Stories

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ein eiskalter und unbedeutender Herbstnachmittag

Es ist Grau und Dunkel und ein eisiger Wind weht mir ins Gesicht. Es ist 16 Uhr, die Türgriffe meines Wagens are eissig kalt und die Tür klemmt ein wenig wenn ich daran ziehe was immer ein Zeichen dafür ist dass wir minustemperaturen haben. Ein Tag an dem ich mir nichts sehnlicher Wünsche als unterwegs nach Hause beim Steh-Chinesen vorbeizuschauen, ein bisschen mit dem Chef, den kleinen höflichen Vietnamesen plaudern und beobachten wie er bei jedem zweiten Wort den Kopf leicht nach unten nickt und lächelt. Ich hab immer extrawünsche, möchte eine Kombination die er gar nicht auf der Karte hat und die erfüllt er mir immer sehr freundlich und verlangt kein Aufpreis.

Während ich auf mein essen warte und mir den Arsch abfriere, denke ich an dem Wein den ich in der Mittagspause geholt hatte und der jetzt mittlerweile eisig kalt seien musste nach so langer Zeit im Auto. Es ist ein Spätburgunder aus Rietburg in der Pfalz und der darf nicht gekühlt getrunken werden. Egal denk ich mir, ich werde ne andere Flasche öffenen die ich schon zuhause habe. Es ist verdammt kalt, wenn nur dieser Wind nicht wäre...

Eine hinkende Frau mit einer Krücke nähert sich dem Laden. Sie steht nun an der Theke und schaut sich die Menütafel an, ich rücke ein wenig zur Seite damit sie die volle Sicht hat, sie lächelt und bedankt sich. Sie ist mitte dreissig, hat schon ein paar feine Falten um den Augen die in der Regel erst richtig in Erscheinung treten wenn man lächelt und lacht. Wie absurd denk ich mir.

Sie ist blond, hat eine robuste und dunkelblaue Rollkragen Pulli an an dessen Ärmel eine kleine norwegische Flagge zu sehen ist. Die Norweger machen wohl mit die besten, chicsten und teuersten Winterklamotten...

Mein Essen ist fertig, die Frau bestellt ihr Essen nachdem ich mein Essen ausgehändigt bekomme. Ich zwinker dem Vietnamesen einfach nur mit einem Auge zu und er weiss dass es Tchüss heisst, er lacht und macht sich auf dem Weg um das Essen der Frau zuzubereiten. Ich sehe nur flüchtig wie sie versucht sich das Geld aus der Tasche herauszuholen. Es funktioniert nicht. Sie kann nicht gleichzeitig die Krücke an der Theke lehnen die dazu noch ständig rutscht, das Gleichgewicht halten, ihr Handschuh ausziehen und in die Tasche greifen. Ohne Warnung komm ich von hinten, nehme ihr die Krücke weg und greife mit der einen Arm unter ihrem Arm, sie lächelt und bedankt sich wieder während sie ihre Handschuhe auszieht.

Die Handschuhe sind aus und ich sehe Hände die nicht zum feinen Gesicht passen. Die hände sind kräftig und man sieht dass sie schon einiges durchgemacht haben. Ich frage sie danach ob sie handwerklich tätig ist, sie schaut mich ungläubig an und sagt ja, warum? Ich sage ach nichts, reine Neugier. Ich lasse sie lächelnd wieder los und verabschiede mich von ihr obwohl sie den Eindruck macht als ob sie gern gewusst hätte wie ich sie als Handwerkerin erkennen konnte...

Montag, 6. August 2007

Der Araber aus Champs Elysees!

Ich lief auf der Champs Elysees herum, es war ein sonniger Tag, ich schaute mir die Geschäfte an vor allem der offizielle Nike laden interessierte mich, PSG (Paris Saint Germain) der pariser Vorzeigefussballklub trug damals Nike und hinter der Festerscheibe sah ich alles von dem Verein, die neuen Nike Trikots, Schals,...

Ich bin immer ein Girondins Bordeaux Fan gewesen. Seit meiner Kindheit, um genau zu sein seit 1984. Damals spielte die französische Nationalmannschaft einen romantischen, einen sehr ansehnlichen Fussball mit sehr viel Spielwitz, kreativität und mit grosser Vitalität...und Girondins Bordeaux stellte damals die meisten Nationalspieler. Wie dem auch sei, für Bordeaux Fans ist Paris Saint Germain ein rotes Tuch also vermied ich den Nike laden und ging nicht rein.

Neben dem Laden war ein Strassencafe direkt an der Strasse, ein sehr belebter laden, viele sassen draussen, viele drinnen aber man hatte nicht das Gefühl dass die Bedienung grossem Stress ausgesetzt war. In Frankreich trinkt man den Kaffee langsam und gemütlich und es kann ewig dauern bis die Gäste wieder was neues bestellen, bezahlen und die Tische wieder freimachen.

Ich setzte mich hin und bestellte einen einfachen Kaffee und ein Mineralwasser. In der Zeit machte ich die Beine unterm Tisch lang und schaute mich ein bisschen um. Ein Typ, ein einziger Typ stach heraus: Ein Algerier oder ein Marrokaner, ein Nordafrikaner jedenfalls. Er hatte die typischen Merkmale der Menschen die aus dieser Region stammen: eine wenig behaarte braune Haut, etwas hervorgehobene Wangenknochen, verhältnismässig kleine Augen, kurze extrem gelockten Haare und ein Schnurbart. Ein Berber eben.

Der Mann war hager und klein, hatte eine dunkelblaue Stoffhose und ein karriertes Hemd mit ebenfalls dunekeln Farben. Seine alten und braunen Schuhe trug er augenscheinlich nur provisorisch weil er die Fersen umgeklappt hatte und somit konnte er die wenig princkelnd aussehenden Füsse immer wieder aus den Schuhen herausholen und wieder reinschieben.

