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Iran

Sonntag, 21. Juni 2009

Bluten die Iraner vergeblich?

Meine Landsleute tun mir leid, ich bin keiner der weint aber gestern sass ich da und schaute mir die Video Clips aus dem Iran an und mir liefen ganz leise und still Tränen aus den Augen. Ich bin in solchen Angelegenheiten kein sentimentaler Typ aber diese Menschen haben 30 Jahre lang alles in sich hineingefressen, haben vergeben und vergessen haben versucht diese Bestien hinzubiegen, haben auf ihre Rechte verzichtet, haben sich schlagen, abschleppen, inhaftieren und töten lassen. Sie wollen es nicht mehr. Sie könnten es mittlerweile eigentlich nicht mehr. Ich meine wieviel Kapazität hat denn ein Mensch wenn er nur einsteckt und nichts austeilen darf?

Sie kommen aus ihren Häusern, Tag für Tag, Nacht für Nacht, wissen dass sie nichts als blutrünstige Hunde antreffen würden. Hunde die nicht alle aus dem Iran stammen sondern hizbollah Söldner aus dem Libanon sind die nun eine Möglichkeit sehen sich für die Milliarden die sie aus iranischen Kassen bekommen haben um Südlibanon und Nordisrael in Schrecken zu versetzen zu revanchieren und bedanken.

Die Hunde die in diesem Land -regieren kann man das nicht nennen- diktieren wissen genau dass sie zwar immernoch einige iranische Schläger und Killer anheuern können aber wenn es hart auf hart kommt, und wenn dieser Killer ein ums andere Mal frauen und kinder umlegen muss, fängt er irgendwann an Gewissensprobleme zu bekommen zumal die Demonstranten mittlerweil auch mit Ihnen reden um festzustellen ob sie überhaupt Iranisch sprechen oder ob sie bezahlte Libanesen und Palästinenser sind. Der Iranische Polizist wird irgendwann die seiten wechseln und aufhören eigene Leute zu massakrieren aber der Libanese hat keine emotionalen Bindungen zum iranischen Volk, er wird unbeirrt weitertöten.

Wie dem auch sei mir liefen gestern die Tränen weil ich vermute dass diese Bravehearts umsonst gestorben sind und sterben werden. Der jenige an dem sie sich festgeklammert haben hat bislang zwar keine Fehler begangen und stand Ihnen zur Seite, ist aber ein bekennender Systemanhänger und war selber 8 Jahrelang ein Minister dieses Regimes. In der Zeit hat er den Iranern aktiv das leben schwergemacht. Aber wie schon oben erwähnt Iraner vergeben und vergessen solange er sie nicht im Stich lässt. Wielange kann er das durchhalten? Das weiss ich nicht und mir grauts davor irgendwann zu sehen dass er muffensausen bekommen und die Menschen alleingelassen hat denn sie haben nicht nur die Islamische Republik, Ahmadinejad oder Khamenei gegen sich sondern ganz andere Kräfte haben sich in diesem Kampf öffentlich auf die Seite des Ahmadinejad verschlagen.

Der Einfluss der ausländischen Kräfte auf die iranische Politik ist traditionell sehr gross. Reza Shah wurde durch die soviets gestärkt und im Norden Irans auf die Jagd auf Iranern geschickt, dann bekam er seine Checks von den Engländern und wurde eine englische Marionette die ihn auch zum Schah machten und just als er anfing sich von der Knechtschaft zu lösen, traten sie ihn in den Arsch und schickten sie ihn fort und ersetzten ihn durch seinen Sohn Mohammad Reza Pahlavi. Er wiederum wurde auf Druck der Menschen die sich auf Seiten von Dr. Mossadegh schlugen aus dem Land gejagt, kam aber wieder weil die CIA 1953 beschlossen hatte lieber ihn als Marionette als einen unabhängigen Iran unter Mossadegh in der Region zu haben. Der selbe Schah fing irgendwann an -wie sein Vater- vom Joch der Amerikaner zu befreien und wieder wiederholte sich die Geschichte und wieder haben die Amerikaner dafür gesorgt dass er das Land verlassen musste und haben ihn schliesslich durch Khomeini ersetzt. Nun das alles schreib ich nur um klar zu machen dass in den letzten 100-200 Jahren hinter fast jede Regierung oder Revolution im Iran ausländische Kräfte gestanden haben die die Fäden gezogen haben. Auch dieses Mal ist es so aber dieses Mal stehen die US administration und am allerwichtigsten die Israelies auf seiten des Ahmadinejad.

