A Farewell To Quebec Nordiques

Als ein Fan physischer Sportarten fand ich die NHL (North American Hockey League) schon immer faszinierend. Klar das Eishockey in Europa ist auch schön aber die Wurzel des Spiels liegen in Kanada und viele kanadische Kinder kommen schon mit 2 Jahren zum erstenmal in Berührrung mit Puck und Stock. Sie werden von ihren Eltern zu den zugefrorenen Seen des Landes begleitet wo sie dann morgens bis abends spielen und sich dabei -und das darf nicht vergessen werden- mit ihren Brüdern physisch auseinandersetzen.

Also die Geschichte dieses Spiels ist eine ziemlich rauhe und teilweise blutige. Die Nordamerikaner haben die Wurzel noch immer nicht ganz vergessen und spielen eher den schnellen, direkten und körperbetonten Spiel und gehen keiner Auseinandersetzung aus dem Wege. In den 80ern gab es eine junge Mannschaft aus Quebec City, eine fast immer zugefrorene Stadt in den Osten Kanadas namens "Quebec Nordiques". Diese Mannschaft hatte nie viel geld weil sie wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage der frankophonen Region Quebec die "small Market" der NHL darstellte. Der Stadion war mit der kleinste und das besondere an Ihnen war der rauhe und harte Gangart. Sie hatten in den 80ern und anfang 90er einige böse Schläger in ihren Reihen, ich kann mich an Namen wie Todd "the animal" Ewin, Tony Twist, Dale Hunter, John Kordic, Steve Finn, Chris Simon, Darrin Kimble, Terry Carkner und einige andere harte Spieler erinnern die fast jeder Mannschaft das Leben zur Hölle machten. Es war Aktion pur. Es gab hits, cross checks, fights...en masse.

Irgendwie mochte ich diese Mannschaft bis sie dann 1995 nach Denver, Colorado zogen und ihre Identität völlig aufgaben. Sie waren natürlich, die Gegend war eiskalt und es gab keine grossen Sponsoren. Also die bösen einfachen Jungs aus Quebec gibt es seit 95 nicht mehr, die jungen wilden Holzfällerkinder die Hockey noch so spielten wie viele Kanadier es lieben: Hart und Gnadenlos.

Hier ist eine kleine Kostprobe von einige Fights aus den 80ern. Die Hellblau-Weissen sind die Jungs der Quebec Nordiques.





Nennt mich pervers oder was auch immer aber ich finde diese Fightszenen absolut geil wenn man den YouTube Ton abstellt und dafür Giuseppe Verdi's La Forza del Destino hört. Herrlich!

blue_ocean - 12. Feb, 23:10

Grauenvoll..
Mir tut ja vom zuschauen schon alles weh..
( Habs nicht zuende schauen können, Memme, was?)

Chinaski - 12. Feb, 23:18

Ja ich weiss aber zwischen den harten Jungs gibt es einen Kodex. Sie schlagen sich fast ausschliesslich mit gleichgesinnten, also die kleinen techniker die für das filigrane zuständig sind, sind da nie involviert. Jede Mannschaft hat "enforcer" die auch Police genannt werden. Sie sind eigentlich nur fürs Grobe da, nämlich dafür um die eigenen feinen Hockeyspieler vor einem agressiven Gegner zu schützen. Wenn ein harter Spieler der Gegner z.B anfängt einen guten Spieler der anderen Mannschaft durch harte Checks und physisches Spiel einzuschüchtern, dann schickt der Trainer einen harten Mann aufs Eis um den eigenen Spieler zu schützen und um dem Gegner zu zeigen dass sie dafür büssen werden wenn sie das überharte Spiel nicht seien lassen.
blue_ocean - 12. Feb, 23:20

Interessant, macht das ganze aber nicht schmackhafter :(. Ich kann mich dafür nicht begeistern, vielleicht auch deswegen, weil ich an das zusammenflicken der Platzwunden denken muss..

