann man aber einwenden, das Hirn lebte noch einen Moment und hat deshalb Eindrücke halluziniert wie Licht am Ende des Tunnels und diese Sachen).
Was aber ist eigentlich dein Leben anderes als eine Annahme? Du hast eine Vorstellung von dir selbst. Du nimmst an, dass du morgen früh erwachen wirst, als der, der du heute abend warst. In vertrauter Umgebung. Lebendig und bei vollem Bewusstsein. Wissen kannst du es aber nicht.
Wir müssen doch, um im Alltag zu überleben, ziemlich viel annehmen, was wir logisch nicht wissen können - sonst werden wir ja verrückt. (Deshalb muss und wird man nicht an Gott glauben, natürlich). Ich wollte den Gedankengang von dir einfach nur weiterführen.

Zur vielbeschworenen Intelligenz noch:Dostojewski hat tiefe Einsicht in die menschliche Seele gehabt, er war ein Schriftsteller, der ein großes psychologisches Einfühlungsvermögen hatte. Bei Jesus (zu Mohammed kann ich nichts sagen) ging es nicht um Intelligenz und künstlerische Spitzenleistungen, sondern darum, ein anderes Lebensmodell anzubieten: In seiner Zeit war es eben üblich, Ehebrecherinnen zu steinigen, am Sabbat Menschen sterben zu lassen, weil du ja nicht arbeiten durftest und sie nicht behandeln durftest, all diese Dinge. Dagegen hat er einfach gehandelt und gelebt.
Und Jesus hatte halt das enorme Pech, das Dostojewskij noch nicht gelebt hat, um seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, sondern nur die buckligen Evangelisten bei der Hand waren.*lach*.
Okay.
:)))

Themawechsel, wenn du möchtest.
*will dich hier nicht zulabern*
Chinaski - 11. Feb, 22:58

Eines vorab: Du laberst mich nicht zu. Ich mag deine Diskussionskultur sehr. Also tob dich aus :)

Nun kurz zum Thema: Pass auf, auch bevor die abrahamitischen Religionen wie Pilze aus dem Boden schossen, gab es gute und schlechte Moral, auch davor gab es gute sowie schlechte Aktionen, auch davor gab es die Wahrheit und die Lüge. Die Menschen brauchen die Religion in keinster Weise um moralischer zu werden, unterm Strich hat die Religion für die blutigsten Kriege der Menschheitsgeschichte gesorgt. nur dafür sind sie noch nicht stark genug. Das alte Testament war eine verdammt agressive Sache und so ist auch der Koran, es gibt auch in dem neuen Testament verdammt komische Stellen wobei man sich wirklich fragt ob dieser Gott wirklich so beschränkt seien kann sowas als Göttlich herabzuschicken. Über Jesus weisst du genausoviel wie ich. Nämlich fast nichts. Die Sache wurde uns von irgendwelchen Typen übermittelt die uns das vermittelten was sie vermitteln wollten. Wer sagt mir dass sowohl Jesus wie auch Mohammad keine Scharlatane waren? Wieso wurde das alte Testament verändert? Kann es sein dass Jesus Worte doch nicht so liebevoll waren wie es uns verkauft wird? Ich denke oft dass es sogar anderrum ist, dass die Menschen Jesus, Moses und Mohammad besser darstellen als sie in Wirklichkeit waren. Schau dich selbst, du hast von Jesus ein sehr gutes Bild, das ist aber nur ein Bild, das ist das was man dir eingehaucht hat oder du es so haben möchtest.

Zu der Sache mit der Annahme: Mag sein dass ich mich auch nur annehme, aber das ist zumindest eine essentielle Annahme. Wenn ich mich selbst nicht Annehme dann muss ich mir -lächerlicherweise- eingestehen dass es mich nicht gibt. Ich kann aber locker auf die Annahme der Existenz Gottes verzichten und trotzdem ein sehr angenehmes Leben führen. Ich brauch weder Jesus noch die Lüge dass er der Sohn Gottes ist. Ich brauch auch nicht die Lehre des komplexbeladenen Hirten Mohammad der nie was hatte und immer auf den reichen Juden neidisch war. Diese Abneigung den reichen Juden gegenüber war bei ihm zu einer handfesten Psychose gereift.