Mossad ist der bekanntlich bestorganisierte Geheimdienst der Welt der sogar CIA mit Informationen füttert. Jeder auf dieser Welt ist durch die Eindruck aus den Medien fest davon überzeugt dass Israel und Mossad die grössten Feinde des islamischen Republik und vor allem Ahmadinejad seien müssen. Ich wiederhole es hiermit nochmal: Dem ist nicht so. Ahmadinejad ist einer der von den israelischen Geheimdiensten inklusive Mossad geschätzt und unterstützt wird.

Diese Menschen bei uns auf den Strassen haben defacto niemanden hinter sich, niemanden der eine grössere Macht besitzt und Ihnen politisch wege öffnet. Ich fürchte all die Obamas, CIAs und Mossads dieser Welt solange lethargisch da sitzen und zuschauen werden bis den Menschen die Kraft und Moral ausgeht um wieder und immer wieder auf die Strasse zu gehen und sich abschlachten zu lassen, wie gestern aus dem Hubschrauber Säure und heisses Wasser auf dem Kopf geschüttet zu bekommen, direkt im Kopf und Hals geschossen zu werden...für uns aussenstehende ist es leicht darüber zu reden oder schreiben aber trotz dieser Umstände immer wieder auf die Strasse zu kommen braucht jedes Mal überwindung, eine gehörige Portion Verzweifelung und vor allem die Bereitschaft getötet zu werden.


Mittwoch, 3. Dezember 2008

Fluch (Nefrin)

Vor ungefähr 40-45 Jahren gesungen erst von Artoush und dann auch von Aghili.



Dienstag, 8. Juli 2008

Das Kaspische Pferd

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Das iranische Plateau ist seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte die Mutter vielerlei Dinge gewesen. Das Pferd z.B wurde zuerst von den iranischen Völkern gezähmt, in die Agrarwirtschaft eingesetzt, vergöttert und im Zuge der Völkerwanderungen nach Europa gebracht.

Die älteste Rasse und höchtwahrscheinlich die Mutter aller Rassenpferde einschliesslich des arabischen Pferdes ist das von aussterben bedrohte Kaspische Pferd. Dieses Pferd ist über 5000 jahre alt. Davon gibt es weltweit wohl weniger als 900. Die hälfte als Wildpferde in den nebeligen Wäldern des nordirans am kaspischen Meer und weitere 400-500 dank die züchtungen der Engländer und Amerikaner. Das kaspische Pferd ist ein kleines aber sehr graziles, charakterstarkes, agiles und stolzes Pferd das vor 2500 Jahren schon die persischen Könige wie Darious, Cyrus und Xerxes durch die Gegend kutschte.

Einige schöne Bilder

www.caspianhorse.com

Miles Davis - My Funny Valentine

Mittwoch, 25. Juni 2008

Ein Bordell namens Iran!

"Bin verheiratet und habe ein Kind" log ich. Es interessierte sie nicht. Sie wollte mir unbedingt den Schwanz lutschen und ihr war es egal ob ich verheiratet war oder nicht.

Es gab mal eine Zeit da sagte man sowas um sich die Anhängselei zu ersparen. Das sagte man damit die Frau nicht auf die Idee kam mit nach Deutschland kommen zu wollen. Ich habe die neue Entwicklung verpasst. Dieser Satz "Bin verheiratet und habe ein Kind" zieht nicht mehr, ist lachhaft, die die ich dort wie ein Tier vögelte lachten mich aus. Ich war hinterwäldlerisch und not up to date.

Aber wie kommt das fragen sich die Leute die nur die schrecklichen Bilder aus dem Fernsehen in den Kopf haben. Schimpansen wie Ahmadinejad und seine Hasstiraden, vermummte Frauen.... ja ja, klar die gibt es aber die muss man wirklich suchen. Ahmadinejad ist ein seltenes Tier und die vermummten sieht man eigentlich nicht auf den Strassen. Vielleicht irgendwo in den abgelegenen Dörfern aber nicht in den Grossstädten. Wie auch immer ich will nicht abschweifen.