Als ein etwas pummeligere Bedienung mit blonden Haaren und Brille rauskam um die Bestellung aufzunehmen, fingen sie aufeinmal an zu lachen und zwar beide. Der Mann hatte herrliche weisse Zähne obwohl er insgesammt ein hässlicher Typ war. Ich konnte aus der entfernung nicht verstehen was er ihr zugeflüstert hatte, und warum er lachte und wieso die Bedienung rot wurde und lächelte. Sie ging wieder rein und da erst begann die richtige Arbeit:
Der Typ fing an seine Eier und den Schwanz nach rechts zu schieben und zog danach die Hose etwas weiter hoch so dass da nun schon ein kleiner Hügel zu sehen war. Die Bedienung kam wieder und brachte sein Kaffee und warf ein Blick auf seine Hose und lächelte abermals, und er lächelte sowieso. Ich warf auch ein Blick dahin und musste auch lachen. Der Mann der bestimmt 10 -15 Jahre älter war als die junge Bedienung war dermassen unbekümmert der interessierte sich null für die anderen sondern nur für die blonde Frau die augenscheinlich auch nicht abgeneigt war. Der hügel in der Hose war nicht so berauschend aber wen kümmerte es? Die Bedienung gab dem hässlichen Mann am ende doch eine Nummer und der Nordafrikaner zog zufrieden wieder ab, davor aber zog er die Hose wieder etwas runter und zog das Hemd über die Hose. Irgendwie war danach als der Araber wieder weg war nichts mehr los. Ich trank mein Kaffee und das Mineralwasser schnell aus, bezahlte und ging.

Mittwoch, 1. August 2007

Die Holzhütte am Meer

Ich musste 2 Kilometer laufen bis ich Menschen begegnete. Dort konnt ich dann auch einkaufen. Ich musste ein Teil des Weges auf dem Strand parallel zur Küste laufen und dann musste ich auf kleine Steinhügel klettern um dann nochmal 1 Kilometer entlang der heissen und kaum befahrenen Strasse. Es waren 45 Grad in Korsikas süden, ich hatte eine einsame Holzhütte weniger als 100 Meter vom Strand gemietet, den Mieter kannte ich nun seit 3 Jahren. Das war ein einfacher, grimmiger Korse der zu mir in den 3 Jahren die ich ihn kannte so langsam vertrauen aufbaute und am ende schon gar kein Geld mehr verlangte. Es war die Zeit der Scirocco. Der heisse Wind der aus Afrika nach norden wehte und Sardinien und Korsika jedes Jahr und für einen halben Monat unaushaltbar machte. 24 Stunden lang heisse Temperaturen, Trocken, kein Entkommen, es sei denn man flüchtete aus der Insel. Das wollt ich nicht. Ich liebte Scirocco. Ich ernährte mich vom korsischen Rosewein, von Feigen die ich selber vom Baum pflückte, vom hervorragenden französischen Reblochon, Baguette, Pfirsische und Melonen.

Ich kam mir vor wie Robinson Crusue. An den Holzwänden der Hütte liefen kleine schwarze Eidechsen hoch und runter, das Wasser war meistens ruhig und tükisgrün, nur Abends hörte ich das rauschen des Meeres und das schlagen der Wellen an den Klippen und Steinhügeln. Ich schwam den ganzen Tag, schlief am Strand ein, machte Abends Feuer, betrank mich mit Wein und schlief abermals ein. Ich las John Fante, Guy de Maupassant, ich las Gedichte von Puschkin und Lermontow und began zu schreiben und zwar immer dann wenn ich endgültig besoffen war. Es klappte. Ich schrieb hemmungslos ohne mich zu korrigieren, ich schrieb und schrieb, und am nächsten Morgen las ich die Geschichten wieder und ich konnte es nicht glauben dass ich es war der das alles geschrieben hatte. Es war so als hätte jemand die ganze Nacht unter Fieber gestanden und pausenlos geschrieben. Immer wenn ich Sex brauchte fuhr ich per Anhalter nach Ajaccio, suchte mir irgendeinen gemütlichen Cafe am Hafen wo meines Erachtens schöne Frauen anwesend waren, ass Fisch, fing an zu trinken und nicht selten bekam ich was ich gesucht hatte. 5 Wochen meines Lebens hab ich in völliger Ruhe und Freiheit verbracht, eines abends als ich völlig besoffen schrieb, fing ich an über mich selbst zu lachen und mich selbst zu beschimpfen, so heftig dass mir die Tränen kamen. Einmal onanierte ich um 3 Uhr morgens, vor meiner kleinen Tür mit freiem Blick richtung Meer und fühlte mich prächtig danach. Der Scirocco blies unablässig, Tag und Nacht und manchmal war meine Matratze voller Sand, es gab Nächte in denen der heisse Wind durch die ritze der Holzhütte blies und pfiff, so dass es eine unheimliche Atmosphäre aufkam, meine Sinne schärften sich, ich blies die Kerzen aus und machte die Öllampe aus, legte mich hin. Ich konnte den Wein riechen weil die leeren Weinflaschen sich in der einen Ecke der Hütte angesammelt hatten...aber im Hintergrund hörte ich noch die Grillen und die Wellen und es beruhigte mich wieder...

Mittwoch, 11. Juli 2007

Wenn man zuschlagen muss!

Ich war Student und arbeitete in irgendeine Bar hinter der Theke als Barkeeper, es war schon nach 2 Uhr morgens und der Laden lichtete sich langsam und ich war dabei die Gläser zu polieren die ich zwischen durch gespült hatte.

