Italy

Freitag, 12. Januar 2007

Firenze, Verdi e basta! (Teil 3)

Bei ihr in der Wohnung sah es komisch aus. Für einen kurzen Moment dachte ich ich wäre in ein Film. Portraits die mit weissen, mit Farbe befleckten Tüchern bedeckt waren. Eine grosse Matratze mitten in der Wohnung, Tomaten und Orangen auf dem Boden. Die Wohnung ein einziger grosser Raum worin gemalt, gewohnt, geschlafen, gegessen und wohl auch irgendwo geschissen wurde.

Ich hing noch immer bei ihr auf der Schulter. Mit der einen Hand gestikulierend, der andere Arm hing um den Hals der jungen Frau. Ich war absolut besoffen. Ich weiss dass ich, völlig besoffen, besser italienisch sprach als im nüchternen Zustand. Ich glaube das lag daran dass ich mich einen Scheiss drum kümmerte ob ich richtig oder falsch sprach, ich sprach einfach und die verstand mich und war begeistert. Diese Frau konnte mir mir alles machen weil sie die erste war die meine beschissene Situation verstand und nicht anfing eine philosophische Diskussion anzuzetteln um mir zu imponieren. Sie brachte mich zu der Matratze und ich liess mich nieder fallen und fing an zu lachen. Absolut ohne Grund.

Ich sah alles in Schatten und Rissen. Alles war schwarz, dunkelblau oder grau. Eine Ecke des Zimmers war durch den Mond völlig hell erleuchtet und zwar so stark dass es mich blendete. Irgendwie roch es dort nach Mandarinen und Rosen. Ich konnte einen angenehm trockenen Staubgeruch feststellen. Ich war besoffen aber ich konnte die Situation sehr gut erfassen, ich schaute zur Decke und hörte die nackten Füsse und Schritte auf dem Parkett die mal intensiver mal wieder stumpfer wurden. Sie kam und entfernte sich wieder.

"Magst du Verdi?" Fragte sie mich auf italienisch und ich liebte Verdi. Wenn Oper dann Verdi. Ich bejahte und sie legte eine alte Verdi Platte auf, so alt dass man die Plattennadel hörte. Ich kann die Glücksgefühle nicht beschreiben. Ich kam mit dem Kopf hoch um zu sehen wo die Platte steht und sah dass die Angela mir entgegen kam, eine Pracht! Sie hatte alles ausgezogen und hatte nur ein langes T-Shirt an. Wohlgeformte Beine, schöne Haut und Verdi sang und sang.. dieser Anblick plus Verdi und die besondere Lichtverhältnisse im dunklen Zimmer sorgten dafür dass ich Gänsehaut bekam. Ich merkte wie sie unter der Decke gekrochen kam, auf mein Brust tastete und merkte dass ich noch ganz angezogen war. Mit Verdi im Hintergrund zog sie mich aus: das T-shirt, den Gurtel, die Blue Jeans, die hellbraunen Ledershuhe. Socken hatte ich keine angehabt.

Ich dachte es würde weiter gehen. Tat es aber nicht. Sie legte sich zu mir, deckte uns zu. Den Kopf legte sie auf mein Brust und begann mein Brust zu streicheln. Als ich hochschauen und aktiv werden wollte, drückte sie ihre Zeigefinger gegen die Lippen und sagte "sssss, Verdi!" Nach dem Motto, du musst dir keine Mühe machen, geniess einfach Giuseppe Verdi. Sie hatte recht. Eine Stunde lang fühlte ich mich wie im Himmel, ich lag im Dunkeln neben einer wunderschönen Frau und Verdi sorgte immer wieder für Gänsehaut. Der Mond verschwand hinter kleinen Wolken und kam wieder hervor, das passierte einige Male bis ich irgendwann einschlief als er mal wieder hinter einer Wolke verschwunden und das Zimmer absolut Schwarz wurde. Nur der grüne Standby leuchte des Plattenspieler war noch zu sehen. Ich schlief wie Angela auch während Verdi noch lief. Am morgen als wir beide wach wurden, schliefen wir miteinander. Da war Verdi weg. Himmlich blieb es trotzdem. Ich blieb eine Woche in Firenze, sass mit ihr Abends im Cafe wenn sie arbeiten musste, trank mit ihr wein, und ging danach mit ihr ein Stockwerk höher zu ihrer Wohnung und wir hörten Verdi und Albinoni. Morgens wenn sie zur Uni ging, schlief ich aus, ging in der Stadt und liess es mir einfach gut gehen. Kein Stress, keine Eile, kein Massaciuccoli.
Teil 1
Teil 2