Das Land ist doch eine Islamische Republik mögen sich die Leute fragen. Sollen sie doch fragen sag ich mittlerweile. Die Antworten kennen sie nicht. Die Antwort ist das die Islamische Republik zwar auf dem Papier vorhanden ist aber ihre menschenunwürdige Politik und die 30 jahre lange Unterdrückung der Menschen samt ihrer Triebe, Gefühle und Instinkte zeigen nun ungewollte Nachwirkungen. Der Schuss ist nach hinten losgegangen.

Weil sie es nicht dürfen, ficken die Menschen so Hemmungslos und Krankhaft wie sonst nirgends auf der Welt. Wenn man Abends in den schönen Hügeln und Berge um Teheran spazieren geht, hört man in höheren Lagen aus vielen Ecken Gelächter und oft auch das Gestöhne der Liebespaare. Das hat sich rumgesprochen also gibt es mittlerweile sogar Sittenpatrouille in 1500 Meter Höhe. Was machen die Leute? Sie treffen sich zum Skifahren und ficken, sie treffen sich zum Paintball und ficken, sie gehen auf teure Parties die bis zu 300 Euro eintritt kosten und in Palastähnlichen Privatgebäude und Penthäuser im norden Teherans laufen und geniessen unmengen von Kokain welches inklusive im Preis enthalten ist und ficken sich dann alle Löcher blutig in den luxuriösen Räumen mit Blick aus dem 30 Stock.

Ich war gar nicht im Teheran. Ich war im Norden in einer ruhigen villa am kaspischen Meer aber dieses Sexspielchen kennt keine Grenzen mehr. Auch im Norden und grade in den teuren Villen leben Frauen aus Teheran die nur so nach Sex lechzen. Sie sind Reich, ihre Familien sind sogar Steinreich besitzen Eigentümer die Millionen von Euros wert sind aber sie sind auf der Gefühlsebene Krank, absolut Unausgeglichen und Wild. Ich wollte ein bisschen Spass aber am ende war ich nichts als ein kleiner naiver Opfer der einmal sogar von 2 Frauen gleichzeitig vergewaltigt wurde. Ich wollte nicht nachgeben, wollte mitmachen, ich hatte kein Kokain intus also reichte mein Stehvermögen "nur" für 40 Minuten am Stück aber sie wollten mehr, also Pause und nochmal. Ich blutete und hielt durch, und sie wollten immer noch mehr. Alle erdenklichen und sogar unmöglichsten Positionen, schlucken inklusive.

Und am nächsten Morgen als ich mit ein Mountainbike zur Küste hinradelte um ein bisschen die schöne und leichte Morgenluft am Meer einzuatmen begegnete ich eines dieser Monster von der Nacht zuvor samt den veehrten Eltern einen lockeren Spaziergang machen. Ich verneige mich kurz vor den Eltern und nicke ihnen zu weil ich sie kenne und weil sie sogar Geschäftspartner meines Onkels im Teheran sind und sie grüssen mich alle, das eine Monster von der gestrigen Nacht hatte sich bei ihrer Mutter eingehackt und begrüsste mich genauso locker und freundlich wie die Eltern und das wars. Das wars? Das hatte ich geglaubt. Als ich in der Nacht ein Buch mitnahm um an der Küste unter den schön bläulich belichteten Palmen zu lesen, war sie wieder da. Ihrer Freundin hatte sie wohl irgendwas erzählt damit sie allein seien konnte denn ich war mir sicher dass ansonsten auch sie dort aufgetaucht wäre.

Gotan Project - Diferente

Dienstag, 24. Juni 2008

Dieses Land geht einfach nicht

Es geht nicht. Zurück, zurück mit einer gebrochenen Kampfkraft, die Gewissheit dass das was ich Heimat nenne zumindest für mich keine Heimat mehr ist, vielleicht wars das. Vielleicht bin ich da für immer losgelöst, das nennt sich wohl Schicksal. Ein Kind verlässt ein Land, seine Eltern, führt ein automatisches Leben, musste sich zwangsläufig auf eine andere Kultur einstellen, musste zwangsläufig eine neue Sprache lernen, musste der Heimat lange fernbleiben und als etwas in ihm wieder das Ursprüngliche suchte musste er feststellen dass er sich zusehr verändert hatte. Was für ne Geschichte.