Von Jesus sagt man er hätte tote zum Leben erweckt. Man sagt aber nicht dass die Region wo er damals prädigte zu den rückständigsten Gegenden der damaligen Welt gehörte während in Persien und Indien Medizin gelehrt wurde. Man sagt auch nicht dass Jesus sowohl in Persien als auch in Indien mit Medizin in berührung kam und ganz genau über den Unterschied zwischen Koma und Tod bescheid wusste währen in Jerusalem die Menschen jeden als Tod bezeichneten und dann auch begrabten der in Koma fiel. Jesus hat in Wahrheit einen ins Koma gefallenen Menschen geholfen wieder zu sich zu kommen, und die Menschen dachten er hätte einen Toten wieder lebendig gemacht. Er hätte den Menschen erklären können dass es einen Unterschied gibt zwischen Koma und Tod. Er hat sie aber darüber nicht aufgeklärt und hat sich die Unwissenheit der Menschen zunutze gemacht...

Ach wie dem auch sei, mir ist das egal woran die Menschen glauben wollen solange ihr Glaube mir das Leben nicht schwer macht.

:)
ElsaLaska - 11. Feb, 23:27

Das ist schon mal gut zu wissen,

nicht jeder kann mit dem, was du meine Diskussionskultur nennst, was anfangen*gg*.

Andererseits, ich gebe es gerne zu, genieße ich diesen Kommentar-Kebab hier auch sehr, weil ich es absolut liebe, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen - und es schließlich ursprünglich mal einfach nur um Wein ging. Du bist ein toller Sparringspartner. Magst du Boxen? Ich mein als Sport. Ich tippe auf ja.

Ich sag auch noch was zu deinen Punkten, ich muss nur endlich meinen Artikel fertig machen für morgen :(
Chinaski - 11. Feb, 23:58

Ja mach ma'!

Ich bin ein American Football fan und hab selber auch schon gespielt. Boxen? Na ja es gibt heute nicht mehr die Boxer die mir das bieten was ich erwarte: Einen harten Kampf mit Herz, den gegner bombardieren und dabei nicht nur Brachialgewalt sondern auch ausgereifte, elegante Fuss -und Schlagtechniken einsetzen. Deshalb interessieren mich die dicken Typen aus der Schwergewicht wenig. Früher gab es einen Sugar Ray leonard, den hab ich geliebt, heute boxt der Floyd Mayweather nach einen sauberen Stil und ich liebe das Selbstvertrauen und Talent des Walisers Joe Calzaghe.
ElsaLaska - 12. Feb, 00:58

So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt mit dir und dem Boxen :)

Ich hab vor ein paar Jahren sehr gerne geschaut und schaue immer noch, wenn es sich ergibt, aber es ist wirklich so, dass man dann doch eine hohe und idealisierte Erwartung hat an den Kampf, die von den meisten Boxern nicht mehr erfüllt werden kann - was weiß ich warum, Kommerz, zu wenig persönliche geistig-mentale, ich gehe sogar soweit zu sagen: SPIRITUELLE Toughness (in meinen Augen die Voraussetzung, um einen Kampf neben den technischen und körperlichen Aspekten auch gewinnen zu können), zu viel schlechte Verlierer, zu viel Laviererei. Ich guck aber auch gerne mal Schwergewicht, muss ich sagen. Also, Butter bei die Fische:

>>Pass auf, auch bevor die abrahamitischen Religionen wie Pilze aus dem Boden schossen, gab es gute und schlechte Moral, auch davor gab es gute sowie schlechte Aktionen, auch davor gab es die Wahrheit und die Lüge. >>
Ja und nein. Die zehn Gebote sind eine Errungenschaft des jüdischen Glaubens, das war vorher noch nie dagewesen, dass solche moralisch-ethischen Regeln wirklich zementiert und ausformuliert wurden. Sie sind immer noch Maßstab, auch wenn ein paar davon für Atheisten natürlich nicht relevant wären. Also mindestens auf das "Du sollst nicht töten" und "Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus etc." können wir uns einigen. Denn wenn diese beiden schlichten Gebote konsequent befolgt würden, sähe es schonmal saugut aus auf der Welt.
>>Die Menschen brauchen die Religion in keinster Weise um moralischer zu werden, >>
Nein, es ginge tatsächlich auch ohne Religion, nur mit Philosophie und Ethik. Das hat aber bei den Griechen AUCH nicht funktioniert.
>>unterm Strich hat die Religion für die blutigsten Kriege der Menschheitsgeschichte gesorgt. >>
Ja und Nein. Die Menschen haben für die blutigsten Kriege gesorgt, nicht Gott. Einigen wir uns auf: Die Religionen haben dafür gesorgt. Das hat aber mit Gott nichts zu tun. Das geht alleine auf Konto der Menschen und ihrem Hass.
>>Das alte Testament war eine verdammt agressive Sache und so ist auch der Koran, es gibt auch in dem neuen Testament verdammt komische Stellen wobei man sich wirklich fragt ob dieser Gott wirklich so beschränkt seien kann sowas als Göttlich herabzuschicken. >>
Sehr richtig. Erstaunlich aggressiv. Wobei ich davon ausgehe, dass Gott, so es ihn geben sollte, in keinster Weise beschränkt ist. Beschränkt ist nur die menschliche Sichtweise auf ihn.

>>Über Jesus weisst du genausoviel wie ich. Nämlich fast nichts. Die Sache wurde uns von irgendwelchen Typen übermittelt die uns das vermittelten was sie vermitteln wollten. >>
Auch richtig! Aber ich kann, ohne jetzt Jesus zu kennen, vergleichen, wie jüdischer Glaube zu seiner Zeit gelebt wurde, das ist überliefert. Und ich kann vergleichen, was er dem entgegenzusetzen hatte. Und ich kann - intelligent wie ich bin :) - davon ausgehen, dass sich Leute wie Matthäus, Johannes oder Lukas ganz gewiss nicht so derartig abseitige Dinge für die damalige Zeit, wie dass er mit Prostituierten und Verachteten an einem Tisch saß, aus den Fingern saugten. Dafür waren sie selbst, als Juden, zu sehr verstört von seiner Radikalität. Deshalb muss man noch nicht an ihn glauben. Das ist kein Plädoyer für den Glauben, sondern wie gesagt, meine Gedanken zu deinen Gedanken.

>>Wer sagt mir dass sowohl Jesus wie auch Mohammad keine Scharlatane waren? Wieso wurde das alte Testament verändert? Kann es sein dass Jesus Worte doch nicht so liebevoll waren wie es uns verkauft wird? Ich denke oft dass es sogar anderrum ist, dass die Menschen Jesus, Moses und Mohammad besser darstellen als sie in Wirklichkeit waren. >>
Davon kann man immer ausgehen. Wie ich weiter oben schon sagte: Es sind die Menschen, die Wahrheit verzerren und verbiegen.
>>Schau dich selbst, du hast von Jesus ein sehr gutes Bild, das ist aber nur ein Bild, das ist das was man dir eingehaucht hat oder du es so haben möchtest.>>
Nein, das ist logisch. Ich schaue mir an: Der Sabbat ist so heilig, dass man als Arzt nicht arbeiten darf und einen Menschen nicht retten darf. Jesus aber sagte: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Er sagte: Wer von euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Ich sehe: Der hat ziemlich viele Zeitgenossen einerseits wütend gemacht, andererseits begeistert. Das ist erstmal nicht gut oder schlecht, sondern deutet auf einen sozialen Revolutionär hin, das kann man von ihm sagen, egal wie man ihn bewertet.
Im übrigen habe ich auch meine Probleme mit Jesus.

>>Ich kann aber locker auf die Annahme der Existenz Gottes verzichten und trotzdem ein sehr angenehmes Leben führen. >>
Na klar! Die Vorstellung von Gott dient ja auch nur dazu, eine Antwort auf Fragen anzubieten, die wir uns alle stellen. Die du dir auch stellst. Du kannst in dem Moment kein angenehmes Leben mehr führen, in dem du anfängst, dir Fragen zu stellen. Prinz Siddharta (also der spätere Buddha) wuchs in einem Palast auf, behütet, abgeschirmt vor Alter, Krankheit, Leid und Tod. Er ging eines Tages auf eine Ausfahrt und sah Alte, Kranke, Sterbende. Was meinst du, was mit ihm passiert ist?

