Newzealand

Donnerstag, 10. August 2006

Kiwigeschichten (Teil 1)

Heute fuhr ich durch die Dörfer Saarlands und irgendwann musste ich anhalten weil eine ganze Horde von Schafe die Strasse blockierte. Weit und breit kein Hirte!

In dem Moment als ich da machtlos mitten auf der Strasse stand und wartete bis der letzte Schaf die Strasse passierte, verliess ich kurz Deutschland und musste an Neuseeland denken. Ich hatte mich an der University of Auckland beworben und bekam wie durch ein Wunder für den Studiengang Geologie eine Zulassung. Ein alter Freund meines Vaters lebte seit 30 Jahren in Perth/Australien und er versprach erstmal die Universitätskosten zu übernehmen bis ich dort Fuss gefasst habe. Ich war sehr Jung aber ich kannte diese Situation nicht dass mir jemand unter den Armen helfen wollte und ich fühlte mich auch nicht gut dabei. Ich rief den Typen in Australien an und erklärte dass ich unmöglich in seiner Schuld stehen könne. Das wäre für mich eine riesen Belastung. Ich sagte ihm dass ich mit den Gedanken spiele die ganze Sache selbstständig durch zu ziehen. Ohne Hilfe. Er hat ein bischen so getan als wäre es eine Ehre mir helfen zu können weil er doch meinen Vater so gut kennen würde und bla bla... an seinem Ton merkte ich aber dass er garnicht so Traurig war dass er mir nicht helfen musste. Er liess seine Telefonnummer und bittete mich ihn zu kontaktieren und zwar egal wann und warum auch immer. Ich nahm die Nummer an.



Ich arbeitete in dem VW Werk in Wolfsburg als Werksstudent obwohl ich nie eine Vorlesung besuchte. Ich hatte mich nach meinem Abitur lediglich in Bremen eingeschrieben nur damit ich besser an Jobs rankommen und Geld verdienen konnte. Beim VW in Wolfsburg zu arbeiten war ein Traumjob. 25 Mark Netto pro Stunde. Nachtschichten wurden mit 35 Mark die Stunde vergütet und wenn du an den Feiertagen im Lager arbeitetest und dazu noch Abends und Nachts dann kam man teilweise auf 60 bis 65 Mark die Stunde. In den 2 Sommerferien die ich dort voll gearbeitet hatte verdiente ich 13 000 Mark abgesehen von der Zeit während der Semester, in der ich 22 Stunden in der Woche arbeitete und noch immer auf 3300 Mark im Monat kam. Als ich meinen Studentenvisum abholte und mich so langsam richtung Neuseeland machen wollte, hatte ich 15 000 Mark gespart und das war damals eine Menge Geld. In Neuseeland konnte man damals für die Gesamtstudienzeit im vorraus zahlen oder man bezahlte jährlich. Ich hatte eine Zulassung für Geologie und musste mit allem drum und dran ca. 5000 NZ $ pro Jahr zahlen damit ich anfangen konnte zu studieren.

Meine Mutter war immer dagegen, sie meinte es wäre so schon schwer zu ertragen dass ich in Deutschland und sie im Iran lebten aber Neuseeland kam ihr verdammt weit weg vor und sie hatte Angst mich nicht mehr sehen zu können. Neuseeland war ja auch ein kleines Fläckchen was Gefahr lief unten aus der Karte zu fallen.


Ich flog mit KLM erst nach Hong Kong und von da mit Cathay Pacific nach Auckland. Hong Kongs Flughafen ist einfach von der Lage der schönste auf der ganzen Welt. Direkt eingebettet zwischen dem Meer, den Wolkenkratzern und den Bergen. Die Landebahn ist verdammt kurz und er stellt jeden noch so versierten Piloten vor einer grossen Herausforderung und gleichzeitig bekam es der Passagier der diese Umstände noch nicht kannte sofort mit der Angst zutun sobald er von oben die kurze Landebahn erblickte die dann direkt am Meer endete.


Teil 2
Teil 3

28.3.06 16:06

Dienstag, 8. August 2006

Kiwigeschichten (Teil 3)

"Hey boy, what the heck are you doing there?" Sagte John zu mir nachdem er mich für ne weile dabei beobachtete wie ich ständig Wodka auf eis bestellte und dazu immer eine Dose 7Up bestellte um die dann miteinader zu mixen.

"Im drinking my drink"

" But hell what kind of drink is this? I never saw such a strange mixture before"

"You wanna try it?" und wollte ihn eine bestellen als er abwinkte.

"No, do not buy me anything. I just wanna try a bit of yours if you dont mind"

"I dont mind. Go ahead"

Er trank die hälfte meines Drinks und stellte das Glas wieder hin auf die Theke.

"I dont like it"

"I dont care" Sagte ich und kippte den Rest runter.

"Are you american?"

" Hell no, i couldnt care less about america and americans but... hey john, listen, i am drunk big time and this is the first place i got into. I dont know a shit about this city and i gotta find a room to get a sleep. Do me a favour and tell me where i have to go to find a cheap hotel or something like that?



Er hatte schon den nächsten Drink vor sich und schaute gradeaus als ich ihn das alles erzählte.

"What are you doing in Newzealand?"

"John, would you help me the fuck out or what?"

"Do you have enough money?"

"What for? I have enough to pay a hotel room to get a sleep and if not, i am ready to sell out my ass to find a fucking shelter somewhere in this fucking city"

Er began zu lachen und umarmte mich. Ich verstand nicht mehr viel, mir war nicht danach zu scherzen, ich war besoffen und war verdammt müde. Ich hatte seit Stunden nonstop getruken.