Die Tür ging auf und 3 Leute kamen rein, ich war nicht erfreut aber sie sahen zivilisiert aus und das war schon mal erfreulich. Ich hatte oft Gäste die nach 2 Uhr ja teilweise nach 4 Uhr kamen, stock besoffen und eigentlich mehr auf randale aus waren als noch mal einen letzten Drink zu nehmen und friedlich nach hause zu taumeln.

Zwei Deutsche und eine attraktive Afghanerin -die übrigens meine Sprache nämlich persich sprechen- , allesamt über 30, kamen herein und fragten höflich ob sie noch was zu trinken bekommen könnten und ich bejahte während ich noch immer ein Glas polierte.

Sie setzten sich hin und waren absolut amüsant. Sie lachten und tranken ausschliesslich Bier was mir nur recht war weil ich kein Cocktail mehr machen brauchte und hatten Spass mit sich und mit dem Alkohol. Die Stimmung aber kippte als die junge Afghanerin anfing ein bisschen über ihren Limit zu trinken und die kontrolle verlor. Sie wollte sich erst unbedingt mit mir unterhalten und wissen wo ich denn her kommen würde, mein Antwort vonwegen ob es denn so wichtig sei zu erfahren wo ich herkomme, gefiel ihr nicht und sie gestikulierte mit der halbvollen Glas in meiner Richtung und drohte mir das Bier über den Kopf zu giessen, weil sie aber dabei immernoch lachte, machte ich mit und lachte ebenfalls, polierte weiter meine Gläser und beantwortete sogar ihre Frage und verriet dass ich ein Perser bin.

Nun wusste sie dass sie mich verstehen würde und fing an ihre beiden Begleiter vollständig zu ignorieren in dem sie fortan nur noch persisch sprach, die allerdings waren ganz nette Zeitgenossen und dachten sich nichts dabei. Sie sprach persisch und ich antwortete auf Deutsch weil ich es den zwei anderen Gästen gegenüber als Respektlos ansah mit ihrer Begleitung auf eine fremde Sprache zu sprechen.

Sie verlangte noch mehr Bier obwohl sich sie sich nur noch unkoordiniert bewegte und ihre Augen ganz glassig nur noch einen Punkt anstarrten. Ich entsprach den Wunsch nicht und habe den Begleitern erklärt dass es vielleicht besser wäre sie nach Hause zu bringen; sie entschuldigten sich für ihr Verhalten und sprachen mit ihr und versuchten ihr klar zu machen dass ich Recht hätte wenn ich ihr kein Alkohol mehr einschenken würde. Sie aber war nur noch voller Wut, sie fing an mich und meine Familie aufs übelste zu beschimpfen und dieses mal in ein Mixtur von persisch und deutsch. Nun wurde ich ernst, ich sagte zu den Begleitern nun mit einer völlig ernsten Miene dass es langsam reichen würde und es wäre besser diese Frau nun hier rauszuschaffen. Als einer von Ihnen aufstand um sie zu umarmen und vielleicht zu überreden, schlug die Frau um sich und der zaghafte Begleiter war völlig eingeschüchtert. Sie schmetterte das Bierglas gegen die Wand und schrie, bedrohte mich und meinte sie würde mich umbringen oder umbringen lassen wenn ich ihr nicht sofort ein Bier einschenken würde. Als ich die Unfähigkeit der Begleitung erkannte, nahm ich die Sache selbst in der Hand. Ich kam um die Theke herum, nahm sie bei der Hand und zerrte sie auf die Strasse, sie wehrte sich, kratzte mich und beschimpfte meine Mutter und nannte mich einen dreckigen Perser. Meine Arme fingen an zu bluten, mein Gesicht genauso, aber ich liess nicht los und schaffte die kranke Hure raus aus dem Laden, die Männer standen da und waren völlig schockiert. Auf der Strasse als ich sie loslassen wollte, hielt sie sich fest an mir und wollte nun ihrerseits mich nicht mehr loslassen. Ich hielt ihre Handgelenke damit sie mich nicht weiter kratzen konnte, aber nun trat sie mir heftigst in den Weichteilen, als ich das Bein festhalten wollte, merkte ich sofort den nächsten blutigen Kratzer in meinem Gesicht und vergass die Tritte. Mein selbsterhaltungstrieb sagte mir dass es wichtiger sei das Gesicht zu schützen. Ein Gesicht was mittlerweile nur noch blutete und glühte. Irgendwann hab ich mich von ihr losreissen können und sobald ich mich umdrehen wollte knallte sie mir mit der flachen Hand und mit voller Wucht ins Gesicht und da wars dann vorbei mit meiner Geduld. Reflexartig versetzte ich ihr 2 dermassen heftige Ohrfeigen dass sie umfiel und erstmal für 10 Sekunden gar nichts mehr tat. Ich stand da über ihren Kopf und starrte sie an, sie starrte mich genauso an, streckte mir die Hand entgegen während sie mit der anderen Hand die eine Backe festhielt. Ich half ihr hoch und sie ging. Die zwei Männer die die ganze Zeit zugeschaut hatten, liefen hinter ihr her und ich ging zurück in den Laden um mir das Gesicht zu waschen.

"Faramarz Aslani"

Donnerstag, 22. März 2007

Der lautlose Engel

Es gab in der Zeit als ich auf der Strasse und in den Filialen der Dresdner Bank übernachtete auch Zeiten in denen ich über 2 Wochen mal ein Dach über den Kopf hatte. Irgendwie geriet ich an einem sehr hübschen dunkelhaarigen etwas kräftigeren Mädchen, 19 Jahre alt aber sie wirkte ziemlich Reif, sehr scheu, sehr intelligent was ich an ihren wenigen sarkastischen und ironischen Sätze und Seitenhiebe feststellte die sie ab und an an mich richtete. Diese junge Frau lebte allein in ihrer Wohnung. Ich lernte sie kennen in der Kneipe (Irish Pub) in der ich arbeitete und in der sie ab un an als Gast auftauchte.