>>Man sagt aber nicht dass die Region wo er damals prädigte zu den rückständigsten Gegenden der damaligen Welt gehörte während in Persien und Indien Medizin gelehrt wurde. >>
Wer sagt das nicht? Du findest es nicht in der Bibel, ich persönlich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass er gereist ist und mindestens nach Persien, wahrscheinlich sogar bis nach Indien kam.

Ich muss ein bisschen lächeln, aber es ist ein freundliches Lächeln, wenn ich zwischen den Zeilen lese, wie stolz du auf dein Heimatland und seine bemerkenswerten kulturellen Leistungen bist. Kannst du eigentlich heimfahren? Wahrscheinlich eher nicht, wegen dieser Zwangsrekrutierung, oder?
Chinaski - 12. Feb, 01:33

Ich? Stolz??? Ich kann den Charakter der meisten meiner Landsleute nicht ab, ich halt die meisten von ihnen für dumme Schafe. Hier hast du dich absolut geirrt. Mein Respekt bleibt jedoch für unere alten Dichter, Mediziner, Mathematiker, und für einige Könige die schon vor 3000 Jahren die Säulen der Demokratie und Föderalismus festigten bevor die Griechen überhaupt wussten wie sowas ausgesprochen wird. Mein Respekt für die iranische Geschichte und Gesellschaft beschränkt sich fast ausschliesslich auf die Zeit zwischen 5000 bis 7 v.Ch. In der Zeit waren wir das progressivste Volk der Welt und haben einiges vorangetrieben. Seit 2000 Jahren jedoch geht es mit dem Land stetig bergab, und seit 1400 Jahren, seit dem der Islam das Land per Gewalt betreten hat, ist meines Erachtens alles aus mit dem Land. Hier schreibt ein persisches Mädchen, die kann dir Geschichten darüber erzählen wie ich an anderer Stelle gegen die eigenen Landsleute geschossen habe. In der Tat glaube ich aufrichtig daran dass die 70Mil. Iraner die dort unten leben dieses wunderschöne Land nicht verdient haben. Meine Interesse gilt mittlerweile ausschliesslich der Natur meines Landes und nicht mehr den Menschen.
ElsaLaska - 12. Feb, 02:12

Unter uns gesagt konnte ich mit Persern bis vor kurzem auch nicht so wahnsinnig viel anfangen. Allerdings kannte ich auch keine und das was ich so lese über Ahmadineschad machte mich auch nicht gerade tanzen und singen. In Mainz bin ich aber leidenschaftlich gerne in dieses persische Restaurant gegangen. Hieß es Sheherazade?
5000 vor bis 7 v. Chr ist immerhin ein ordentliches Zeitfenster, da ist einiges passiert. Und ich meinte ja auch nicht, dass du auf deine Landleute stolz bist, sondern hab doch extra geschrieben auf dein Land (hey, weiter unten hast du noch verneint, dass das Land was mit den Menschen zu tun hat, jetzt kommst du mir plötzlich mit dem Charakter deiner Landsleute.) und seine alte Kultur.
Eh allora, komm wieder runter.
Chinaski - 12. Feb, 02:17

Wie schon gesagt ich liebe die Natur des Landes, aber auf die Natur kann man nicht Stolz sein. Für die Schönheit der Natur hat der Mensch nichts getan. Deshalb habe ich angenommen dass du die Menschen meinen könntest und auf die bin ich absolut nicht stolz. Ich bin ohnehin der Meinung dass man ausschliesslich auf das Stolz seien sollte was man selber auf die Beine gestellt hat.

Zu Ahmadinejad: Hitler ist auch nicht gerade Vertrauenserweckend gewesen aber weil ich ganz einfach weiss dass nicht 85Mil. Deutsche alle faschistisch gesinnt seien können, gebe ich den Versuch der Kommunikation mit Ihnen nicht auf ;)
ElsaLaska - 12. Feb, 02:37

Du, ich liebe meine Heimat auch.