Chinaski - 12. Feb, 23:24

Ach die Jungs sind wirklich hart. Wie gesagt, die meisten sind grosse, furchlose kanadische Holzfällerkinder die das seit der Kindheit kennen. Auch wenn sie manchmal bluten, sie bleiben fast nie liegen. Stehen wieder auf und gehen wie ein Mann in die Kabine und lassen sich dort kurz behandeln und wenn es nur eine kleine Platzwunde ist, kehren sie nach 5 Minuten wieder zurück ins Spiel und stellen sich der nächsten Schlägerei! Ich muss ehrlich sagen ich habe die besten und härtesten Männer nicht in den regulären Boxring sondern auf den Eisflächen der NHL gesehen.
blue_ocean - 12. Feb, 23:27

Hätten wir doch in unserer Heimat auch ein paar von dieser Sorte..

Chinaski - 12. Feb, 23:28

Auf jedenfall ist ihre Entschlossenheit, ihre Nehmerqualitäten, ihre Zähigkeit und ihr Herz vorbildlich. Sie lassen sich nicht runterkriegen.
blue_ocean - 12. Feb, 23:32

Dafür werden sie aber auch bereits im zarten Kindesalter darauf vorbereitet und trainiert. Was bringt man "unseren" Kindern bei? Sich zu ducken, wo es nur geht..

Chinaski - 12. Feb, 23:33

Richtig. Und das ist halt die Mentalität die mir nicht gefällt. Lieber sein Recht erkämpfen und es in Kauf nehmen dabei auch mal ein blaues Auge einzufangen, als sich hinzuknien und auf dem Hinterkopf hauen zu lassen.
blue_ocean - 12. Feb, 23:34

Du stimmst mir zu?! Wow *grins*



Aber dabei geht es vor allem um den entscheidenden Einfluss einer gesunden Erziehung. Wenn das Kind dauernd über Eltern, Medien, Schule und das soziale Umfeld zu hören bekommt, dass es sich den Gesetzen anderer unterzuordnen hat, wächst es auch zu einem schwachen Menschen heran. Die Rede ist von Kindern die unter totalitären Regimen aufwachsen. Sie werden von Anfang an, entsprechend den Werten und Normen dieser Regimes geformt. Diesen Menschen kannst du ihren schwachen Charakter nicht vorwerfen, sie kennen es einfach nicht anders. Nur wenige schaffen es , trotz der jahrelangen Unterdrückung willenstark zu werden..

Chinaski - 12. Feb, 23:36

Wieder muss ich diese Opferrolle kritisieren in die du die Iraner immer wieder reinschubst. Wenn dem so wäre wie dus da oben erklärst, dann müsste die Welt doch seit 7000 Jahren nur Diktatoren und traumatisierte Menschen kennen, es dürfte doch keine Entwicklung mehr möglich sein. Es ist aber nicht so, das ist keine Entschuldigung, es kann allerhöchstens ein kleines Teil unserer Misere erklären. Die Euroäer hatten viel schlimmere Diktatoren und viel gnadenlosere Zeiten durchzumachen aber dennoch standen sie auf und änderten die Verhältnisse. Die Franzosen haben ihre Aristokraten, Adel, Hofshenker und Kaiser irgendwann auf offener Strasse geköpft. Wie schon gesagt man darf sich einfach nicht die Würde nehmen lassen, man darf sich nicht unterkriegen lassen.
blue_ocean - 13. Feb, 00:51

Aber auch bei den oben genannten Völkern haben die Leute es sehr lange unter den diktatorischen Regimes ausgehalten, erst nachdem die Verzweiflung immer grösser wurde, kam es dann zu einem Aufstand. Wie gesagt, das iranische Volk hat erst vor kurzem eine Revolution hinter sich, es braucht Zeit bis die Verzweiflung wächst und die Aussichtslosigkeit das Volk zu einem neuen Aufstand drängt.

Silvester (anonym) - 13. Feb, 01:17

Dick&Doof...

Besonders im 1. Klipp bei Restzeit von 1:40min: Wie sie da im Gleichtakt aufeinander einschlagen hat schon was von der Slapstick alter S/W-Filme.

Ansonsten erstaunt mich bei aller Aggressivität, daß sie letztlich "fair" aufeinander einschlagen: Bei so viel brass, wie es dort den Eindruck hat, hätte ich erwartet, daß jemand einen Schläger zuhilfe nimmt oder mal eine Pirouette mit "Schuh hoch" macht...