Wofür ich stehe, das find ich dort nicht mehr und mir reicht es einfach nicht den Duft der iranischen Rosen einzuatmen und mir einzubilden dass die Erde dort gesegneter sei als sie hier. Irgendwie bewundere meinen Vater immer mehr. Als ich ein Kind war sagte er mir einmal: "Heimat ist dort wo du leichter und besser leben kannst, wo du deine Kinder ernähren kannst, wo man von den Bewohnern nicht nur Opfer abverlangt sondern auch mal was zurück gibt".

Wenn ich mir das überlege gefällt mir der bekannte Satz von Kennedy vonwegen "Frag nicht was dein Land für dich gemacht hat sondern was du für dein Land gemacht hast" immer weniger. Kennedy der gute hat einfach nicht in der dritten Welt gelebt. Wenn ein Land, eine Gesellschaft dir nicht mal genug Luft zum atmen lässt dann ist das nicht "mein" Land. Da können noch soviele Wurzel dort vorhanden sein, da wäre ich dafür dass die Wurzel dort aus dem Boden geholt und wo anders hingepflanzt werden sollten bevor sie dort verfaulen.

Die Sache mit dort leben hat sich erledigt. Ich will nicht sagen für immer, aber für die nächsten 10 Jahre ist das Thema ad-acta gelegt.

Ein Bisschen Elektrotango von Gotan Project gefälligst?
Ach übrigens kaum bin ich zurück und check mal ein paar bekannte Blogs und schon muss ich feststellen dass einige unserer Frauen bis über beide Ohren verliebt sind. Na dann cheers und viel Spass. Versucht das beste herauszuholen und zwar über einen so lang wie möglichen Zeitraum.


Montag, 14. April 2008

Heimweh

Ich habe einiges Hinter mir gelassen, das wissen Leser die mein Blog seit längerem aushalten. Ich hab den Krieg überlebt, bin als ein 14 jähriger desertiert und über Berge in die Türkei geflüchtet, ich hab in Istanbul schäbig gelebt, hab für Zuhälter arbeiten müssen um überhaupt ein Dach übern Kopf zu haben, ich wurde in der Türkei verraten und an die türkische Polizei ausgeliefert die meine auswegslose Situation als ein illegaler Flüchtling ausnutzten und mich für nichts und wieder nichts verprügelten solange bis ich sie aus dem Iran Geld zugeschickt bekam und sie schmieren konnte... wie dem auch sei, auch in Deutschland ging die harte Zeit weiter, als ein Kind ohne Eltern wird man in Deutschland zwar nicht von korrupten Polizisten verprügelt aber das Leben prügelt einen schon auch wenn man meint ein dickes Fell bekommen zu haben.

Ja nun bin ich 36, bin ein studierter Kerl, lebe nicht schlecht und dennoch bekomm ich immer öfter Heimweh. Ich spreche Deutsch wie Persisch, ich fühle mich hier integriert, teilweise sogar schon etwas eingedeutscht jedoch ertappe ich mich immer öfter dabei mich nach der persischen Sprache zu sehnen, ich möchte im Alltag mehr persisch hören, nicht unbedingt tief mit Persern verbunden zu sein denn auch sie haben ihre Nachteile, dennoch würde ich sehr gern in meiner Umgebung die persische Sprache hören...

Ja ich habe Heimweh, dieses Gefühl habe ich über 20 Jahre unterdrückt, nicht bewusst, aber mein Leben hatte mich gelehrt das hinzunehmen was man hinzunehmen hatte und Deutschland ist nunmal Deutschland und hier sprechen die Menschen nunmal Deutsch also habe ich instinktiv meine offensichtlich tief verwurzelten Gefühle unterdrückt um hier "integriert" zu werden, um akzeptiert zu werden. Das soll kein Klagebrief werden, nein, ich bin "integriert". Zumindest sogut integriert wie sich ein Emmigrant erster Generation halt integrieren kann. Darum gehts nicht. Es geht um das was tief in mir steckt und nach Heimat schreit. Da unterscheide ich mich soweit ich weiss kein bisschen von anderen Emmigranten aus egal welcher Zeit. Ein Auswanderer hat es nie leicht gehabt und wird es nicht leicht haben. Mann sagt die ersten 2 Generationen eines Auswanderers müssen geopfert werden damit die dritte Generation sich so langsam heimisch fühlen kann.