Also die Natur dort, und ich habe das Glück, dass mir die Menschen dort es mir, wenigstens zur Zeit, auch leicht machen, sie mit zu lieben.
Ich habe kein Problem mit dem Wort "Stolz", aber vielleicht verstehst du was anderes drunter als ich. Eigentlich spricht es für dich, dass du dich dagegen gewehrt hast und es richtig stellen wolltest.
Und was Ahmadingens betrifft: Ich bin weit entfernt davon, die Kommunikation mit dir einstellen zu wollen, schon gar nicht wegen IHM. Es gab bis vor dir auch gar nichts einzustellen, weil ich niemanden kannte und immer nur stöhnend vor der Zeitung saß.
Aber es gibt noch einen wesentlichen Punkt in unserer Beziehung, der geklärt werden müsste. Es geht um Peter Handke.
Ich kann ihn nicht ausstehen.
*ist da jetzt ganz offen zu dir*
Chinaski - 12. Feb, 17:37

Ich verstehe schon, ich meinte auch nicht die Kommunikation zwischen dir und mir sondern generell. Es gibt soviele dumme Leute die nicht zwischen eine diktatorische Regierung und die unterdrückte Menge unterscheiden können. Für sie ist Iran=Ahamadinejad, Atombombe, Gefahr, Mullahs. Aber dass die Menschen dort von diese Bestien unterdrückt werden, bis dahin denken sie garnicht. Ich musste solchen Leuten eine einfache Frage stellen: Was meist du warum ich hier bin anstatt schön in meiner Heimat zu leben und meine Familie um mich zu haben? Weil ich mit der Regierung sympathisiere oder weil ich unter dieser Regierung gelitten habe und weiter leiden würden wenn ich dort leben müsste?

Dann kappieren erst einige was sie vorher für einen Schwachsinn von sich gegeben haben.
blue_ocean - 11. Feb, 19:43

Zu einem Land gehört nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Das bedarf ja wohl keiner Erklärung, oder?!
Schönen Sonntag noch

Chinaski - 11. Feb, 20:01

Wenn wir über die blanke Natur und ihre Schönheit sprechen dann stehen die Menschen da in keinem Zusammenhang.

Es wäre genauso als wenn die Deutschen anfangen würden von Heute auf Morgen den Rheingau, den Schwarzwald, die Seen und die Berge des Landes mit unguten Gefühlen zu begegnen wenn übermorgen die Nazis an die Macht kommen würden. Die Natur bleibt nach wie vor schön.
blue_ocean - 11. Feb, 20:38

und ich habe mich auf den Satz "dieses Land ist so schön" bezogen. Für mich gehört zu einem Land nicht nur die Natur, sondern auch die Kultur und zuletzt auch die Gesellschaft und damit die Leute.
Was die Natur angeht, gibt es da keinen Zweifel. Iran gehört zu den schönsten und vielschichtigsten Ländern der Welt.

Chinaski - 11. Feb, 21:24

"dieses Land ist so schön"

Du willst mir jetzt aber nicht weis machen dass man da in Gesamtkontext nicht ganz klar erkennen konnte womit die Schönheit gemeint war!

Oder doch?
blue_ocean - 11. Feb, 21:28

ich habe nur etwas geäussert, was in dem Moment in mir vorging.

Chinaski - 11. Feb, 21:31

Alles klar, das ist absolut in ordnung
blue_ocean - 11. Feb, 21:41

Ja, ich denk auch, dass das in ordnung ist

blue_ocean - 12. Feb, 17:28

"In der Tat glaube ich aufrichtig daran dass die 70Mil. Iraner die dort unten leben dieses wunderschöne Land nicht verdient haben."


Bitte nicht pauschalisieren, oder kennst du alle 70 Mio. persönlich? Immerhin gibt es viele dort, die ihr Leben für eine bessere Zukunft/ Freiheit opfern, auch wenn wir hier im Ausland wenig davon mitbekommen..

Chinaski - 12. Feb, 18:11

Die Mehrheit dieser 70 Mio. haben meiner Meinung nach dieses Land nicht verdient, ich kenne die Geschichte dieses Landes, du wahrscheinlich noch nicht so gut. Und: Wo sind all diese ach so aufopfernde Typen? Die Realität sieht ganz anders aus und die heroischen Typen scheint es gar nicht zu geben. Davon hatten wir nie viele.
blue_ocean - 12. Feb, 19:09

Soll das heissen, dass all die Menschen, die hingerichtet wurden oder durch Folter ums leben kamen, nicht existiert haben? Gab es die für dich nicht?!?