Irgendwann ging ich wohl in besoffenem Zustand zu ihr nach hause und von da an entstand zwischen uns eine ganz besondere und wortkarge Beziehung über 2 Wochen. Sie akzeptierte mich einfach als Zimmergenossen. Sie gab mir eine Schlüssel, ich kam und ging wann ich wollte, es interessierte sie gar nicht. Für mich jedoch war sie wie ein Engel mitten im harten Winter. Sie nahm mich auf und dafür wollte sie nichts zurück, vielleicht nur ein bisschen Sex und Nähe wenn ich mal da war. Ich kam meistens sehr spät, 4 Uhr Morgens, 6 Uhr Morgens... ich stellte fest dass ich nicht mehr mit anderen Frauen schlief, ich ging direkt "nach Hause", legte mich zu ihr ins Bett, zog ihren Slip aus und tat das wonach es mir war. Mal war ich besoffen und legte ein ziemlich humorloses Program hin, mal kam ich früher Heim, schaute mit ihr Fern, kochte mit ihr zusammen das Essen, trank mit ihr Wein und befriedigte sie über Stunden und bis in den Morgengrauen... noch immer war es eine sehr wortkarge Beziehung. Sie schickte mich nie weg, sie hat mir nie was abgeschlagen, nie mir was vorenthalten. Ihr Körper gehörte mir. An den Nächten an denen ich spät nach Hause kam und ihren Körper ziemlich humorlos in Anspruch nahm, fühlte ich mich an dem nächsten Tag dermassen schlecht, dermassen Dreckig dass ich immer versuchte es wieder grade zu biegen. Sie verstand es wie keine zweite, mir Dinge zu verstehen zu geben ohne mich ansprechen zu müssen, was für ihr Alter sehr erstaunlich war. An solchen Nächten stand sie nach dem ich mit dem Job fertig war ziemlich teilnahmslos auf, ging zur Toilette und entledigte sich meines Spermas, kam zurück und lag sich wieder hin, an den Nächten hingegen an denen ich mir Zeit nahm, es ihr recht tat und sie Gefallen daran fand jedoch schlief sie mit dem Sperma in ihrer Scheide neben mir ein und gab mir damit einiges zu verstehen.

Irgendwann lernte ich eine andere Frau in der selben Kneipe kennen und verabschiedete mich von dem Engel. Sie nahm es gelassen hin, nahm mir die Wohnungsschlüssel wieder ab, verabschiedete sich mit einem Handschlag wie unter Männern und wünschte mir alles gute.

"Lass dich mal wieder blicken wenn es dir danach ist"
"'Tu ich. Danke für alles" und weg war ich.

Freitag, 2. März 2007

Lebensphilosophie in Osttexas!

Rex kam mit starkem, schwarzem Kaffee zurück. Bill sagte, er wär das Geheimnis für ein langes Leben. Rex grinste nur spöttisch während er den Rauch der Zigarette abbekam und deshalb das eine Auge zukneifen musste.

"Nee" sagt er "is nich der Kaffee, is der liebe Gott, der ein langes Leben schenkt. Und ein sündenfreies Leben. Wir haben immer im Wald gelebt. Is' ein anständiges Leben, saubere Luft. Die Leute sagen, dass rauchen dich umbringt. Sie sagen dass fettes Fleisch dich umbringt. Sie sagen dass Trinken dich umbringt. Alles gottverdammte Lügen. Tabak bringt dich nich' um, White Lightning bringt dich nich' um."

"Grandma, Ma, all unsere Frauen haben Pfeife geraucht, wir alle haben Schweinefleisch gegessen. Whisky getrunken. Nicht einer aus der Sippe ist vor 85 gestorben. Grandpa ist 97 geworden. Wenn harte Arbeit und Kinderkriegen eine Frau umbringen, dann machen sie heute keine richtigen Frauen mehr. Ma hatte 17 Kids. Sie pflügte den ganzen Tag, is nur zwischendurch mal ins Haus, um ein Baby zu kriegen. Mit 87 hat sie mal im Neches River mit einem Elfender gerungen und ihn ertränkt"

"Für jemand anderes zu arbeiten, das isses, was dich umbringt" sagte Bill.

"Amen, Bruder" sagte Rex "Genau das isses!"

Mittwoch, 7. Februar 2007

Sklaven der US Army

Pedro hiess er. Soldat der US Army aus Pennsylvania. Nicht mal Amerikaner sondern noch Mexikaner. Ich dachte um in der US Army dienen zu können muss man die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, von vielen Mexikanern habe ich mir eines besseren belehren lassen. Die Mexikaner die dort keine Möglichkeit sehen sich und ihre Familien zu ernähren melden sich bei der Army um ihr Leben für ein Land aufs Spiel zu setzen das nicht mal bereit ist Ihnen die amerikanische Staatsbürgerschaft zu geben. Viele arme nicht amerikaner sterben in den Kriegen die von den Amerikanern angezettelt werden. Diese Jungs sind dort aufgewachsen, sprechen genauso gut englisch wie spanisch kennen Mexiko teilweise nur von den Geschichten die ihnen die Eltern erzählt haben aber Amerikaner sind sie immer noch nicht. Aus Not und aus finanziellen Engpässen heraus melden sie sich zur Armee weil Ihnen die amerikanische Staatsbürgerschaft versprochen wird. Auch dem Pedro wurde es versprochen. Bekommen hatte er sie nicht obwohl er schon 4 Jahre bei der Army war.

"This is not my war man, this is not my buisness" hat er mir mal gesagt als wir zusammen Basketball spielten.