Ich überlege ernsthaft für eine weile in den Iran zurückzukehren, im Norden eine kleine Hütte am kaspischen Meer zu mieten oder sogar zu kaufen und Fernab der islamischen Republik ein naturorientiertes Leben führen in dem ich ausser mit Fischern, Bauern und einfachen Leute mit keinem Menschen in Kontakt geraten kann. Ich schmiede ein Plan, ich weiss nur nicht obs realisiert werden kann.

Diese 3 Brüder gefallen mir. Diese Songs sind wie gemacht für die nordiranisch melancholische Seele. Die Band heisst "7th Music Band".



Montag, 17. März 2008

Der letzte Dienstag des Winters!

Ich liebe den letzten Dienstagnacht des Winters. Morgen werden fast alle Iranische Völker der Welt den letzten Mittwoch des Winters am Dienstagnacht feiern.

Diese Tradition ist eine sehr alte worauf ich schon etwas stolz bin weil wir sie vor den Arabern retten konnten. Es ist noch aus den Zeiten als die Iraner heiden und danach Zarathustrianer wurden. Wenn man bisschen drauf achtet wird man davon in allen grossen und kleineren Städten Deutschlands was mitbekommen. Auch ich werde morgenabend bis spät in der Nacht feiern. Da werden Genehmigungen geholt um grosse Feuer machen zu dürfen. Da versammeln sich die Iraner nach altarischer Tradition mit der Familie ums heilige Feuer und unterhalten sich, springen übers Feuer und beten dabei. Davon erhoffen sich die Iraner Seelenheil, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr. Danach wird musik gemacht und getrunken.

Am 21 März ist dann das Neujahrsfest. Die Iraner feiern das Neujahr am Frühlingsbeginn wie es schon ihre vorislamischen Vorfahren taten.

Die islamische Regierung soll uns den Buckel runter rutschen. Seit 30 Jahren versuchen sie uns auch diese alten Feste zu nehmen, es gibt schwere Auflagen, Restriktionen... und die Menschen scheissen trotzdem auf sie. Ich hasse diese fremdartigen Araber die seit 1400 Jahren diese alte Kultur schickanieren.

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Donnerstag, 10. Januar 2008

Teheran unter Schnee!

Mal wieder ist der Winter im Teheran ausgebrochen. Nichts neues. Teheran Schnee bedeckt ist in meinen Augen eine der romantischsten Millionenmetropolen der Welt. Temperatur? -15 Grad!

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Montag, 2. Juli 2007

Verdammt mach das nicht!

Es ist 21 Uhr und der Abend ist warm, es sind selbst um die Uhrzeit noch um die 24 Grad.

Ich verlass das Haus um mir ein Eis zu holen, am liebsten mag ich das abgepackte Waffeleis, das traditionell iranische Eis mit Vanille, Creme und Zaffran. Ich laufe solange bis ich eine belebte Einkaufsstrasse finde, es ist bunt, die Autos hupen und schneiden sich gegenseitig die Wege, Frauen, Kinder, Männer, Jung, Alt, käufer, Verkäufer...

Sie alle scheinen Spass zu haben, sie schauen sich in den Passagen nach Gold, Silber, Kleidung, Kinderspielzeug. Der Eisladen der dazu noch die besten dickflüssigen und eisgekühlten Honigmelonensäfte macht ist überlaufen, es stehen Menschen schlange um Eis oder zumindest einen eiskalten Saft zu kaufen. Die Stimmung ist gelassen, Väter und Mütter spassen mit ihren Kindern, halten sie rechts und links an den Händen und alle paar schritte einmal wird das Kind gleichzeitig von rechts und links hochgehoben und ein schritt nach vorne geworfen...die bunten Lichter der sauberen und sehr schönen Läden belebt die Strasse.

Ich stell mich in der Schlange an und hol mir einen Honigmelonensaft. Ich laufe entlang der kleinen und berühmten Bäche die Teheran so liebenswürdig machen. Am hang des Berges gelegen, sind die kleinen Bäche seit jahrhunderte ein markenzeichen dieser Stadt. Es ist das klare und eiskalte Gebirgswasser was in südlicher Richtung fliesst. Das Wasser fliesst ruhig und gibt beruhigende Töne von sich. Dieses Wasser kommt mir so unschuldig und rein vor, ein segen inmitten der Grausamkeiten, Lärm und Unbarmherzigkeiten der Grossstadt. Ich bin in Gedanken als ich merke dass ein kleiner Junge, vielleicht 8 Jahre alt, mit kurzgeschorenen Haaren, Dunkelblond mit honigfarbenen Augen, neben mir hergeht und nichts sagt. Ich frage mich ob er schon länger so neben mir herläuft. Er hat ein paar kleine neue Küchentücher aus Baumwolle um den Arm hängen. Als er sieht dass ich ihn bemerkt habe fragt er micht ob ich Küchentücher kaufen möchte. Ich sage nein. Daraufhin macht er 2 oder auch 3 schnelle kleine Schritte nach vorne und stellt sich vor mich hin und sagt:
"Dann gib mir bitte ein bisschen Geld damit ich ein Eis kaufen kann".