Aber nix: Fäuste und gut ist...


Naja, wem's gefällt ;-)

Chinaski - 13. Feb, 21:29

Genau. Fäuste und gut!
Stefan (anonym) - 13. Feb, 08:06

Hockey rules

Meine Neffen leben in Kanada und die spielen, wie du beschrieben hast, auf vereisten Schulhöfen Hockey. Die werden extra zum Wochenende, wenn es kalt ist, mit Wasser bespritzt, damit die Kids dann Hockey spielen können.

Ich selbst war mal bei einem Spiel der Maple Leafs (Toronto) und das noch im alten, ehrwürdigen Maple Leaf Garden (jetzt haben sie ja ein neues Stadien). Und in der Hockey Hall of Fame war ich auch mal. Ist schon eine coole Sportart. Bei meinem nächsten Besuch in Toronto werde ich mir mal wieder Tickets besorgen.

Stefan (anonym) - 13. Feb, 08:12

Hinzufügen möchte ich, dass ich es schwach finde, sich zu Prügeln. Das hat nichts mit Recht durchsetzen zu tun und wer es nicht tut, der ist ein Feigling. Übles Machogehabe. Die Art der Schlägerein auf den Hockeyfeldern ist übrigens in Kanada auch nicht unumstritten. Die Quoten steigen zwar und die Zuschauer lieben es teilweise, aber man denkt immer wieder über harte Strafen nach und auch Werbeeinblendungen, wenn sie sich mal wieder prügeln.
Chinaski - 13. Feb, 21:36

Du sagst es selbst. Die Quoten steigen und das ist das A und O in nordamerikanischer Profisport. Sie haben jetzt schon einige Regeln gegen das physische Spiel geändert und viele Fans in Kanada und USA befürchten schon dass das Spiel demnächst nur noch zu ein Spiel für "Pussies" avancieren könnte. Verbieten sie die Fights und das physische Spiel dann kommen wenn überhaupt nur noch die hälfte der Zuschauer in den Stadien weil sie Hockey nunmal als Männersport ansehen wobei auch mal Fäuste fliegen. Ansonsten lieber Stefan Hockey ist nunmal kein Schach und ich finde es in Ordnung dass da die Wurzel des Spiels nicht vergessen wird. In dem Spiel ist genug Platz sowohl für die Filigrantechniker als auch für harte Jungs. Ich finds gut wie es ist.
Stefan (anonym) - 13. Feb, 21:48

Chinaski, da sind wir wohl unterschiedlicher Meinung. Ich finde Hockey eine tolle Sportart. Und das ohne Schläge. Dynamisch, schnell, körperbetont, technisch sehr anspruchsvoll ect. pp. Was da Prügeleien zu suchen haben, verstehe ich nicht. Was hat das mit Sport zu tun? Die sind auch ohne Prügeleien harte Jungens. Schon mal einen Puck mit mehr als 100kmh auf den Helm bekommen? Du bist doch ein Mann des Wortes, wenn ich dich richtig einschätze. Der wahre Mann weiß sich mit Worten zu wehren und verzichtet auf Fäuste. Die wahre Pussy braucht Fäuste, weil sie sich nicht anders zu helfen weiß.