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Genua, Firenze, Massaciuccoli (Teil 2)

Ich verglich die Fahrtzeiten und auch die Preise zwischen Bus und Bahn und stellte fest dass die Bahn eindeutig die bessere Wahl wäre. Ich fuhr also von Genua nach Florenz und obwohl es noch eine Nacht davor es gehagelt hatte als gäbe es keinen Morgen mehr, sah es nun so aus als ob wir mitten im Hochsommer stecken würden. Es war mitte September.

Die meiste Zeit im Zug habe ich geschlafen und habe das nachgeholt was mir in den letzten 2 nächten fehlte nämlich schlaf. Angenehme Kabinen, wohl temperiert und wirklich nette Schaffner die mich auch mal in ruhe liessen als sie sahen dass ich schlief. Nach ca 4 Stunden kam ich in Firenze an und fühlte mich prächtig. Es war noch Nachmittag und ich hatte noch zeit die Weiterfahrt nach Massaciuccoli zu regeln. Ich kannte Firenze ganz gut, ich war schon vorher 4 mal dort und wusste ungefähr wo man gut essen und trinken konnte. Ich sehnte mich nach Alkohol. Ich hatte lange Zeit mit niemanden gesprochen, ich war seit 2 Tagen völlig nüchtern und hatte dabei leise und einsam nur beobachtet und die Kälte ausgehalten. Etwas in mir verlangte nach spass, heiterkeit und wärme. Ich erkundigte mich vorher nach den Möglichkeiten um nach Massaciuccoli zu kommen und als ich alles hinter mir hatte ging ich zu einem Cafe am Fluss und began zu trinken. Die Abendsonne schien und sie war dunkelorange. Die kleinen Motorräder die meist doppelt besetzt waren wurden mehr, genauso wie die Anzahl von lachenden Menschen. Florenz kann neben all den schönen und kulturell wertvollen Seiten, auch ziemlich depressiv machen. Lauter kleinen und engen Gassen und lauter alten romanischen Architektur und grauen Gebäuden ist die Innenstatt ziemlich dunkel auch wenn die Sonne scheint. Ich fühlte mich oft sehr eingeengt, deshalb habe ich die Gegend am Fluss immer vorgezogen weil dort breitere Strassen vorzufinden waren und ich und eine weitere Sicht und eine breitere Horizont hatte.