Ich stehe da und schaue diesen kleinen Jungen an, mit seinen feinen Zügen, dreckigen Kleider und wie er mich nicht anschaut als er mir das sagt. Ich sage: "Bettlern gebe ich kein Geld aber ich kauf dir die Tücher ab. Wieviele Tücher hast du denn da?"

"3"

"Ok, ich kauf sie dir alle ab, wieviel kosten die?"

"Alle 3 zusammen 1000 Toman"

Ich gebe ihm 2000 Toman und sage dass es dafür ist dass die Ware gut und der Verkäufer nett ist. Er lächelt, seine Augen funkeln, er nimmt mir das Geld rasch aus der Hand und will laufen aber ich halt ihn nochmal kurz fest

"Schau Junge, bettel nicht. Verkauf meinetwegen Tücher, aber bettel nicht, mach das nicht! Du bist noch sehr Jung, habe Achtung vor dir selbst, trage den Kopf hoch"

Er schaut nach unten, reisst sich los und läuft weg.

Sonntag, 1. Juli 2007

Der deutsche Fussgänger!

Ich kam grade aus dem nördlichen Stadtteil "Kamraniye" und wollte nach Mollasadra St.

Ich hab mir mal gedacht ich fahr über Pahlavi St. und schau was da los ist. Ich wusste natürlich was um die Uhrzeit dort los war: Stau, dicke Luft, Smog, Stress, aber irgendwie hatte meine masochistische Ader die Oberhand gewonnen und ich entschied mich für diesen Weg. Als ich aus einer seitenstrasse in die Pahlavi St. reinfahren wollte sah ich etwas wofür ich sogar bereit war das Auto abzustellen, einen schön freschgepressten Honigmelonensaft zu holen und die Szene in ruhe zu beobachten. Da stand ein Ausländer, ein älterer Herr, ganz bestimmt über 65, lang, hager, schütteres Haar, mit Brille, Bluejeans, weisse Turnschuhe und ein dunkelblaues T-Shirt an den Zebrastreifen, hatte beide arme hinterm Rücken verschlagen und wartete darauf dass die Autos halten! Er lachte, er hatte ein unheimlich liebes und sympathisches Gesicht, er kam immer vorsichtig ein Schritt nach vorn um sofort wieder ein Schritt nach hinten zu machen. Ich weiss nicht wie lang er da schon stand und völlig ruhig die Autos beobachtete wie sie ihn ignorierten, aber ich kann von einer viertelstunde berichten die ich selber live miterlebt hatte. Der Typ lächelte und stand einfach so da. Irgendwann entschied ich mich dafür hinzugehen.

"Sir, could it be you wanna cross the street?"
Er lachte und nickte als wollte er ein dickes "Ja" sagen. Ich hab ihm dann erklärt dass es auf Irans Strassen Jungelgesetze herrschen würden und er noch bis übermorgen dort an dem Strassenrand stehen würde wenn er seine Hoffnung darauf setzen würde dass jemand ihn die Strasse überqueren lässt. An seine Antwort merkte ich sofort dass seine Muttersprache nicht englisch war und die Versuchung war nun gross herauszufinden ob er nicht Deutsch sprechen würde. Ich fragte ihn einfach danach und Bingo : Ein ganz sympathiser älterer Herr aus Marburg. Am Ende hab ich ihn wie ein Kind das man an der Hand nimmt oder wie ein Typ der die Hand eines Blinden nimmt und ihm beim überqueren einer Strasse behilflich ist, seine Hand genommen und rübergebracht. Er lächelte einfach nur noch liebenswürdig. Auf der anderen Seite angekommen, bedankte er sich bei mir und ich lief zum Auto, drehte um und verzichtete drauf über diese Strasse zu fahren.

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