"Be my guest kid. whats you name again?

"Hank"

"Ok Hank let me drink a last one. We'll be off in 5 minutes"

"Feel free John, but i realy have to quit drinking now, i dont feel good at all. My god damn stomach is giving me a hard time..."

Ich sass mich hin und als ich aufwachte war es schon morgen. Ich lag in einem sauberen Holzbett, draussen sah ich keine Lichter sondern nur Schafe. John schmiss den Traktor an und das hatte mich geweckt.

Ich war an dem Abend vom Hocker gefallen und nichts mehr gemerkt. Der 55 jährige John hatte mich wohl irgendwie zum Wagen geschleppt und dann auch ins Bett getragen. John hatte 2 Töchter und ein Sohn. Der Sohn war ein hübscher junger Mann mit einer sehr beeindruckenden Statur. Die eine Tochter war wirklich sehr hübsch mit sehr niedlichen Sommersprossen und die andere war eine hässliche die in Auckland in einem Anwaltsbüro arbeitete. Der Rest arbeitete auf dem Familienfarm. John Weatherspoon besass unzählige Schafe, einige Kühe und bestimmt an die 50 Schweine. Die Familie besass zudem noch 5 Pferde.

Es war 11 Uhr vormittag und sie waren schon seit 5 Stunden am tun und machen.

Ich ging raus und begrüsste John auf dem Traktor.

"Hey kid, are you feeling better today?

"Yeah man, thanks a bunch for taking care of my dead body. I realy appreciate it"

"Ok kid. It seems like you owe me something" und lachte laut

" Hell yeah, whatever you say. How much do i owe you?" ich sagte es und wünschte ich hätte es nie gesagt weil er garnicht drauf reagierte. Warum auch? Es sah so aus dass er meine paar Kröten nie gebraucht hätte. Der Familie gings gut.

"You owe me a story. I still dont know who you are and what you are doing here"

"Thats it?"

"Thats it!"

"I am a persian, grown up in Germany having a gorgious idea to come over here to study geology. Funny isnt it?"

"Persian..hmm" und ich dachte Scheisse, wieder werde ich an meiner Herkunft scheitern. Verleugnenen wollte ich sie aber auch nie.

" An old civilization suffering from bunch of tire heads" Ich lachte mich schlapp, mit tire heads meinte er die Mullahs und die Dinger die sie auf den Kopf trugen. Reifenköpfe halt.



John liess mich nie in ein Hotel schlafen

Teil 1
Teil 2

29.3.06 23:40

Kiwigeschichten (Teil 2)

"...the Cathay Pacific flight number one o six from Hong Kong to Auckland, has just arrived..."

Ich war da. Wieder ganz allein, wie schon immer in meinem Leben. Nichts neues.

Ich wollte unbedingt einen Kaffee also ging ich rüber zu einem Stand in Flughafen und verlangte danach

"coffee please!"

"Sorry?"

"Coffee please"

"Sorry we dont have Coffee"

"What? You guys have no coffee to serve?"

"No sir"

"What do you got? Do you have a hotdrink at all or should i gather my things and go?" Ich lachte und die Frau lachte auch

"What about Tea?"

"Whatever you think is the right stuff to cheer up a lonely and tired guy" Sie fing nun an richtig zu lachen und sie sah dabei gut aus.

"Come on, drink Black tea, give it a try!"

"What are you waiting for? go for it!"



Ich trank den Tee und verabschiedete mich von der Dame. Ich bekam lust auf körpernähe aber dafür war die Zeit noch nicht reif. Wie schon so oft musste ich mir jetzt schon darüber Gedanken machen wo ich denn schlafen könnte.



Ich ging raus, das Wetter war gut aber sehr Windig. Für einen Moment dachte ich ich ruf den Freund meines Vaters an um Rat zu fragen aber diese Option habe ich schnell wieder gestrichen. Von dem was ich über Neuseeland gelesen hatte, wusste ich dass Auckland eine sehr saubere und wohlhabende Stadt seien musste. Das war schon schlecht in solchen Städten ist es immer Hart eloquent zu überleben. Das Elend war für den Vagabunden immer eine bessere Option. Das hatte mir Frankfurt spüren lassen. Ich nahm mir vor erst mal in die Stadt zu fahren um was zu essen und vielleicht ein Wodka7 auf Eis hinterher zu schieben.

"To downtown please" der Fahrer schaute mich ganz komisch an, sagte aber nichts. Ich sprach mit US Akzent und mir fiel auf dass das wort Downtown dort wohl nicht ganz geläufig war. Egal er verstand mich und brachte mich in die Stadtmitte. Ich fand einen Laden der hiess "Hot peppers". Die Einrichtung schien mexikanisch zu sein und die Gäste sprachen durcheinander und in verschiedenen Sprachen. Ich hörte Serbo-koratisch, griechisch, englisch....

Ich bestellte ein Wodka auf Eis und ein Seven Up weil ich mir sicher war der Barkeeper würde niemals was mit dem Begriff "Wodka7" anfangen können.



John Weatherspoon sah aus wie ein Cowboy und war der einzige blonde in dem Laden. Er war 55 Jahre alt, 192 cm gross mit ziemlich breiten Schultern.

Mittlerweile war ich schon 2 Stunden in dem Laden und hatte einige Drinks drin. John kam nach mir, stand aber jetzt schon seit einer Stunde am Bar und unterhielt sich mit dem Barkeeper. Er trank nur australisches Bier. Fosters. Eine widerliche Brühe eigentlich.

John sollte für mich über die nächten 11 Monate, sowas wie ein Vaterfigur werden.



Teil 1
Teil 3

28.3.06 23:44

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