Der Chianti war nicht so toll, aber es kann auch an mir gelegen haben weil ich nie ein grosser Chianti Fan war. Den ersten Glas konnte ich noch akzeptieren aber als sie wieder mit der Chiantiflasche ankam verlangte ich nach einer ganzen Flasche Pinot Noir und bekam sie auch. Das war wiederum ein herrlicher französischer Wein und nach 2 Gläsern fing ich schon an mit den Gedanken zu spielen in Florenz zu übernachten und erst am nächten morgen nach Massaciuccoli zu fahren. Die Luft war herrlich, vielleicht kam es nur so vor weil ich langsam anfing besoffen zu werden. Ich machte die Beine unter dem kleinen runden Tisch lang und schlug sie übereinander, zog einen leeren Stuhl noch zu mir heran um den linken Arm drauf lehnen zu können. Ich war völlig relaxed und fing an langsam irgendwelche Elvis Presley und Frank Sinatra lieder zu singen. ein paar Tische weiter entfernt sass ein Paar, mitte 40 und lächelten mir zu. Ich fühlte mich von allem gelöst, schenkte weiter ein und kümmerte mich um nichts. Die Bedienung, Maria Angela, Studentin der Kunst und 29 Jahre Alt, kam und wollte den vollen Aschenbecher durch einen leeren ersetzen als ich ihr zu verstehen gab dass ich gar keinen Aschenbecher brauchen würde. Sie nickte und in dem Moment als sie sich auf meinen Tisch beugte, wurde sie von dem paar angesprochen. Ich verstand nicht was sie ihr sagten aber sie lachte und antwortete "Ja er hat eine gute Stimme" wobei ich mir dann vorstellen konnte was das Paar ihr vorhin gesagt haben könnte. Ich goss weiter ein und sang und als ich zu mir kam und den Blick vom Himmel und dem Fluss nahm merkte ich dass sowohl das Paar als auch die Bedienung mich beobachteten und sehr nett lächelten. Maria Angela war eine entzückende Frau mit langen braunen Haaren die sie nach oben zu einem Knäul gebunden hatte und durch sowas wie ein Holzstäbchen befestigte. Schwarzes Hemd, schwarze Hose, braune Lederschuhe. Hübsche Mandelförmige Augen, volle und absolut sinnliche Lippen, schön geformte Augenbrauen eine kleine knochige Nase. Nur die Hände sahen nicht künsterisch aus aber diese Hände sagten mir dass es sich hierbei um eine tüchtige Frau handeln musste. Ich kannte diese Hände von den Frauen die mit mir in Bars arbeiteten. Das ständige spülen und der kontakt mit Bier, Wasser und Spülmittel bekommt der zarten Frauenhaut nicht gut. Das alles registrierte ich innerhalb von 5 Sekunden als ich mich umdrehte und sie auf der Schwelle der Eingangstür sah. Sie lehte sich an den Türrahmen und als sie mich umdrehen sah fing sie leise und bedächtigt an zu klatschen. "Bravo" sagte sie während sie lächelte. Für einen Moment war ich mir nicht sicher ob es ernst gemeint war oder ob ich mich schon längst lächerlich gemacht hatte. Ich drehte mich um und schenkte mir noch den letzten Glas ein und leerte die Flasche. Mittlerweile war es schon Dunkel und das paar stand auch langsam auf, bezahlte und ging. Ich bestellte die zweite Flasche und merkte dass die Bedienung seit langem ein dauerlächeln aufgesetzt hatte als ob sie mich für Verrückt halten würde. Ich hatte schon längst auf Massaciuccoli geschissen. Ich war bequem geworden und die Bedienung hatte meine Aufmerksamkeit geweckt. Als sie mit der zweiten Flasche kam, fragte ich sie ob sie nicht mit mir ein Glas trinken möchte. Sie sagte nur "Moment mal" ging rein und kam mit einem Aschenbecher in der einen und mit einem Weinglas in der anderen Hand zurück und setzte sich mir gegenüber und fing an eine Zigarettenpackung aus der Tasche zu ziehen. Meine Haltung auf dem Stuhl änderte sich nicht. Ich fühlte mich gut, meine Muskeln hatten sich völlig entspannt und mein Kopf lauter Rotwein und Alkohol auch. Ich schaute ihr ins Gesicht und beobachtete ihre Bewegungen, wie sie die neue Zigarettenpackung aufmachte, wie sie sie herausholte, wie sie sie zum Mund führte und wie sie sie wieder aus dem Mund nahm um in ihren Taschen nach Feuer zu suchen. Sie war nicht nervös obwohl sie schon längst gemerkt hatte dass ich sie offen beobachtete. Sie ging rein, holte Streichhölzer, zündete die Zigarette und schlug dann die Beine übereinander. 5 Minuten vergingen und sie lächelte mich nur an ich beobachtete wie die Glut ihrer Zigarette immer wieder Orangfarbig dann wieder dunkel und die Zigarette ständig kleiner wurde. Ich merkte auch dass ihre Augen gegen Rauch resistent waren und sie die Augen nicht zumachen musste um den Rauch nicht abzubekommen. Das war für mich immer ein sicheres Indiz dafür dass man jahre lang und vor allem konstant geraucht haben musste.

Teil 1
Teil 3

Dienstag, 26. Dezember 2006

Genua, Firenze, Massaciuccoli

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Ich kam grade aus Korsika zurück. In der Nacht als wir im Hafen von Genua ankamen gab es ein heftiges Unwetter worüber wir allerdings vorher schon unterrichtet wurden. Regen, Hagel, Wind und Kälte. Eisige Kälte was für mich in der Jahreszeit und in Italien schon verwunderlich war. Ich vergass aber dabei dass es sich hier mit Genau um eine norditalienische Hafenstadt mit einem in Italien bekannten und aussergewöhnlichen Klima, handelte. Ein Klima das sich sehr oft weigerte an den Jahreszeiten zu halten.

Ich beneidete die die mit ihren Wagen unterwegs waren und einer nach dem anderen mit dem Auto aus dem Schiff rausfuhren. Ich und einige andere aber mussten auf Busse warten die uns nach Deutschland bringen sollten. Sie kamen nicht und wir mussten im Hafen und in der Kälte auf sie warten. Ich hatte wie viele andere auch eine Decke womit ich mich umhüllen konnte.