Chinaski - 13. Feb, 21:58

Ja mein Lieber da sind wir gänzlich verschiedener Meinung. Du siehst die Sache aus der Sicht eines europäischen Fans, aber Hockey ist ein Kanadischer Sport und du kannst dich einfach nicht in den Leuten dort reinversetzen. Frag mal einen Jaromir Jagr, Mario Lemioux oder Wanye Gretzky was sie von den "Enforcer" halten und du wirst klare Antworten bekommen. Sie verdanken ihnen ihre Karrieren. Sie sorgen sogar dafür dass das schöne und technische zur Geltung kommt. Wenn da keiner wäre vor dem die Gegner respekt haben, würde einer wie Gretzky jedesmal mit gebrochenen Rippen das Eis verlassen. Jeder Verteidiger hätte ihn kaputtgecheckt. Die Edmonton Oilers haben innerhalb von 5 Jahren 4 mal den Stanly Cup gewonnen und Gretzky meinte der Erfolg wäre nicht möglich geworden ohne Dave Semenko. Gretzky hat Semenko als den wichtigsten Spieler des Teams bezeichnet und er war nur fürs Grobe da. Sie nannten ihn "The Police". Semenko war ein knochen harter Typ der nur da war um Spieler wie Gretzky und Messier vor harte Attacken zu schützen. Ich sehe du kannst dir ganz und gar vorstellen was die Nordamerikaner von Hockey halten. In der Tat ist es so dass die meisten Fans dort es nicht einsehen dass Hockey ein weicherer Sportart seien sollte als American Football. Erzähl deine Vorstellungen einen eingefleischten kanadischen Hockeyfan und er wird darüber lachen. Das ist nämlich genau das was die Fans dort als "pussy like" ansehen. Wie dem auch sei, jeder sieht die Sache halt anders. Ich finde enforcer gut und auch notwendig. Das ist nämlich richtiges Hockey. Ob ich ein Mann des Wortes bin oder nicht spielt hier keine Rolle. Wir sprechen über eine traditionell verdammt harte Sportart und ich bin nun mal ein Fan des traditionellen Auslegung dieses Sports. Thats it.

:)
Human (anonym) - 13. Feb, 23:12

Hallo lieber Hank,
für mich war noch immer Doug Gilmour das Beste was die NHL zu bieten hatte.
Ich habe eine Zeitlang in Toronto gelebt, war irgendwann zwischen 1993-1996.
Doug Gilmour war einfach TOP!

Später verlief sich das alles ins nichts, vor allem dann wo ich wieder nach Deutschland kam.

Nichts geht über die Montreal Canadians und den Toronto Maple Leaves!! :-)

Hoffe ansonsten, dass es Dir gut geht! Schön, dass Du wieder fleissig am schreiben bist.

Netten Gruß
Human

Chinaski - 13. Feb, 23:27

Hi mein lieber. Nett mal wieder von dir zu lesen. Tu mir nur einen Gefallen und Erwähne in meiner Gegenwart keine Ontario teams. Ich kann sie alle nicht ab und am aller wenigsten die Maple Leafs. Doug Gilmour war aber ein wirklich guter Spieler, er hatte ja auch 3 Jahre für die Calgary Flames gespielt bevor er zu den Maple Leafs abstieg :-)

Ich konnte sie nie ab. Die Canadians aber sind in Ordnung, sie sind nämlich aus Quebec und es war eine herrliche und teilweise hartgeführte Rivalität zwischen den Canadians und den Nordiques. Es gab in den 80ern meiner Meinung nach mit die schönesten Playoff serien der NHL Geschichte zwischen diesen beiden Teams. Wie schon gesagt ich war zu allererst Quebec Nordiques fan und sie hatten auch ein paar richtig gute Hockey spieler wie Michel Goulet, Peter Stastny, Joe Sakic, Peter Forsberg...das waren alle Topspieler, Goulet und Stastny sind schon Hall of Famer, Sakic und Forsberg werden irgendwann auch welche sein. Nun sie wurden aber nach Denver verkauft und spielen heute unter Colorado Avalanche und ich kann mit denen nichts anfangen. Ich hab lange Zeit die Nordiques vermisst. Aber ich mag auch die Teams aus Alberta nämlich die Edmonton Oilers und Calgary Flames. Der beste Verteidiger der Liga spielt meiner Meinung nach in Calgary und er heisst Dion Phaneuf. Was für ein klasse Verteidiger! Der beste Hiter der NHL und er ist auch noch Torgefährlich. Also meine Lieblingsspieler was die offensive anbetrifft sind noch immer Joe Sakic und Peter Forsberg. Das sind die Jungs die von den Quebec Nordiques gedraftet wurden. Auch wenn die Mannschaft nicht mehr existiert, bin ich den alten Nordiques Spielern loyal gegenüber.
Human (anonym) - 14. Feb, 01:31