"What the fuck are we doing in iraq? This is not our country, i am ashamed. We bomb people and i dont even know why, i hate it hank, i am honest with you i am so sorry. I mean look i am a mexican, i couldnt have accepted if the americans had invaded Mexico. I cant wait to get outta the army hank"

Er war ein guter Jump shooter ich war etwas grösser, physischer und ich dribbelte besser. Die Sonne schien uns auf den Köpfen aber wir spielten, machten etwas "trash talk" zwischen Freunden und ich gewann meistens. Sowohl das Spiel als auch den trash talk.

Ich kannte viele Amerikaner aus der Bar in der ich arbeitete. Es war mir vorher schon aufgefallen dass die weissen Soldaten meistens in einer Gruppe weggingen, die Domenikaner und Mexikaner waren meist unter sich und die Schwarzen gingen auch nur mit gleichfarbigen weg. Zwischen durch sah man auch mal einen Schwarzen oder Latino unter den Weissen aber das war wirklich die Ausnahme.

Der Junge hatte mal in der Kaserne mit einigen anderen Soldaten gesprochen und ihnen erzählt dass er mich kennen würde und als sie ihn fragten wo ich denn her kommen würde sagte der Pedro halt die Wahrheit: "He's Persian".

Dieser Satze "My friend is a persian" sorgte dafür dass Pedro ab sofort mit Samthandshuhen angefasst wurde. Die restlichen dummen Opfer der Gehirnwäsche vermieden seine Nähe ab sofort. Die Anti-Iran Propaganda der US Administration hatte sie im Glauben versetzt Iraner seien generell teuflische, einäugige Drachen. Keiner sagte ihm was direkt ins Gesicht, nur er merkte dass der Kontakt zwischen ihm und seine Kameraden immer kälter wurde. Wenn es sich machen liess, machten sie ein Bogen um ihn. Er wurde letztenendes wie ein Aussätziger behandelt weil er halt kontakt mit einem "Persian" pflegte. Was die Sache in ihren dummen Augen noch schlimmer machte war die Tatsache dass dieser Kerl nicht nur einen persischen Kumpel hatte, nein, hinzu kam noch dass er selbst ja auch nur ein braunhäutiger Mexikaner war. Als er mir das erzählte bat ich ihm an sich ruhig von mir fern zu halten. Er lehnte es ab. Wir spielen noch immer Basketball wenn er aus Würzburg hierher kommt um mich zu besuchen. Im sommer gehen wir oft in den Park und werfen uns den Football solange zu bis irgendwelche interessierte dazu kommen und mit uns mitspielen wollen. Dann machen wir zwei Mannschaften und spielen "touch football". Er ist ein grosser Fan der Pittsburgh Steelers und der Cleveland Browns, ich war immer ein St.Louis Rams und SanFrancisco 49ers fan. Wegen dieser Kombination wurden wir beide eigentlich ausgelacht da normalerweise weder die Browns die Steelers noch die Rams die 49ers abkönnen. Wir unterstützten rivalisierende teams deren Fans sich nie riechen konnten.

Einmal in Sommer hatten wir Football gespielt und gingen Abends weg. Wir tranken die ganze Nacht bis in den frühen Morgenstunden. Wir sassen in ein Irish Pub. Alles, die Stühle, die Tische die Theke ..alles war aus Dunkelholz, das Licht Gelb und die Wände waren voll von alten irischen Schwarz-Weiss Bilder auf denen Arbeiter zu sehen waren die in der Whiskyherstellung arbeiteten und die Fässer hin und her schoben. Der bekannte irische Whiskyhersteller "Jamison" war da gross vertreten.

Pedro umarmte mich und heulte wie ein Wasserfall. Mein Hellgrünes Hemd wurde nass und mein Schulter wurde immer wärmer weil er sein Stirn drauf stutzte. Plötzlich stand er auf, nahm die linke hand in die Luft während er die linke Hand auf der linken Seite der Brust ruhen liess.

"I swear if america would invade iran and if i had to kill you i would put down my gun. I would let you decide what to do, but i wouldnt kill you man". Ich war besoffen aber dieser Junge musste unter dieser Vorstellung so gelitten haben dass er sie nicht mehr für sich behalten konnte. Diese Szene bewegte mich für einen Moment.

Ich nahm seine Hand und zog ihn runter zum Stuhl und während ich mit der linken Hand noch seinen Arm hielt, hob ich die rechte Hand als zeichen einer Bestellung. Die Bedienung kam, eine hübsche russische Studentin:

"Gib ihm Jacky Cola und mir ein Wodka-Redbull".

Er begann sich zusammenzureissen und lächelte. Ich umarmte ihn und küsste ihn auf der Wange und zog ihn grob zu mir so dass unsere Köpfe zusammen kollidierten. In dem Moment kam auch die Bedienung.

Ich nahm die Getränke vom Tablett bevor sie es tat und gab ihm sein Getränk.

"Cheers man"

"Yeah cheers"

Freitag, 2. Februar 2007

Nicht der Rede wert

Ich sass da am Tresen und trank Bluemoon, ein Cocktail den ich selbst kreierte und der dann auf der Menükarte des Bars gesetzt wurde. Eine Hellgrüne frische Brühe mit viel Limetten, Limonen und Orangensaft, zwei Minzblättern und Smirnoff, Blue coracao, lime juice, cocos Zucker und eine kleine menge Gin.

Eine Frau, um die 50 oder vielleicht auch 55 sass neben mir, die Beine übereinander gerschlagen, Brille, dunkelbraune Haare, einen riesen grossen orangenen Indioschal um den hals der so gross war dass er als Jacke fungierte. Sie trank Bailys on ice und gab sich sehr Würdevoll, fragte die Männer um sich sehr höflich nach Feuer, nahm eine lange dünne weisse Zigarette aus der weissen Schachtel heraus, nahm sie zwischen den Lippen, schmiss dann beide Hände in den Schoss und lächelte mit der unangezündeten Zigarette in dem Mundwinkel den Mann an, der sich sich hektisch alle Taschen durchtastete um das Feuer zu finden.