Als der Bus mit dem völlig entnervten Busfahrer endlich ankam und auf noch entnervtere Passagiere traf die die ganze Nacht auf ihn gewartet hatten, wurde es mir zuviel. Ich musste entweder den frechen Busfahrer todschlagen oder ich musste das ganze ignorieren und drüber stehen. Ich entschied mich für die zweite Option und fuhr garnicht erst mit zurück nach Deutschland. Geld hatte ich genug und das Wetter am Morgen war so als ob es in Genua niemals einen Sturm gegeben hätte.

Ich ging in die Wohngebiete um den Hafen herum und genoss die Aussergewöhnlichkeit dieser Hafenstadt. Die Wohngebiete Genuas fangen direkt am Hafen an. Der Hafen ist ungewöhnlicher Weise umrandet von Hügeln und Bergen die vollständig besiedelt sind. Wenn man sich Nachts mit dem Schiff dem Hafen von Genua nähert dann bekommt man einen atemberaubenden Blick geboten. Man meint das Schiff würde bald gegen die Häuser krachen. Die Hügel sind wie ein Lichtermeer das den Hafen umzingelt.

Ich frühstückte ganz gemütlich in einem Cafe und fragte die Bedienung nach Möglichkeiten um nach Toskana zu kommen. Nach Firenze. Ich versuchte es mit einer Mischung von Französisch und Italienisch. Sie verstand mich aber sie antwortete auf englisch was mich verwunderte. Der Kaffee war exzellent. Irgendwas an mir schrie nach Toskana. Dort war ich -ausser die paar Stunden die ich ein paar mal in dem Hafen von Livorno verbrachte um auf die Fähre nach Korsika zu warten- schon seit Jahren nicht mehr. Ich erinnerte mich an dem kleinen herrlichen Lagunengebiet von Massaciuccoli in Toskana. Ich erinnerte mich an der alten 70 jährigen Frau Maria die unserer Klasse damals ihr herrliches Haus für 2 Wochen vermietete. Ich war damals der einzige schwarzhaarige in der Klasse und die alte halbblinde Maria liebte mich und sprach auf italienisch auf mich ein und wollte nicht glauben dass ich das alles nicht verstehen konnte. Bis zum schluss war sie felsenfest davon überzeugt dass ich ein Italiener bin.

Ich kam wieder zu mir, bezahlte den Frühstück und wusste nun wo ich mir einen Ticket richtung Toskana, Firenze und Massaciuccoli holen konnte.

Teil 2
Teil 3

Dienstag, 26. September 2006

Gaetano's Pastaria

"Ahhh ist das schön, komm schenk ein Hank der Typ kommt gleich raus und will die Bestellung aufnehmen" Ich schenkte ein. Gluck gluck gluck, ich schaute auf das Etikett: Chianti 2003. Mochte ich nie.

"Hey Hank, was ist los? Mann jetzt haben wir uns das erste mal nach 3 Monaten gesehen und du sitzt da grimmig und sagst nichts. Hey komm Salute" also salutierten wir und stiessen die Gläser.

"Sag mal Tom, wie gehts dir eigentlich?, wie gehts deiner Freundin?"

"Ach ganz gut, du weisst ja die Susan liebt dich abgrund tief und aufrichtig..."

"Nein die Susan liebt dich sonst wär sie mit mir zusammen"

"Ja Hank ich habs nur so gesagt, sie hat dich halt sehr gern und fragt immer nach dir"

"Ich weiss sie ist eine Liebe. Grüss sie wenn du Heim kommst"

Er rieb sich die Hände, zündete eine Zigarette während ich mir schon zum zweiten Mal einschenkte. Er hatte noch kaum getrunken. Ich wusste dass er ein Romantiker war. Er genoss den Wein, er lachte und rauchte während ich den Wein runterkippte wie ein halbes Glas Mineralwasser. Als ich mein Glas wieder voll hatte und mich wieder zurück lehnte merkte ich dass er mich anstarrte. Meine Bewegungen mit den Augen verfolgte er genau bis ich die Weinflasche wieder auf dem Tisch abgestellt hatte.

"Was ist?"

"Nichts. Ich beobachte dich nur"

Ich schaute weg und suchte nach schöne Beine die auf der Strasse in der Altstadt häufig zu sehen waren.