Die Spannung die in einem beim Hockey ensteht, bekommt man weder beim Fussball noch bei irgendeiner anderen Sportart. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie mich diese Spiele (vor allem bei den Play-Offs) total gefesselt hatten. Wenn Hockey lief war mir alles andere egal.
Leider ist das alles so lange her, seit dem ich wieder hier bin verfolge ich die NHL kaum mehr. Schön, dass Du dich aber damit so gut auskennst! Respekt!!
Netten Gruß
Human
Chinaski - 14. Feb, 02:19

Hockey ist schon was feines, die Intensität, die härte, die Schnelligkeit das alles fasziniert mich. Aber das europäische Eishockey interessiert mich ehrlich gesagt nicht so sehr. Hier ist die Eisfläche grösser und das Tempo niedriger, die spieler sind weicher und das mag ich überhaupt nicht. Hier in Europa kann das Eishockey zu einer wirklich langweiligen Angelegenheit werden.
Human (anonym) - 14. Feb, 03:16

Die DHL bzw. europäische Liga ist wirklich nicht zu vergleichen. Das einzige was hier etwas spass macht ist Fussball aber das wars dann auch wieder. :-)
Das gleiche hast Du mit den amerikanischen Filmen, sobald sie ins Deutsche translated werden, darf man sich den Film eigentlich gar nicht mehr anschauen.
Sowas fällt mir vor allem bei so Serien wie Seinfeld, Family Guy usw. auf. Es ist einfach nicht das gleiche wie wenn man es sich in Original (Englischsprachig) anschaut. Man kann dieses Beispiel auf so vieles was hier in Deutschland als "Amerikanisch" Verkauft wird übertragen und fortsetzen. But what tha heck...
Langweilige Angelegenheit - passt irgendwie! :-)
toronto21 - 14. Feb, 07:54

Tja Hank, da werden wir wohl unterschiedlicher Meinung bleiben. Ich bin nämliche Maple Leaf Fan. ;) Wobei ich eigentlich Fan aller kanadischen Teams bin, weil es der Ursprung des Hockeys ist und ich es eigentlich unerträglich finde, wie die Amerikaner diese Sportart für sich vereinnahmen. LA oder Florida und Eishockey passen irgendwie nicht zusammen. Zu warm... Übrigens, eines der besten Spiele, die ich zwischen USA und Kanada gesehen habe, war Olympia 1996 (?), wo die Kanadier richtig Feuer unter ihren Kufen hatten und die Amis auf dem Feld regelrecht zerlegten. Übrigens ohne Prügeleien.

toronto21 - 14. Feb, 19:26

Noch mal ich. Das Thema beschäftigt mich auch während des Tages. ;)

Zu deinen Enforcern. Klar braucht es die. Gretzky und Co. verdanken ihnen ihre Karriere. Aber ich bin mir zu 1000% sicher, mit dem, was sie sagen, meinen sie nicht, dass die sich für sie prügeln sollen. Das hat nämlich keinen Einfluss auf ihr Spiel, bzw. hat einen negativen Einfluss. Gretzy war einer, der Rüpeleien immer aus dem Weg gegangen ist. Ein Enforcer hat die Aufgabe, mit körperlichen Einsatz ins Spiel zu gehen und so den Großen dieses Sports den Weg frei zu machen. Also ruhig mal den Gegner mit voller Wucht gegen die Bande rempeln. Das macht Hockey aus und hat meine vollste Zustimmung. Auch wenn ich Europäer bin. Völlig destruktiv und damit dem Spiel überhaupt nicht förderlich und damit auch gegen die Spielweise der von ihnen beschützten Stürmers ist es, sich mit den Fäusten aufgrund einer Rempelei die Rübe einzuschlagen. Und ich sag dir auch warum. Der Enforcer darf danach nämlich den Rest des Spiels zuschauen und nützt dem Stürmer überhaupt nicht mehr. Ein intelligenter Enforcer hält sich also zurück, rempelt wo nötig und sieht zu, dass er nicht allzu oft auf der Bank sitzt. Denn da nützt er einem Stürmer überhaupt nicht mehr. Also, wenn du immer noch der Meinung bist, zu einem Hockey-Game gehört eine ordentliche Tracht Prügel, hast du den Sinn des Spiels und auch den der Enforcer nicht verstanden. Das nützt am Ende nämlich keinen, außer dem besoffenen Zuschauer, der mal wieder was zum Rumgrölen hat. Und auf die Stufe willst du dich doch nicht etwa stellen, oder?!?!?! ;)

Nicht umsonst gibt es den Enforcer und den Goon. Der Enforcer muss nämlich Hockey spielen können, der Goon kann sich nur prügeln.