Ich hatte einiges intus und die Szene kam mir lächerlich vor. Ich drehte mich um und kippte weiter meinen Cocktail, ich kippte wohl solange bis ich keine Ansprüche mehr stellte. Es war 3 Uhr morgens als ich mit ihr zusammen in das Taxi einstieg und richtung ihrer Wohnung fuhr. So besoffen war ich garnicht aber ich schlief zu der Zeit auf der Strasse und in der Dresdner Bank also muss ich wohl in Unterbewusstsein sogar ganz rational überlegt haben als ich mit ihr in den Wagen einstieg. Ein warmes Bett reizte mich, ich hatte schon seit einer Woche keine Matratze mehr unter mir gehabt. Ich zahlte das Taxi und hängte mich an der Schulter der älteren Dame als Zeichen des Besoffenseins.

Ich trat ein, sie knipste das Licht an. Das Badezimmer war grade gegenüber der Eingangstür, das Schlafzimmer rechts davon, das Wohnzimmer links vom Bad, links vom Wohnzimmer noch ein Zimmer ...es war wie in einem Kreisverkehr.

Ich ging direkt ins Schlafzimmer und schaute mich um ohne das Licht anmachen zu brauchen. Es lag Schnee und das Zimmer bestand aus riesige Fenster. Es gab praktisch keine Wand zum Garten sondern ein riesiges Glasfenster. Der Mond kam jetzt immer öfter zum Vorschein und liess den weissen Schnee dermassen reflektieren dass das Zimmer ziemlich hell wirkte. Ich fragte mich ob ich sie noch alle haben könnte mit dieser alten Frau hierher zu kommen, aber ich hätte auch nichts mehr ändern können. Ziemlich dicht neben dem Fenster war ein grosser alter Birnenbaum der selbst in der Nacht Schatten spendete. In der Wohnung lagen überall alte getroknete Blätter, dann sah ich eine riesige Vase in der irgendeine getroknete Pflanze mit sehr vielen trockenen braunen und gelben Blättern, steckte. Daher auch die Blätter überall auf dem Boden. Wann hatte sie das letzte mal die Wohnung sauber gemacht. Aber analysieren wollte ich die Sache nun auch wieder nicht und liess mich auf dem altmodischen aber sehr bequemen Bett fallen. Genau gegenüber hatte sie ein Schwarz-Weiss Poster an die Wand genagelt auf dem ein schwarzer Typ mit Six-packs und weisser unterhose abgebildet war. Solch einen Poster hatte ich hier nicht erwartet. Die Frau schien mir zu alt dafür und die Wohnung zu altmodisch. Für einen Moment fragte ich mich ob ich hier an einer alten abgebrühten Frau geraten bin die schon einige Black Giants hinter sich hatte. Aus dem Bad hörte ich mittlerweile das plätschern des Wassers. Wegen den grossen schwarzen Schwänzen machte ich mir augenblicklich keine Sorgen mehr. Ich hatte Schwarze unter der Dusche erlebt die nur die hälfte von dem vorweisen konnten was ich anzubieten hatte. Ich lief zum Bad und sah sie in der Badewanne sitzen. Sie wusch sich die Vagina. Es gab also kein zurück mehr. Das erstaunliche war dass wir seit einer halben Stunde kein wort miteinander gesprochen hatten. Ich zog mich aus und ging unter der Decke. Sie kam nackt und legte sich zu mir, tastete unter der decke und merkte dass ich noch die Unterhose anhatte. Ihr unterleib war jetzt kalt obwohl sie sich mit dem lauwarmen Wasser wusch. Sie wollte küssen aber das wollte ich unbedingt verhindern. Ich drehte sie um zur Seite und rieb mich von hinten an ihr, für einen Moment wurde ich wild und began an ihren Haaren zu ziehen, sie lachte und liess alles über sich ergehen. Das pulsierende Ding konnte nun nicht mehr zurück gehalten werden, sie drehte sich plötzlich um und drehte mich um auf den Rücken und begann zu saugen, ich könnte förmlich das Wasser spüren das sich bei ihr in dem Mund sammelte. Sie sabberte förmlich aber alles was sie tat, tat sie mit einer erstaunlichen Hingabe. Sie nahm freiwillig wieder die Stellung an zu der ich sie vor einigen Minuten gedrängt hatte und das Spiel konnte anfangen. Es hörte nach einer knappen Stunde auf. Die Frau hatte etwas ruhiges aber verständlichvoll mütterliches an sich was mich eigentlich aus der Rolle des dominanten herauskatapultierte. Ich hatte das Gefühl als ob eine ältere Dame mir einen Gefallen tun wollte. Ich fand mich garnicht gut. Sie sagte ich wäre gut, aber was heisst das schon.

Ich schlief ein wie ein Baby und wachte kurz vor Mittag wieder auf. Sie schlief noch als ich aufstand um auf die Toilette zu gehen. Ich wollte unbedingt mein Ding waschen. Als ich gepinkelt hatte und schon unter der Dusche stand, fühlte ich plötzlich von hinten zwei arme die mich umarmten und Hände die meine Brust massierten. Die Hände bewegten sich nach unten und wuschen mein Dinge während ich meine Haare wusch. Immernoch kein Ton. Weder ich noch sie hatten was zu sagen. Sie behandelte mich Sanft und lächelte ohne ein Ton von sich zu geben. Ich zog mich an und wollte aus der Tür und glaubte ihr ein Satz oder irgendwas in der Richtung schuldig zu sein, aber sie lächelte mich an und sagte:

"Wir sehen uns irgendwann"

"Klar" sagte ich aus verzweifelung heraus und wusste genau dass weder ich sie noch sie mich wieder sehen wollte.