"Pass auf Hank, wieso hast du vorhin die Bemerkung über Susan gemacht Vonwegen sie wäre meine Freundin und würde mich lieben und nicht dich. Ich meine das weiss ich doch alles"

"Weil es so ist. Aber weisst du Tom, lassen wirs, du weisst ja wie ich bin"

"Ja verdammt Hank, ich sehe dich nach 3 Monaten wieder und du fängst genau dort an wie vor 3 Monaten als wir uns verabschiedeten."

"Was soll ich machen Tom? Soll ich für dich tanzen? soll ich sagen ja ich liebe die Susan und ach wie wärst wenn du sie mir mal für ne kurze Zeit ausleihen würdest? Ist es das was du hören willst?"

"Du bist krank Hank"

"Ja möglicher weise"

"Das abstrakte Denken und deine nihilistische Einstellung killt dich irgendwann"

"Warum? Es scheint eher dich zu killen als mich"

"Hast auch wieder recht! Willst du noch n Schluck?"

"Verdammt wieso kommt dieser schmalzige Italiener nicht? Ansonsten grinst er dich immer breit und verlogen an wenn du hier vorbei gehst und bist du dann einmal hier und willst sein Sche:ss essen, kommt er nicht. Arrogantes Pack."

"Vom Kultur hast du nie eine Ahnung gehabt Hank"

"Ja richtig. Wenn du die Kunden warten lässt obwohl du nichts anderes zutun hast. Das ist Kultur die ich leider noch nicht verstehe, das gebe ich zu. Das ist der selbe komische Kalabrier hier der sich über die Iren neben an lustig machte nur weil sie draussen sassen und ein paar Bier tranken. Die Iren hatten Spass, lachten und umarmten ihn und er lachte mit Ihnen aber sobald die Iren weg waren, wandte er sich zu den eigenen Landsleuten die genau hier sassen wo wir jetzt sitzen rüber und beschimpfte die Iren und ihre Mütter aufs derbste und das ganze italienische Pack lachte mit und hielt die Gläser hoch. Und du weisst ich habe 6 Monate in Italien gelebt, ich hab jedes Wort verstanden"

"Hank aber was hat das aber mit uns zutun? Er wird kommen, bleib ruhig"

"Nein ich mag ihn nicht, ich scheiss auf ihn. Ich bin hier weil du diese scheissbude ausgesucht hast obwohl du weisst dass ich weder den Gaetano mag noch sein scheiss italienisches Essen"

"Hank, komm Bruder, lass uns schön Wein trinken und ein bisschen babbeln"

"Tom, ich werde jetzt aufstehn und ein paar Schritte weitergehen nämlich zum Irish Pub, werde mir ein Bier bestellen, und zu schauen wie er dich bedient. Bleib sitzen, ich möchte dass er merkt was ich von ihm halte."

Tom war wie versteinert. Er schaute nur zu wie ich aufstand, mein Wein austrank, rüber ging und mich bei den Iren hinsass. In dem selben Moment Kam der Gaetano raus um die Bestellung aufzunehmen. Nach 20 Minuten!. Er merkte dass ich nicht mehr da war also schaute er ganz ungläubig nach Rechts und Links und sah mich bei den Iren sitzen. Ich starrte ihn an aber er schaute weg, tat die Hände zusammen und fragte Tom ganz freundlich nach seiner Bestellung. Tom entschuldigte sich, nuschelte noch etwas in seiner Richtung was ich nicht verstehen konnte, bezahlte die Flasche Wein und stand auf. Als ich sah dass er in meiner Richtung kam, bestellte ich einen roten Cabernet Sauvignon für ihn. Er kam also rüber, sagte nichts und lächelte während er ein Stuhl herauszog um sich hinzusetzen.