Und wenn du jetzt immer noch Nein sagst, glaub ich langsam, du findest es verweichlicht, dass Hockeyspieler Helme und Gesichtsschutz tragen und wünscht dir die guten Zeiten ohne Helm zurück.
Chinaski - 14. Feb, 22:26

Ja lieber Stefan du hast hier die Rechnung nur mit einer Seite gemacht und die andere hast du vergessen. Du redest von aufs Feld gehen, hard checken, wuchtig spielen und vergisst dass die Mannschaft die diese Checks einstecken muss, auch dagegen hält. Das schaukelt sich hoch und wie schon gesagt Hockey ist kein Schach, nach 3, 4 brutale checks an der Bande, gibts irgendwann eine physische Auseinandersetzung und das ist absolut menschlich. Die körperlische Intensität ist so hoch dass da die Adrenalin die Oberhand gewinnt. Ich denke du weisst wirklich nicht wie in der NHL gedacht wird bzw. wie die Coaches denken. Ein enforcer muss auch mal schlau sein und ganz genau wissen wann er provozieren muss und wann die Mannschaft keine Strafzeit brauchen könnte aber selbst das mein Lieber erledigt der coach. Der Coach braucht den enforcer nicht unbedingt als ein Hockey spieler. Es gab mal einen Marty McSorley. Der mann war hockey technisch so schlecht dass die Fans ihn Marty "cary your stick with yourself" Sorley nannten. Er kam manchmal aus der Box und ging direkt auf ein Gegner los ohne den Puck oder den Stock gebraucht zu haben. Dieser Mann war einer der resptiertesten Spieler der NHL. Seine Coaches haben ihn geliebt weil allein sein Präsenz dem Gegner signalisierte dass es heute ein langer, harter Abend werden würde wenn sie anfangen würden die Mannschaftskollegen McSorleys physisch anzugreifen. Hast du früher Gretzky hard gecheckt, hat der Trainer der Oilers umgehen und unverzüglich den Dave Semenko aufs spielfeld geschickt mit der klaren ansage den gegnerischen Checker zu verprügeln. Weisst du wie Gretzky heute coacht? Wahrscheinlich nicht, aber ich sags dir: Er tut heute das gleiche in Phoenix. Wird da der Starspieler hart rangenommen schickt er den Georges Laraque also den besten fighter der NHL aufs Feld und die Sache wird erledigt. Dafür hat er ihn aus Edmonton nach Phoenix geholt und zwar ausschliesslich dafür. Gretzky hat schon mal einen enforcer degradiert und zu den Minor leagues geschickt weil er nicht genügend und überzeugend kämpfte und somit seine Aufgabe nicht erfüllte! Diese Spieler bekommen nicht soviel Eiszeit wie die anderen, sie sind eben nur da wenn sie gebraucht werden oder wenn der Trainer meint seine Mannschaft braucht ein Energieschub, wenn die Mannschaft sich etwas gehen lässt, physisch abbaut, dann schickt der Trainer mit voller Absicht ein Enforcer aufs Feld der dann provokativ anfängt die besten Spieler des Gegners hard zu checken und flach zu legen. Das tut er solange bis entweder der Gegner eingeschüchtert ist oder der gegnerische Trainer endlich seinen enforcer aufs Eis schickt. Ich finde deine Einstellung in der Tat etwas verweichlicht. Du musst ja kein Hockey spielen und anschauen musst du es auch nicht aber das ist nunmal ein Teil dieses Sport und zwar von anfang an. Helme können sie ruhig tragen, aber bis in den achtzigern gab es Spieler die sich weigerten Helm zu tragen. Al McInnis z.B einer der besten Verteidiger der Liga hat sich bis zum schluss geweigert ein Helm zu tragen. Find ich auch in ordnung. Ich kann mich nur wiederholen: Das ist ein Männerspiel. Ich liebe jeden Aspekt dieses Spiels sowohl die Technik als auch das physisch grobe. Beides gehört dazu und so denke nicht nur ich sondern die meisten Fans und COACHES.
Chinaski - 14. Feb, 23:25