Ich nahm den Bus und fuhr in die Stadt um irgendwo zu frühstücken. Ich hab sie dann Monate später nur noch ein mal in besoffenem Zustand gesehen, fickte sie auf offener Strasse ohne an ihr rumzuspielen und sie vorzubereiten, sie war nicht nass und es tat ihr so weh dass sie nach einer Minute aufgab und sich verabschiedete. Ich stand da mit einem erregten Geschlechtsteil in der Hand und hatte probleme ihn wieder in die Hose zu stecken. Ich musste warten bis er sich wieder beruhigt hatte. Danach sah ich sie nie mehr.

Samstag, 27. Januar 2007

Da regt sich noch was!

Er war über 190 gross und um die 110 kilo schwer. Ein Baum von ein Kerl, 27 jahre alt und schon früh ein hervorragender Handballspieler, kurze blonde Haare, runder Kopf. Ein Italiener. Vater Neapolitaner, die Mutter Sardin.

Er war der jüngste unter den 3 Brüdern. Der mittlere ein Muttersöhnchen der so aussah als hätte er 30 jahre lang in Trance bzw. in einem Traumähnlichen Zustand verbracht. Jobs hat er geschmissen, ausbildungen abgebrochen, schon immer sehr weich gewesen. Verliebte sich am laufenden Band und blieb hängen obwohl die Frauen ihn ziemlich deutlich das Ende nahelegten. Danach nahm er immer ab, ging kaum aus dem Haus und schmiss -wie schon gesagt- Jobs. Er ist heute noch so. Die Mutter sorgt für ihn.

Der grosse Bruder hat eine Pizzeria, eine hübsche Mullatin aus den Azoren die ihm 6 Kinder gebärte, ihm aber mindestens genauso oft fremd gegangen ist. Der Mann arbeitet hart, seine Pizzen sind mit die besten, aber er ist verbittert, sein Blick is misstrauig und trüb, seine Hände zittern viel heftiger als in seinem Alter üblich. Er ist 35 jahre alt. Er bekam mal halbes Jahr auf bewehrung weil er der eigenen Frau auf offener Strasse eine runter haute weil sie ihm zum 5ten Mal und zwar vor seinen Augen fremdging. Ich kenne sie, sie ist Provokation pur. Der Mann ist mit den Nerven am ende, mitunter auch deshalb weil die Frau ja auch nicht ganz von ihm lässt. Sie kommt immer wieder zurück und er nimmt sie immer wieder auf, schläft mittlerweile auf der Couch in seiner eigenen Wohnung damit bloss die Mutter seiner 6 Kinder zufrieden ist und sie alle nicht links liegen lässt und abhaut.

Aber Enzo, der jüngste, körperlich der stabilste, er arbeitete mit mir bei der deutschen Post. Er war ein gleichgültiger kerl. Keiner hatte je ein Problem mit ihm weil er sich weder zu tief mit den leuten anfreundete noch stritt er sich aus dem tiefsten Herzen mit jemanden. Er war ein unkomplizierter typ allerdings erschien er mir immer etwas kaltherzig und zwar selbst dann wenn er lachte. Er lachte sogar oft, aber mann hatte das Gefühl der Typ würde sich an garnichts binden, er machte den Eindruck als ob er keine Probleme hätte nach 10 Jahren eine Freundschaft zu beenden und einfach mal von Null anzufangen, als wär nichts passiert, als hätte es dich nie gegeben. Ich fands gut, ich war selber teilweise so eine Kreatur. Nur ich war wohl etwas intelligenter und geschliffener, studierte, las unheimlich viel, hatte viel erlebt und hatte den Sport nie vernachlässigt. Der junge aber hatte unter den Problemen der anderen 2 Brüdern gelitten, er sah jahre lang zu wie seine italienische Eltern unter der Situation litten und wie sie Machtlos nur zuschauen konnten wie die zwei anderen Jungs ihr Leben aus dem Fenster warfen, und das ganze hatte ihn abgekühlt. Er meinte aus den Schicksalen der anderen Brüder gelernt zu haben. Er meinte die Lösung wäre den eigenen Weg zu gehen, ganz egal was passieren würde, ganz egal wer in seinem Leben eintreten und wieder austreten würde. Er war trotzdem sympathisch. Die meisten Menschen mit solch einer Einstellung sind verdammt verbitterte Typen. Irgendwann fuhren wir beide zusammen nach hause, draussen war nebelig. Wir fuhren sehr oft zusammen, er lernte mich kennen, einen Teil meiner verrückten Geschichten kannte er und er fing an sich an mich zu gewöhnen. An diesem nebeligen Tag, an dem wir einfach nur im Auto sassen und nach vorn schauten, fing er an mir folgendes zu erzählen:

"Weisst du Hank, wenn ich dir das erzähle glaubst du dass garnicht". Er sagte das, lächelte und nahm kurz seine weisse New York Yankees Baseballmütze mit der berühmt berüchtigten "NY" was vorne drauf gestickt war, strich kurz über die kurzgeschorenen Haare und setze die Mütze wieder auf, noch tiefer als vorher, fast über die Augen.

"Es gibt ein ganz altes italienisches Lied. Das haben meine Eltern gehört als ich ein Kind war. Hank, wenn ich das höre, kommen mir heute noch die Tränen."

Tränen! Bei solch einem gleichgültigen Menschen! Konnte ich mir nicht vorstellen.

"Was ist dass denn für ein Lied?"