Donnerstag, 10. August 2006

Bella Italia

Wir kamen grade in Livorno an. Die Stadt schien ein wenig Depressiv zu sein zumindest hatte man den Eindruck wenn man in der Nacht in die Stadt kam. Wir waren zu viert. 3 Jungs und eine gute Freundin. Das hatten wir oft gemacht, einfach rein ins Auto, nach Italien über die Schweiz und dann entweder aus Genua oder aus Livorno die Fähre genommen richtung Korsika oder Sardinien. Diesesmal gings nach Korsika.
Die erste Fähre würde um 6 Uhr Morgens richtung Bastia losfahren. Wir hatten uns verkalkuliert und waren schon um 3 Uhr morgens im Hafen von Livorno. Der Hafen von Livorno ist sehr Breitflächig und herunter gekommen. Es gibt eine riesige Parkfläche die einem noch riesiger vorkam weil um 3 Uhr morgens noch kein Idiot dort parkte.
Schon als wir noch in der Stadt waren und nach dem Weg richtung Hafen suchten, fiel mir ein Alfa Romeo auf der für diese Uhrzeit ziemlich agressiv auffuhr, bremste, hin und her zickzack fuhr und auch manchmal so tat als ob er uns überholen wollte, es aber nicht tat sondern neben uns weiterfuhr. Die Insassen schauten uns an als hätten sie Mörder aufgespürt.
>>Sag mal was will der?<< Sagte Roman ein Tscheche mit dem ich studierte.
>>Ich weiss nicht sollen wir anhalten?<< erwiderte ich
>>Jungs bitte nicht, wir sind doch gleich im Hafen, bitte kein Ärger, lasst uns bitte die paar Tage ohne Stress verbringen<< sagte Anna, auch eine Studiumkollegin.
>>Pass auf wir halten an! Diese Idioten lassen uns ansonsten nicht in Ruhe. Mensch ich bin dabei die Kontrolle zu verlieren. Was soll das denn? Wieso macht er hier den Affen? Gleich gibts hier ein Unfall<<
Das sagte Afshin, der Fahrer, ein Persischer Landsmann der auch ein Student war allerdings studierte er Bauingenieurwesen und wir die anderen Architektur. Alles potenzielle Arbeitslose und Taxifahrer.
Anna hatte riesen Angst und sie gab uns das unmissverständlich zu verstehen. Wir entschieden nicht anzuhalten und weiter richtung Hafen zu fahren. Die Italiener verfolgten uns.
Als wir dort auf dem riesen Parkplatz ankamen war es schluss mit lustig. wir hielten an und die Italiener neben uns auch. Roman, Afshin und ich beschlossen erstmal nicht auszusteigen um zu sehen was die Italiener vorhatten.
>>Jungs wenn es drauf ankommt müsst ihr aber da sein, nicht kneifen und auch keine Ausreden, raus und einfach drauf ok?<<
Ja klar. Ok sagten die anderen zwei während Anna nichts mehr sagte.
>>Anna, wenn wir aussteigen kommst du bitte von hinten nach vorne und setzt dich hinterm Steuer. Wenn wir es schaffen wieder ins Auto einzusteigen dann gibst du einfach nur gas, wenn nicht, und wenn du siehst dass es länger dauert, dann fährst du einfach los zu der Polizeistation. Sie sind nicht weit weg, ich hab sie auf der Fahrt hierher gesehen<<
Sie war damit einverstanden. Es dauerte keine 2 Minuten als die 3 Italiener das Auto verliessen und zu uns rüber kamen. Sie schienen besoffen aber trotzdem agressiv zu sein. Roman hielt es nicht aus, er öffnete die Tür und schlug damit den ersten Italiener vors Bein der mittlerweile an der Wagentür stand. Wir sprangen raus und es entwickelte sich eine intensive Schlägerei wobei die Italiener gut mitmachten dafür dass sie ziemlich betrunken waren. Hinter dem Motiv ihrer Agressivität kamen wir nicht aber wir richteten sie ziemlich derbe zu. 2 von Ihnen bluteten überall im Gesicht ich und Roman auch weil wir die stärksten von Ihnen zugeteilt bekamen während Afshin sich mit den letzten eine Ringeinlage lieferte und sie sich beide lange Zeit auf dem Boden nur rumwälzten. Wir jedoch hatten richtige Faustkämpfer erwischt die zudem gut austeilten die aber keine gute Nehmer waren. Alle drei haben ungefähr nach 5 Minuten das Auto gesucht und stiegen ein, blutig und ziemlich ausser Atem. Ich hatte kratzer am Hals und meine Lippen bluteten, Roman hatte ein blaues Auge und Afshin der sich nur auf dem boden wälzte hatte nichts!
Mittlerweil waren die Italiener fort und als wir zum Auto kamen, war Anna dabei sich kaputt zu lachen.
>>Und? hat der Urlaub gut angefangen?<< Sagte sie zu uns
>>Leck mich am Arsch Anna, fahr schon los in die Stadt hier können wir nicht lange bleiben, wenn sie mit Verstärkung kommen hilft uns hier keiner<< Sagte ich.
Sie fuhr los

11.3.06 14:17

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