Ach übrigens als ein Fan der Calgary Flames und den Edmonton Oilers lese ich deren Website fast täglich. Gestern haben die Flames die Atlanta Thrashers mit 4-1 geschlagen. Interessant fand ich den Spielbericht. Fang einfach mal an zu lesen. Gleich in den ersten Zeilen wird da Jerome Iginla der Captain der Flames zitiert. Er macht da gleich eine interessante Aussage bezüglich des wahren Grundes warum die Flames von anfang an dominieren konnten!
Spielreport: Calgary Flames vs. Atlanta Thrashers

und hier einer der Gründe die er genannt hat. Eric Godard der Flames enforcer zeigt dem Eric Boulton dem enforcer der Thrashers gleich wie die Kräfteverhältnisse liegen. Und achte auf die Zuschauer, du hörst sie fast alle und sie sind nicht alle besoffen. Sie lieben auch diesen Teil des Sports.

Stefan (anonym) - 15. Feb, 19:39

O.K. deine Meinung. Nur dein Männerbild solltest du mal dringend überprüfen. Das ist stark antiquiert. Frühes Mittelalter, würde ich sagen. Ich mache Triathlon und dazu muss ich auch Rad fahren. Und da gehört für mich ein Helm selbstverständlich dazu. Es gab (und gibt) immer noch Triathleten und auch Radsportler, die lehnen Helme ab. Ein paar davon leben nicht mehr. Verweichlicht? Unmännlich? Ne, einfach nur schlau. Gleiches gilt für Hockeyspieler. Idioten gibt es leider überall, so auch im Hockeysport. Und Traditionalisten waren mir schon immer äußerst suspekt.

Chinaski - 15. Feb, 20:19

Schau Du solltest eher langsam aufhören hier Moral zu prädigen denn die Moralisten sind mir seit je her ebenfalls suspekt. Darum gehts mir hier mittlerweile. Und: Es wär mir lieb wenn du eines beachten würdest Stefans: Es geht hier um kein bestimmtes Männerbild, es geht lediglich um Hockey und ich lasse nicht zu dass du hier Dinge miteinander vermischt die nichts miteinander zutun haben. Ein Hockeyspieler ist etwas anders gestrickt als ein Schachspieler, ich z.B bin sowohl ein liebhaber physischer Sportarten wie American Football und Hockey als auch Schach. Wie kannst du bei soviel kontradiktion dir da ein urteil über mein Männerbild erlauben? Nur weil du eine rundere und softere Art des Eishockyspiels bevorzugst, heisst es nicht dass all die Millionen in Nordamerika die das härtere Art des Eishockeyspielens (inklusive der raufereien) bevorzugen, ein mittelalterliches Männerbild haben. Jede Zeitung in Nordamerika spricht über "Men's game" wenn sie über Eishockey oder Football schreibt, willst du mir sagen dass die Redakteure und Kolumnisten dieser Zeitungen deshalb kleine mittelalterlich denkenden Typen sind? Diese Einstellung solltest du dringend überdenken wenn du dich mit mir unterhälst. Du kannst mit meinen Vorlieben nicht einverstanden sein, ich kann das Hockey was du bevorzugst für nicht interessant halten, das ist alles ok, das ist sogar gut dass es verschiedene Meinungen und Präferenzen gibt aber wir beide werden -zumindest hier bei mir- nicht anfangen schroff zu werden und uns aufgrund einer lächerlichen Eishockey Diskussion, irgendwelche pauschalen und nichtssagenden Urteile bezüglich unserer Weltbilder fällen. Ich hoffe wir beide verstehen uns lieber Stefan. Wir bleiben beim Eishockey wenn es geht und wenn du es möchtest.
thedarvish (anonym) - 10. Apr, 02:56

Rocky

Hehe, das geilste ist wie bei dem letzten Videoclip im Stadion der Rocky Soundtrack gespielt wird waehrend die beiden sich pruegeln.

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