"Ach nichts besonderes, das lied ist bestimmt 50 Jahre alt und heisst "sapore die sale" von Gino Paoli. Das lied ist leicht und irgendwie denke ich immer an der alten Heimat, Liebe und die Vergänglichkeit"

Ich hatte davon nie was gehört. Ich holte das aber nach. Gino Paoli hatte das Lied 1964 gesungen als er noch Jung und frisch war. Heute ist er ein charmanter weisshaariger alter Mann und hat seine eigene persönliche Webseite: http://www.ginopaoli.it

Das harte Leben der Familie hatte ihn doch nicht vollständig abgestumpft und verbittert. Wer bei so einem Lied weinen kann und zwar immer wieder und immer aufs neue, kann nicht ganz gleichgültig sein. Bei dem Jungen regt sich noch was.

Montag, 30. Oktober 2006

Dr. Kampmann

"Guten Tag Dr. Kampmann"

"Ach neeeee, Hank Chinaski, glaub ichs denn?!"

"Dr. Kampmann, entschuldigen sie mich dass ich so spät komme, ich hab von ihrer Vertretung gehört dass sie Krank wären und da ich länger nicht mehr Krank war um sie in ihrer Praxis zu besuchen, konnte ich von ihrer Krankheit nichts wissen. Bis Heute wusste ich von ihrer Krankeit absolut nichts. Glauben sie mir"

"Und wieso wollten sie zu mir? Was haben sie gehabt?"

"Nichts Dr. Kampmann, ehrlich gesagt nichts. Ich wollte mich nur ein paar Tage Krankschreiben lassen."

"Ja Herr Chinaski, ich bin seit einem halben Jahr ein Dialysepatient. Mir haben sie sogar schon den grossen Zeh amputiert weil er abgefault war"

"Es tut mir leid"

"Mir nicht, der hat mir vorher mehr Probleme bereitet als jetzt!"

"Dr. Kampmann ich hab eigentlich garnicht soviel Zeit. Ich wollte sie nur mal kurz besuchen, kurz Hallo sagen und ihnen alles Gute wünschen."

"Danke Herr Chinaski, das weiss ich sehr zu schätzen" ich war dabei mich umzudrehen als er nochmal nachsetzte und fortfuhr:

" Ach Herr Chinaski, wie gehts Ihnen eigentlich Privat? Das letzte mal als wir uns in der Praxis sahen gings bei Ihnen Privat doch so ziemlich drunter und drüber oder irre ich mich?"

"Ne, die Sache ist ausgestanden. Die Frau ist Geschichte und der Ärger mit ihr gleich mit"

"Sagen sie mal was hatten sie nochmal studiert? Bauuuuwese...nein Archiktur, Architektur.. richtig?"

"Richtig"

"und sie hatten grosse finanzielle Probleme gehabt und generell hatten sie keine glückliche Phase"

"Stimmt Dr. Kampmann, aber heute bin ich glücklicher"

"Und ich bin heute weniger Glücklich.."

"Ist wohl der Lauf der Dinge sie wissen ja die Ups und Downs und so..."

"Wissen sie Herr Chinaski, sie haben mir damals in meiner Praxis irgendwie vertraut und ihr Herz offengelegt. Darf ich ihnen heute eine kleine Geschichte erzählen? Haben sie soviel Zeit?" Hatte ich nicht. Aber er war ein feiner Mann , ich nahm mir die Zeit.

"Wissen sie, viele die mich heute so sehen in solch hohem Alter, kennen mich nicht wirklich. Sie kennen mich als einen immer ausgeglichenen Arzt der nur die Familientradition fortsetzte und Arzt wurde. Ich hab aber kurz nach dem Kriegsende angefangen zu studieren. 1947 in München. Die Stadt war grösstenteils zerstört. Etliche junge Männer und sogar reife Männer wollten studieren. Stellen sie sich das mal vor, heute studieren 2 Jahrgänge miteinander. Damals haben 20 verschiedene Jahrgänge miteinander studiert." Er zeigte dabei mit der Zeigefinger zur Schläfe als er das sagte

"Viele kamen ja vom Krieg und mussten etwas werden und die jugend sowieso, also was hat der Staat gemacht er hat den Andrang gesehen und hat ihn sich zu Nutze gemacht. Wir mussten alle erstmal ein Jahr auf dem Bau arbeiten bevor wir uns überhaupt immatrikulieren durften. Ich arbeitete auf dem Bau wie tausende andere junge Menschen Deutschlandweit. Viele Städte sind durch diese Massnahme wieder auf die Beine gebracht wurden."

"Eine kluge Massnahme wie ich finde"

"Finde ich auch Herr Chinaski. Wussten sie eigentlich dass ich mal für ein Jahr ins Gefängnis musste? Nein, wussten sie nicht, aber ich wars tatsächlich!"

Das hätte ich diesem alten und zerbrechlichen Mann mit so vorzüglichen Manieren niemals zugetraut. Ich wurde neugierig.

"Das glaube ich ja nicht. Darf ich fragen wieso Dr. Kampmann?"

"Weil ich einmal einem französischen Offizier einen rechten Kinnhacken verpasste"

"Und deshalb mussten sie ein Jahr sitzen?"

"Ja wir waren ihnen ausgliefert wie Schafe. Die Amerikaner konnte man aushalten. Sie waren nie auffällig aber die Franzosen waren Jahre nach dem Kriegsende noch grausam zu der Bevölkerung. Der besagte Offizier nannte mich einmal "Du scheiss deutsches Schwein" und ich hab ihn direkt ausgeknockt. Dafür kam ich vor dem französischen Militärgericht und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ich wurde nach einem halben Jahr zwar begnadigt aber 6 Monate habe ich gesessen. "

......

Eine halbe Stunde später war ich auf der Arbeit.

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