Chinaski - 12. Feb, 19:52

Ach Mädchen im Iran muss du keine heroische Taten vollbringen oder grossartig Widerstand zu leisten um hingerichtet zu werden. Die meisten sind kleine Fische die sich kaum was zu schulde kommen lassen, die meisten hingerichteten Personen sind seit langem keine politische Gegner mehr sondern vergewaltiger, mörder, räuber... und die die gegen die islamische Sharia stossen. Das ist eigentlich ein Armutszeugnis. Wenn bei uns haufenweise politische Kämpfer hingerichtetet werden würden, hätte ich gesagt dass es dort noch Hoffnung gibt. Dann wüsste ich dass da einen bereitangelegten Widerstand geleistet wird. Dem ist aber nicht so. Die Menschen haben sich dem Schicksal vollständig ergeben.
blue_ocean - 12. Feb, 21:21

Ach Junge,

Dir muss man wohl erst erklären, dass das Volk müde und kaputt von der letzten Revolution ist und so schnell keine neue will, weil die Kraft einfach nicht da ist!! Dir kommen diese 28 Jahre sehr lang vor, tatsächlich ist es historisch gesehen gar nichts. Uns mangelt es an Helden, weil wir uns erstmal vom letzten Blutbad erholen müssen.

Chinaski - 12. Feb, 21:41

Und ändert das etwas an der Tatsache dass die Menschen sich wie Schafe dem Schicksal ergeben haben? Du bist noch sehr Jung mädel -und sag nicht dass es so ist, ich weiss wovon ich spreche) und wie schon gesagt kennst du dich ganz offensichtlich mit der Geschichte des Landes nicht so gut aus. Die Opferrolle in der du sie katapultieren möchtest, die nehmen sie seit Jahrhunderten gerne an. Welches Blutbad meinst du eigentlich? Meinst du die Revolution 1979? Das war ein Kindergeburtstag, das war verglichen mit den Revolutionen anderer Nationen eine weiche Revolution wobei kaum Blut floss. Also wenn ich dir sage dass die Iraner generell sehr phlegmatisch und opportunistisch sind, das macht sie deshalb zu sehr rationale Menschen. Der Iraner ist kein grosser fighter, wenn er merkt dass er gegen eine Macht nicht ankommt, gibt er auf und versucht lieber ein Teil der Macht zu werden anstatt die Ungerechtigkeit zu bekämpfen und dabei womöglich auch sein Leben zu lassen. Merk dir diesen Satz denn der erklärt in wenigen Worten so ziemlich alles was über die Mentalität unserer Landsleute seit ungefähr 1500 Jahren gesagt werden könnte.
blue_ocean - 12. Feb, 22:48

Offensichtlich war das kein Kindergeburtstag für unser Volk, wir haben dabei nicht nur viele Landsmänner verloren, sondern mussten uns an das neue Leben unter dem hiesigen Regime gewöhnen. ICh denke diese Menschen haben sich erst gerade an ihr neues Leben gewöhnt (leider). Jede neue Änderung erfordert Kraft und auch Denkvermögen, was es nicht gibt (die Jugend ist mit Drogen zugedröhnt, ich habs mit eigenen Augen gesehen).
Mag sein, ich hab vielleicht nicht dein Wissen, aber soviel kann mein Verstand leisten, dass ich gut erkennen kann, dass unsere Landsleute nicht imstande sind eine neue Revolution zu starten. Leider

ps: Auch wenn ich nicht dein Geschichtswissen habe, solltest du mich fair behandeln ( ich beziehe mich auf die überflüssigen Sprüche wie "Ach Mädel" usw.). Wir sind doch beide erwachsen, muss das sein?

Chinaski - 12. Feb, 23:01

Ist ja gut Mädchen, ich meins ja nicht böse und du weisst das. Ich mag dich
blue_ocean - 12. Feb, 23:04

schon wieder...

Chinaski - 3. Mrz, 13:57

Ich hab vergessen das Weingut Adams in Ingelheim zu erwähnen. Wie es mir passieren konnte ist mir schleierhaft weil er mit den besten Spätburgunder hinkriegt den ich kenne.

http://www.adamswein.de/

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